Neue Untersuchungen zur Digitalisierung der Verwaltung in Deutschland
Zwei aktuelle Studien zeigen interessante Entwicklungen auf, die auf eine steigende Dynamik hindeuten
Die gerade veröffentlichte Kurzstudie "Nächste Generation Führung“ in der Verwaltung basiert auf einer Befragung von 200 jungen Führungskräften unter 35 Jahren aus der Öffentlichen Verwaltung in Bund, Ländern und Kommunen.
Die Stichprobe ist nicht repräsentativ. läßt aber zumindest einen deutlichen Trand erkennen: 82 % der befragten jungen Führungskräfte sieht Digitalisierung als zentrale Voraussetzung für eine moderne Verwaltung!
Dabei planen und steuern nur 37 % ihre Projekte primär mithilfe digitaler Anwendungen, da die Voraussetzungen, wie digitale Tools, dafür nicht gegeben sind.[1]
Die Lücke zeigt eindeutig, dass der Bedarf an Digitalisierung weiterhin enorm ist.
Es ist zu vermuten, dass der Digitalisierungsdruck durch die jüngeren Führungskräfte und flexiblere Arbeitsmodelle auch innerhalb der Verwaltungen nocheinmal steigen wird.
Die Erfahrung zeigt, dass insbesondere jüngere Mitarbeitende auf ggf. datenschutz- und sicherheitskritische, externe IT-Lösungen zurückgreifen, wenn von der Verwaltung keine geeigneten und nutzerfreundlichen Lösungen angeboten werden.
Flexiblere Arbeitsmodelle (home Office, Mobile Office, Remote Work) in Verbindung mit modernen, weniger hierarchischen Führungsmodellen (War for Talents) und verstärkter Automatisierung (Fachkräftemangel) erhöhen den Druck.
Als wäre das nicht genug, kommt auch weiterhin ein vielleicht noch größerer Erwartungsdruck an Digitalisierung von den Kunden der Verwaltungen, den Bürgern/innen, Unternehmen, Einrichtungen.
Die Kurzstudie wurde in diesem Jahr vom Research Bereich der Wegweiser GmbH durchgeführt, die auch den Zukunftskongress Staat & Verwaltung organisiert.
Sie hat weitere Untersuchungen zur digitalen Entwicklung der Verwaltung im Portfolio, wie aktuell auch die Studie "Cloud und die digitale Zukunft der Verwaltung". Darin werden die aktuellen Strategien und Planungen auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene untersucht. Dabei zeigt sich zumindest die bereitschaft, innovative Ansätze bei digitalen Lösungen zu verfolgen. So setzen mittlerweile immerhin mehr als die Hälfte der befragten Verwaltungen auch bei Fachverfahren - die technologisch sonst eher hinterherhinken - auf modernere Cloud-Lösungen.
Auf der anderen Seite scheint die Bereitschaft, mit modernen, digitalen Lösungen auch die die Organisations- und Führungskultur zu modernisieren, sehr gering: Nur 15,75% geben an, dass Hierarchieabbau in ihrer Verwaltung priorisiert wird.[2]
Die steht der Erwartung der jüngeren Führungskräfte entgegen, von denen megr als die Hälfte einen Abbau hierachchischer Strukturen hin zu situativem und "Servant Leadership" fordern.[1]
Quelle:
[1] https://www.vdz.org/leadership-organisation-arbeitskultur/wie-sieht-leadership-morgen-aus
[2] https://www.zukunftskongress.de/de/cloud-studie