3. Februar 2015 und 29. März 2017 und bis 2020
Erst haben wir weniger Kabel und Kästen und Fernbedienungen. Dann wieder mehr.
Ein neuer Fernseher wird angeschafft. Für um die 500 Euro kaufen wir ein Gerät mit 55 Zoll Bilddiagonale. 500 Euro ist für die Größe zu dem Zeitpunkt ein sehr okayer Preis, Smart-TV-Funktionen sparen wir uns, für die Aufsmartung ist ein Chromecast zuständig.
Zum Glück tragen die Lieferanten das Paket in die Wohnung – es ist riesig, und nach dem Aufstellen frage ich mich schon, ob das jetzt nicht etwas übertrieben war. Der alte Fernseher, irgendwo um die 20 Zoll, wirkt daneben wie ein Spielzeug.
Das neue Gerät ist zwar obszön groß, hat aber nur zwei HDMI-Eingänge; das sollte aber trotzdem reichen: Während der alte Fernseher noch einen externen Kasten als DVB-T-Empfänger benötigt hatte, hat der neue DVB-T eingebaut, das Antennenkabel wandert direkt in die vorgesehene Buchse hinten am Fernseher. Die beiden HDMI-Eingänge können also mit Chromecast und dem (selten verwendeten) DVD-Player belegt werden, zudem gibt es nur noch eine Fernbedienung für Fernsehgerät und Fernsehprogramme statt eine für das Gerät (an und aus, Eingang wählen, Lautstärke) und eine für den Receiver (Programme umschalten).
Natürlich schlägt bald ein Gesetz zu, das sicher schon einen Namen hat: Auf jede Einsparung von Kabeln, Fernbedienungen und Kästen folgt auf dem Fuße ein neuer Kabel-, Fernbedienungs- und Kastenbedarf. 2017 beginnen die Einblendungen im Fernsehprogramm, daß DVB-T bald abgeschaltet wird. Kein Problem, denke ich, das neue Gerät hat sicher auch einen DVB-T2-Empfänger. Denkste. Es hat keinen. Ein neues Kästchen muß her, das die Signale aus der Zimmerantenne in Fernsehprogramm verwandelt. Am 29. März 2017 ist es soweit: DVB-T wird abgeschaltet, ab jetzt kommt Fernsehen wirklich nur noch aus dem neuen Kasten (und so gut wie kein Privatfernsehen mehr, das soll ab jetzt nämlich auch terrestrisch kosten). Wir haben wieder eine Fernbedienung mehr und mindestens einen HDMI-Eingang zu wenig.
Das HDMI-Problem lösen wir (natürlich) mit einem weiteren Kästchen: Einem Vierfach-HDMI-Umschalter, der sich als erstaunlich nachhaltig erweisen wird – an ihm hängen bis zum Aufschreibezeitpunkt nur drei Geräte. Der DVD-Player, der Chromecast und ein Amazon Fire zur weiteren Aufsmartung. Zwischen diesen Geräten gilt es gelegentlich umzuschalten – und natürlich gehört dafür zum neuen Kasten wieder eine neue Fernbedienung.
(Felix Neumann)












