„Was sind wir Beide denn, dass ich den Anspruch erheben könnte, Priorität zu haben.“
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„Was sind wir Beide denn, dass ich den Anspruch erheben könnte, Priorität zu haben.“
-plottwistedstory
Ich überlege, meine Schreibmaschine wieder aus den Untiefen unter Schreibtisch und Bett hervorzukramen, und weiß doch, sie würde ungeschützt dann nur weiteren Staub ansetzen als sei es Hüftgold und als seien die Körner und Fusseln Kekskrümel und Schokostreusel. aber nun ja, ich scheine im Album meiner Selbstbilder hängenzubleiben an der romantischen Vorstellung von mir mit Wein vor der Schreibmaschine im Kerzenschein
Du bist, warst und wirst die tollste Frau sein, welche ich je kennengelernt habe. Selbst in den kaputtesten Situationen, wo ich mich selber total aufgegeben habe, hast du mir Mut gemacht und mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Du hast an mich geglaubt, obwohl ich nicht mal annähernd soviel von mir gehalten habe wie du es getan hast. Du bist der eigentliche Grund, weshalb ich hier noch sitze und diesen Text schreiben kann, weil ich ohne deine Hilfe in meinem schlimmsten Momentan vielleicht schon ein Schlussstrich gezogen hätte. Deine Augen sagten mir bei jedem Blick, dass du mehr Wert bist als alles. Wenn deine Hand in meiner lag habe ich mich wohl und angekommen gefühlt. Kennst du diese Momente, wo das Meer richtig Stürmisch ist und kaum strahlt das Licht von der Sonne leicht durch die Wolken wird das Wasser langsam ruhiger und friedlicher? Ich habe mich bei dir wie genau dieses Meer gefühlt. Als ich deine Anwesenheit spürte wurde ich ruhiger und alles wurde irgendwie.. erträglich. Es war so unfassbar schön mal abschalten zu können und einfach das Gefühl zu genießen, dass es im jetzt gerade Perfekt ist. Der Mensch neben einen war es. Der Ort wo man war, dabei war es eigentlich komplett egal wo der Ort war, weil du ihn perfekt gemacht hast. Man hat über seine Probleme geredet, so gut man jedenfalls konnte. Man konnte den Gegenüber ansehen, ob es einem schlecht geht ohne zu Fragen. Die Stimmen von den je anderen haben einen einfach beruhigt und so wurde aus manischer Panik schnell eine schöne Stille, welche einem gezeigt hat, dass man nicht ohne der Person leben will. Es ist jedes mal wieder schön, an die “alten Zeiten” zu denken. Klar, es tut weh.
Aber die wenigen schönen Erinnerungen, welche man hat, an die sollte man sich mit Freude zurück erinnern. Man sollte ihnen nicht “hinterherweinen”, weil dadurch werden doch schöne Momente wieder zu Traurigen, oder?
| Tagebuch, Tag 1, 14:55 |
Text f. Wiener Aktivismus Mag (Rohfassung)
überarbeitete Fassung - demnächst
Text auf English: https://stopgenitalism.tumblr.com/post/188519773030/text-antigenitalism-by-zara-paz-raw-version
Hier ein weiterer superspannender Politartikel über ein Phänomen/eine Bewegung namens "Antigenitalismus".
Berlin 2013 - Eine Gruppe von Frauen, die mit Schwänzen geboren wurden, ihr Leben lang deswegen Scheiße erlebt haben und weiterhin erleben, kämpfen, deswegen Depressionen bekamen, usw. hat sich zusammengefunden. Vorher schon aktivistisch tätig gewesen, Antifa, Antipsychiatrie, Anarchisten, etc. Wir überlegen uns, was wir überhaupt wollen. Wen wir überhaupt noch wollen. Und wogegen wir sind. Schnell findet sich, plötzlich. nach 15-20 Jahren Aktivismus und nachdenken, wofür und wer sind wir eigentlich, ein Begriff: Genitalismus.
Das ist das, was uns unser ganzes Leben lang niederdrücken wollte. Töten wollte. Und viele von "uns" getötet hat und noch töten wird: Die Behauptung, jeder Mensch/jedes Baby mit einem Penis sei männlich/ein Mann/dem männlichen Geschlecht zugehörig, jedes Baby mit einer Scheide weiblich/eine Frau/dem weiblichen Geschlecht zugehörig. So als wär das klar, natürlich oder von uns mitgetragen. Nein. Diese Behauptung, dieses Prozedere hat uns unsere Leben versaut. Unsere Familien und Freunde gegen uns aufgehetzt. Früher, bis 1994 wurden wir/unsere "Schwestern" eingesperrt, wenn wir etwas mit einem Mann anfingen deswegen (Schwulenparagraph).
Bei mir war es so: Ich habe mich immer als Mädchen verortet und erkannt, sobald man diese Gendergeschichten an mich rangetragen hat (machen Eltern & alle eigentlich ab der Geburt, Kinder verinnerlichen das, auch ohne Worte/Sprache, logisch, oder?), erst durfte ich im Kindergarten rumlaufen wie ich wollte (Rock, lange Haare, Schmuck, etc), aber irgendwann bekamen meine Großeltern Schiss, daß ich "schwul werden" könne, weil im Ausweis/der herrschenden Doktrin nach "war ich ja ein Junge" und sollte später ein Mann werden, natürlich ein Hetero, alles andere war ja in den 80ern krimininell, galt als pervers, falsch und nicht hinnehmbar.
Mir wurden also von einem Tag auf den anderen die Haare geschoren, ich wurde gegen meinen Willen in Jungsklamotten gesteckt und nach und nach wurden meine Spielsachen ausgetauscht. Plötzlich sollte ich mich für "Jungensachen" interessieren. Ein Schock, der mir bis heute in den Knochen sitzt. Einfach, weil ich so urplötzlich die Gewalt des normativen Systems zu spüren bekam, böse Vorahnungen hatte, die sich später auch bewahrheiten sollten.
Bis hierhin liest sich alles sicher wie ein harmloses, übertriebenes Mimimi. Nur, wenn man die Brücke schlägt von dort zu den vielen Morden an Frauen mit Schwänzen und Männern mit Muschis, z.B. wenn die "wen hinters Licht geführt hatten", weil sie sich z.B. als Frau vorstellten, Sex hatten, wem einen Kuss gaben oder einfach nur von einem Fremden (ohne es ändern zu können) angeflirtet oder begehrt wurden, der sich anschließend "in seiner Ehre verletzt" fühlte, eben, wegen Genitalismus (Penis = Mann, Vagina = Frau Ideologien).
Oder wenn man an die Lehrerin Lucy Meadows denkt, die von Daily Mail Reporter Robert Littleton solange mit Zeitungsartikeln gemobbt wurde ("ihr Männer im Körper eines Mannes","hört auf die Kinder damit zu belästigen, sie werden ihre Unschuld noch früh genug verlieren", "nicht im falschen Körper, sondern besonders im falschen Job" etc.), bis sie sich schließlich das Leben nahm. Neu daran ist, daß irgendwer darüber spricht, gegeben hat es das immer, in den 90ern veröffentlichte die Regenbogenpresse gern auch Wohnadresse von Frauen, denen ein männliches Geschlecht zugewiesen worden ist (weswegen sie sich juristisch eben auch nicht dagegen wehren konnten und können dann, früher schon garnicht), so daß öfters mal so ein Haus in Brand gesteckt wurde ("öffentliche Schande", "sowas darf es nicht geben", "was, wenn mehr Leute sowas machen?").
Ich wuchs auf mit stereotypen, bösartigen Märchen von "Männern in Frauenkleidern" auf, (die in meinen Ohren krank und exotisch klingenden Label "Transvestit" und "Transsexuelle(r)", im Film "die nackte Kanone 33 1/3" kotzt Leslie Nielsen unmittelbar in eine Tuba, nachdem er entdeckt hat, daß seine Traumfrau, die ihm "etwas gestehen muss" einen Riesenschwanz hat, im "Schweigen der Lämmer" ist der Psychopath ein bizarres kleidertragendes, androgynes Wesen, das Frauen verachtet, weil es selbst nicht bei Männern punkten kann, usw. Und in Amsterdam wurden mir dann ein paar extrem mit Glitzer, Pailetten und extrem hohen Absätzen bestückte Dragqueens als "Männer, die Frauen sein wollen" vorgestellt, unter der suggestiven Betonung, daß diese "sicher auf Männerfang" seien.
Es wurde immer so geschlossen "wenn du einen Penis hast, aber dich nicht als Mann verhältst, keine Männerkleidung trägst oder/und mit deinem Körper nicht zufrieden bist, dann bist du schwul, pervers und gestört, musst du all das sein, außerdem tendenziell, weil du dann ja auf Männer stehen musst. Du bist eine Gefahr und ein starkes Ärgernis für die Gesellschaft (naja, das wollte ich eh immer sein) und irgendetwas muss sich daran ändern, denn so geht es einfach nicht mit dir und der Gesellschaft (dazu später mehr). "Blöderweise" stand ich aber hauptsächlich auf Frauen (was auch immer das sein sollte), wurde dadurch dann automatisch als Mann gelesen, obwohl ich mir dann auch gleich mal wieder die Freiheit rausnahm, mich zu schminken, mich "wie eine Frau zu benehmen" und alles zu tun, um nicht wie ein Mann zu wirken. Da meine Familie mich aber gemobbt und bestraft hatte für den Mädchennamen, den ich mir im Kindergarten verpasst hatte, hatte ich erstmal noch Angst, "die Sache ganz durch zu ziehen" bzw. "den Respekt, als Frau zu gelten, auch einzufordern" (ich schreibe hierbei bewusst schwammig, weil mir damals überhaupt nicht klar war, was denn jetzt Geschlecht / Frau Sein / nicht Mann sein so sein sollte, wie "macht man das" bzw. "wie wird man das los?", was wollen die überhaupt alle von mir und warum inszenieren die diesen Genderscheiß und tun dann noch so, als würde ich, die einzige, die daraus auszubrechen versucht, diejenige sein, die ihn inszeniert??)
Das führte zu vielen Umwegen, irgendwann kam dann die Phase, wo ich merkte, ich will zwar keinen Mann heiraten unbedingt, aber trotzdem eine Frauentoilette benutzen dürfen (statt Gefahr zu laufen, dafür in den Knast zu kommen), ich möchte vlt. auch meinen Körper so "zuende modulieren lassen", daß alle mich als Frau wahrnehmen, immer und überall, dadurch wird es leichter für mich, ich muss nicht immer mit jedem alles ausdiskutieren, mich vorallem nicht jedem geschürten Schwulenhass der Leute um mich herum aussetzen. Die Probleme begannen nun erst so richtig. Psychologen müssen die Namensänderung und die Körpermodulationen nämlich erst genehmigen (selbst wenn man sie selber bezahlt, was bei mir am Ende der Fall war), man darf sich den Arm amputieren lassen, wenn man lustig ist, Implantate und Tattoos machen lassen, soviel man will, aber Hormone wie Östrogen oder Testosteron nehmen oder sich die Genitalien verändern oder Brüste operieren/wegoperieren lassen, das darf man nur nach 3 Jahren "Therapie", die einem "helfen" soll, egal ob "diese Hilfe"will und braucht oder nicht.
Desweiteren muss man vor Gericht, vor Ärzten, vor Behörden, vor Vertretern des öffentlichen Interesses, Krankenkassen (immer), Ämtern und vielerlei anderen Institutionen dann immer wieder zu Protokoll geben, man sei "im falschen Körper geboren", man "hasse den eigenen Körper", wolle diesen verändern lassen (egal ob man das will oder nicht), man "fühle sich als Frau/Mann" (NICHT man sei eine Frau/Mann) und würde im Geschlechtswechsel sein. Und mit Bescheinigungen wedeln, die genau das besagen, inklusive normativen, sexistischen Bemerkungen über den eigenen Körper(bau), die Klamotten, die man trägt, die Unterwäsche, die Stimme, die Haare, die Genitalien und die Lebensführung. Und natürlich sind oft Psychologen und Psychiater, die solche Entscheidungen treffen (ob man sich operieren lassen darf oder nicht, ob man den eigenen Vornamen ändern "darf" oder nicht), nicht uneigennützig in diesem Job, sondern sie haben einen Fetish, begrabschen dich, stellen dir sexuelle Fragen, filmen dich nackt oder fordern dich auf, bestimmte Sexpraktiken mit Männern/Frauen zu probieren und ihnen anschließend davon zu berichten. Überall auf der Welt. Wo es diese Gesetze gibt, die besagen, daß du mit einem Penis ein Mann/Junge bist und mit einer Vagina eine Frau/ein Mädchen und du sonst um Anerkennung "im andern Geschlecht" betteln musst.
Diese Erfahrungen hatten wir alle gemacht. Wir sind alle auf der Straße permanent von Fremden gemobbt, beschimpft, ausgelacht, bedroht, sexuell belästigt und/oder schief angesehen worden, regelmäßig spätestens, nachdem Psychiater uns im Zuge des sog. "Alltagstests" uns aufforderten, die Klamotten zu tragen, die deren Meinung nach "Frauen zu tragen haben" (Rock oder Kleid, auch bei Minustemperaturen, Schuhe mit Absätzen, Schminke, BH, auch bei kleinen Brüsten, evtl. Strumpfhosen, etc.).
Jede von uns hatte unzählige Gewalterfahrungen gemacht, jede war gemobbt, gehänselt und verfolgt worden, meistens von Fremden, belästigt worden, "selbst" von Behörden und Ärzten etc. diskriminiert und verspottet worden, sodaß wir beschlossen, daß es uns jetzt reicht mit der Scheiße, daß wir was tun wollen gegen diesen verdammten Wahnsinn, der unsere Leben zerstört und danach trachtet, unsere Existenzen auszulöschen und unsere Geschichten auszuradieren, so wie Unterdrückung das immer macht mit den Menschen, die sie kaputt zu machen und auszubeuten trachtet.
Also entwickelten wir ein kurzes, einprägsames Konzept: Wir wollen uns eine Gebiet erkämpfen, in dem die genitalistischen Zuweisungen ("Penis = Mann, Vagina = Frau") abgeschafft sind und alles, was damit zusammenhängt (Geschlechtsangaben in Dokumenten, egal wo, nirgendwo), keine Zeitungen, die Lügen von "Geschlechterwechseln" und "als Junge geboren" verbreiten, die am Ende zu Hass und Gewalt führen, keine transphoben, genitalistischen Medien, Filme, Dokus, Zeitungsartikel, Bücher, Diagnosen, Gerichtsurteile mehr, die nur "deren Sicht auf uns" wiedergeben und stärken, aber niemals, wie wir uns sehen, wie wir Geschlecht sehen und wahrnehmen, wie wir Körper und deren Bedeutungen wahrnehmen.
Ebenfalls keine "biologisches Geschlecht" Propagandascheiße, keine "trans"/"cis"/"inter" Scheiße von außen, die, wenn man genau hinsieht, nämlich der gleiche niederdrückende Kram ist.
Wenn ich als Frau mit einem Schwanz zur "Trans- Frau" gemacht werde und die andere Frau zur "Cis Frau" nur wegen ihres Körpers, ist das genauso genitalistisch und führt am Ende genauso zu Sonderbehandlungen, Diskriminierungen und Problemen, wie wenn ich gleich als "Mann" zugewiesen werde, das Prinzip ist immer dasselbe, entlang des Körpers wird irgendwas zugewiesen und so getan als gäbe es einen gravierenden Unterschied zwischen dem Menschen mit dem einen Körper und dem Menschen mit dem anderen, das ließe sich ja schon vom Körper ablesen und darum (...) Genau deshalb kein "trans(gender)", "cis(sexuell)" und "inter(identität)", außer du nennst dich selbst so. Keiner hat das Recht, dir/uns/egal wem solche Stempel aufzudrücken. Etikette tötet.
Wir wollen kämpfen für Räume frei von Geschlechterzwängen, jeder Staat drückt uns bei Geburt einen Geschlechterstempel auf, mit verheerenden Folgen, jede Zeitung schreibt in körpernormierender Weise über Menschen und deren Körper, genau dagegen wollen wir halten, eigene Kanäle, Symbole, Räume, Sprache, Parolen, Kultur und Geschichten erschaffen und verbreiten, die frei sind von all diesem Scheiß, die nach Freiheit streben und zeigen, daß man heraus kann aus dem zugewiesenen genitalistischen Geschlechterkrampf der Staaten, der Medien, der "Tätersprache" und binären Geschlechterwechsel Lügenmärchen, mit denen sie versuchen, ihre Gewalt gegen uns zu rechtfertigen und ihre Arschloch-Gesetze gegen uns zu legitimieren, für die es keine Entschuldigung geben kann, auch wenn es nach über 4000 Jahren genitalistischen Terrors und permanenter weltweiter Zustände von Mord, Verfolgung, Kriminalisierung und Stigmatisierung von uns und unseresgleichen vielen selbstverständlich erscheint, da es ja angeblich "biologisch/ wissenschaftlich/gottgewollt/natürlich/richtig/normal/anständig/vernünftig/ästhetisch/arisch/wichtig/(über)menschlich" korrekt ist wie es jetzt ist. Und genau deshalb werden wir nun aufstehen, uns ausklinken und einen Guerilla Krieg anzetteln gegen die genitalistische Weltordnung. Überall.
Eintrag verwerfen?
Nein, bitte diese Welt verwerfen!
Eintrag nr. 11
Ich bin immer noch ziemlich erstaunt darüber, dass er noch immer an meiner Seite steht, und noch nach einem Jahr mit mir immer noch sagt, dass er für immer bei mir bleiben will. Das wundert mich, weil ich kein angenehmer Zeitgenosse bin. Ich bin sehr aggressiv manchmal. Also ich werde sehr laut und unverschämt, ich beleidige und mache auch mal einige Gegenstände Kaputt. Aber dazu muss ich sagen, dass diese Zeit sogar schon eher weiter hinter mir liegt. Damals in der Einrichtung habe ich das sehr häufig gemacht, dort habe ich randaliert und die Betreuer beleidigt und weiß Gott was noch alles. Nein, wenn ich so darüber nachdenke, ist es heute nicht mehr so. Ich bin wohl nur noch launisch. Ich bin halt kein Mensch der irgendwie immer gut gelaunt ist. Tatsächlich gebe ich mir sehr viel Mühe immer gut drauf zu sein, aber das geht nicht, also habe ich auch mal schlechte Laune, bin zickig oder traurig oder wütend. Besonders wenn ich zickig bin gebe ich meinem Freund patzige antworten und weiß Gott was ich alles noch tue was ihn verletzt. Das kann ich gut. Menschen verletzten. Ich will es nicht, aber manchmal rutscht es mir einfach mal so raus und dann habe ich den Salat. Aber das habe ich eigentlich ziemlich gut unter Kontrolle. Ich verletzte meinen Freund nicht. Das sagt er mir und ich weiß es auch- zumindest nicht mutwillig. Klar gibt es Situationen wo mein verhalten ihn wo aber auch sein verhalten mich verletzt und ich dann auch mal weinen muss. Ich habe weinen als ein tolles Ventil für mich gefunden Dinge raus zu lassen. Aber wie gesagt, sowas ist kein mutwilliges verhalten. Aber weiter im Text. Er liebt mich und ich liebe ihn. Ist er vielleicht nur blind vor liebe? Manchmal überlege ich, ob er mich früher oder später verlassen wird, weil er vor mir noch nie eine Freundin hatte und er sich vielleicht noch ausprobieren muss. Andererseits gebe ich ihm immer die Chance sich besonders beim sex auszuprobieren.
Tag 27// 27.1.2018
11:31pm
Ich war heute bei N, wie gestern auch.
War relativ kurz, aber dafür doch.. ereignisreich. Ich bin jetzt zu demotiviert um großartig viel zu schreiben.
Jedenfalls hat der Abend gut angefangen, diesmal war ich mit einigen guten Sachen dran...
Naja. Und er und ich haben so einen Insider, dass wir halt immer "hasst du mich?" Fragen. Nja. Das hat er dann wieder gefragt und ich natürlich "nein". Und er: "sondern?"
Wir haben davor noch nie ich liebe dich zueinander gesagt. Haben wir jetzt aber auch nicht.
Ich wollte, dass er es zuerst sagt. Weil ich ganz genau wusste, dass wenn ich das sage, ich es nicht zurückbekomme. So war es dann ja auch. Ich habe 3 Minuten gebraucht, um diesen kleinen Satz heraus zu bekommen.
Er hat dann halt mehr oder weniger nichts dazu gesagt, und ich war dann selbstverständlich traurig und man hat mir das auch deutlich angesehen. Ich hab kaum noch geredet, meine Arme nichtmehr so um ihn gelegt und hatte im allgemeinen dieses... komische Gefühl. So taub, so leer. Beim Abschied hat er dann gefragt ob er doof ist und ob bei mir wirklich alles okay ist. Hab gesagt ja alles ist gut. Er hat dann noch gefragt ob ich enttäuscht bin, woraufhin ich naja vielleicht gesagt hab. Er war dann traurig und ich hab ihn nochmal umarmt. Mein Bruder hat schon gewartet.
Zuhause schreibt er mir nochmal, dass er totale Komplexe damit hat und es ihm sehr leid tut und es ihn traurig macht, mich so zu sehen.
Ich frage mich nur, warum er fast schon so darauf gedrängt hat, dass ich das sage, wenn er es mir nicht zurücksagt.
Berührungsangst
Es ist nicht wirklich als Angst zu beschreiben. Es ist mehr ein Unwohlsein.
Zum Glück spüre ich das nicht bei jedem. Hauptsächlich bei Leuten des anderen Geschlechts, Leute, die ich noch nicht richtig kenne, Fremde sowieso und Leute denen ich nicht vertrauen kann.
Da ich sowieso sehr kitzelig bin, kann ich es oft darauf schieben, wenn mich jemand nicht anfassen soll (an der Seite zum Beispiel), ansonsten versuche ich mir nicht anmerken zu lassen, wie unwohl ich mich fühle.
Wenn jemand fragt, ob ich Berührungsängste habe, weil ich irgendwie zucke oder mich was weiter weg setzte, etc. schiebe ich es bei ersterem auf besagtes kitzelig sein und beim zweiten immer darauf, dass mir die Lücke nicht aufgefallen sei. Niemals würde ich direkt zugeben, dass etwas mit mir nicht stimmt.
Peinlich genug, dass ich bei einem Date - im Kino - abgeblockt habe, dass er den Arm um mich legt und es dann nicht erklären konnte... oder wollte.
Früher war das alles nicht so... Das hat erst angefangen, nachdem ich den Vertrauensbruch meines Vaters richtig realisiert habe... Ich mein, wie kann ich jemanden vertrauen, wenn das nicht mal bei meinem Vater, bei meinem Papa, geht? Und dass da ein Zusammenhang zwischen Berührungsangst und Vertrauen gibt, schrieb ich ja bereits.
Es ist so schwer alles. Man sehnt sich so sehr nach Nähe und kann die Menschen, die sie einem geben wollen, dann doch nicht an sich ran lassen.
Gute Nacht
(25.09.2017, 01:26)