Ich dreh’ mich um mich selbst
Sie kennen das: Sie sitzliegen im Bett, auf dem Schoß der Laptop. Eigentlich wollten Sie schon seit einer Stunde schlafen gehen. Aber Sie wollen noch schnell einen tief gängigen, smarten Tweet posten. Der letzte ist schon wieder 5 Stunden her - die Follower brauchen doch Input! Die letzten Stunden des Tages waren schon wieder sehr melancholisch. Nichts, absolut nichts läuft so wie erhofft. Irgendeine gute Tweet-Idee muss her... Mhh... in der Zeit wieder nicht alles geschafft... Ich wünschte die Erde würde sich langsamer drehen, dann hätte der Tag mehr Stunden. Gibt es einen Planeten, der sich langsamer dreht als die Erde, auf den ich mich wünschen könnte? Wovon ist das eigentlich abhängig? Warum dreht sich die Erde überhaupt?
OK, meine Recherche zu diesem Thema fiel ein bisschen sporadisch aus. Astrophysik ist beeindruckend, aber unheimlich kompliziert zu verstehen. Der Wikipedia-Eintrag zu “Erdrotation” war bereits überraschend hilfreich und stellt mich erst einmal zufrieden.
Was die Drehung der Erde ist, ist ja soweit eigentlich bekannt. Nur so entsteht unser Tag/Nacht-Rhythmus. Tag: Wir sind zur Sonne hin gedreht. Nacht: Wir sind von der Sonne weggedreht. Eine Umdrehung dauert ganz ganz ganz fast 24 Stunden. Dass sich die Erde nicht senkrecht zur Sonne um ihre eigene Achse dreht ist durch das Auftreten von Jahreszeiten bemerkbar. Die Achse ist genau genommen um 23,5° gedreht. Hallo Illuminaten! Aber wie und warum dreht sie sich jetzt eigentlich?
Dafür muss ich noch einen Schritt zurückgehen, oder besser gesagt 4,6 Milliarden Jahre. Iiiaaargh, ooaaaah. Das war ein großer Schritt für die Menschheit. Das ist der Zeitpunkt an dem unser Sonnensystem entstand. Viele Milliarden Jahre nach dem Urknall. Die gängigste Theorie zur Planetenentstehung ist die Verdichtung von Gas- und Staubteilchen. Zuerst entstand die Sonne und im Zusammenspiel mit ihrer Gravitation formten sich um sie herum acht Planeten, ein Zwergplanet und Monde. Die Drehung der Planeten entstand damals durch den Zusammenprall der einzelnen Teilchen. Auf Wikipedia gibt es dazu das Beispiel von Billardkugeln. Trifft eine gestoßene Kugel auf eine andere und trifft diese nicht genau im Zentrum entsteht eine Drehung der getroffenen Kugel um ihre Achse.
Die Drehung der Planeten und ihre Geschwindigkeit ist somit abhängig von ihrer Entstehung - wie viele Teilchen in welchen Winkeln aufeinander gestoßen sind bis der Planet sich verdichtet hat. Für die Erde ergab sich eine Drehung von 24 Stunden. Viele Parameter beeinflussen die Drehung natürlich weiterhin, aber im Grunde dreht sich die Erde konstant weiter, das nennt sich Drehimpuls. Sie hat ja im Weltraum auch keinen Widerstand der sie bremsen würde. Andere Planeten drehen sich schneller oder langsamer. Der Jupiter braucht nur knapp 10 Stunden für eine Umdrehung. Wenn ich mir also Tage wünsche, die länger als 24 Stunden dauern, müsste ich auf die Venus umziehen. Sie dreht sich in 243 Erdentagen einmal um sich selbst. Vielleicht lasse ich stattdessen auch einfach neue Gedanken und Ideen auf mich zukommen, die meiner Drehung um mich selbst eine neue Richtung verleihen.