Herzenswunschkompensation
Ruhelos bist Du. Verweilen widerstrebt Deinem Sein. Sobald Du innehältst, bemerkst Du die Einsamkeit Deines Herzens. Unter dem bebenden Thorax offenbart sich dann die schwere Leere und Du weißt nicht, ob und wie lange Du sie ertragen kannst. Die Unverbundenheit gereicht Dir zum Schmerz, sie lässt Dich entfernt fühlen, isoliert von dem scheinbar Großen und Ganzen. Der Schlüssel zur Glückseligkeit scheint für Dich, ein verbundenes Teilchen zu sein. Und so bestrebt Du dafür kämpfst, so sehr entfernst Du Dich von dem verkannten Ziel. Denn Dein Glück wirst Du nicht im Umherschweifen, nicht darin, einen Dir gleichen Menschen zu finden, entdecken. Kein Mensch vermag ein lückenloses Ebenbild Deiner zu sein, keine Nähe entfernt je die unverbundene Einsamkeit in Deinem Herzen.
Der Mensch flüchtet sich nur zu gern in große Illusionen, wie die Möglichkeit, das Abbild eines Menschen könnte irgendwo auf dieser Welt wandeln, um das Leben in all seinen Facetten zumindest in Nuancen erträglicher zu machen. Doch im Augenblick der Ruhe, des Verweilens, wird dem Menschen schmerzlich bewusst, dass er unverbunden und allein ist, egal wie viele zwischenmenschliche Beziehungen er zu anderen Menschen hegt, egal wie besessen er danach sucht. Diese Suche, armer Mensch, ist vergeblich und reißt Dich lediglich in selbsterschaffenen Schmerz.
In der Unverbundenheit liegt unsere Nähe. Es macht uns zu einem Teil des Ganzen, einzigartig und einmalig.
— Л.






