Jourvie im Fernsehen
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Jourvie im Fernsehen
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Was Jourvie ist und wie Jourvie entstanden ist.
von Ekaterina
www.jourvie.com
Liebe alle,
es freut mich, dass ihr hierher gefunden habt. In diesem allerersten Blogpost will ich euch gern die Geschichte von Jourvie und die Motivation hinter dem Projekt erzählen. Ich freue mich über eure Kommentare und Meinungen.
Wer bin ich?
Mein Name ist Ekaterina, ich bin 24 Jahre alt und wohne seit 3 Jahren in Berlin. Ich reise leidenschaftlich, verbringe gern Zeit mit meinen Freunden und habe vor etwa einem Jahr angefangen, ein Projekt auf die Beine zu stellen, das Menschen mit Essstörungen die Therapie leichter und einfacher macht.
Warum?
Weil mich die Essstörung mehrere Jahre meines Lebens begleitet hat. Die ersten Anzeichen waren schon in der Grundschule da, aber damals war mir das nicht so bewusst - die Unsicherheit in Bezug auf meinen Körper hab ich der Pubertät geschuldet, und dachte, dass alles bald wieder weg sein wird. Die ersten Diät- und Sportversuche waren eher erfolglos und kurzlebig, aber leider waren der Wunsch nach Abnehmen und die Sehnsucht nach dem perfekten Aussehen nicht so schnell weg. Im Gymnasium haben sie ihren Höhepunkt erreicht und es hat mich mehrere Monate gekostet, bis ich vor mir zugestehen konnte, dass ich eine Essstörung habe. Die Zeit danach war gekennzeichnet durch Arbeit mit verschiedenen Therapeuten, Arbeit mit mir selbst und eine Reise, die mich für immer geprägt hat - das, was ich als den größten Alptraum, die größte Herausforderung und wahrscheinlich die wichtigste Lektion in meinem Leben sehe.
Warum ich? Warum nicht ich?
Lange Zeit habe ich mir jeden Tag immer dieselbe Frage gestellt - warum ich? Warum kann ich nicht ein entspanntes und glückliches Leben haben, wie ich von anderen Menschen den Eindruck hatte? Warum musste ich jede Nacht Alpträume haben? Warum musste mein Leben nur aus Kalorien, Sport und Gedanken an Essen bestehen? Ich habe davon geträumt, dass jemand meinen Kopf öffnen und die Kabel zurechtlegt, damit ich mit einem gesunden Verstand aufwachen kann. Ich habe mir gewünscht, dass ich nicht angefangen hätte. Ich habe nicht mal daran geglaubt, dass es einen Strohhalm gibt, an dem ich mich festhalten könnte.
Irgendwann kam der Durchbruch und ich habe mir die Frage andersrum gestellt - Warum nicht ich? Warum wurde ausgerechnet mir diese Herausforderung gegeben? Was könnte ich daraus lernen - für mich, für mein Umfeld, für mein ganzes Leben?
Ich weiß noch, wie ich damals zu meiner Mutter, aber vielleicht auch vielmehr zu mir selbst gesagt habe: "Wenn ich es jemals, jemals schaffe, aus diesem Alptraum rauszukommen, will ich anderen helfen, damit sie nicht das gleiche erleben müssen." Es hat sich richtig angefühlt. Es fühlt sich immer noch richtig an.
Jourvie
Ich habe Jourvie angefangen, weil ich zutiefst daran glaube, dass die App helfen kann. Die Idee von einem digitalen Essprotokoll kam mir vor einigen Jahren, als ich meiner Therapeutin wöchentlich zeigen musste, wie sich mein Essverhalten entwickelt. Ich musste mehrmals am Tag ein Essprotokoll mit mehreren Feldern ausfüllen - wann, wo und mit wem ich gegessen habe, und vor allem - wie ich mich dabei gefühlt habe. Es war erstaunlich zu sehen, wie mein Essverhalten von meiner Stimmung abhängt, aber auch von den Leuten, in deren Begleitung ich gegessen habe oder von der Tageszeit, zu der ich gegessen habe - wenn ich Zeit mit bestimmten Menschen verbracht hatte, neigte ich eher zu einem Essanfall im Nachhinein, und bestimmte Stresssituationen wirkten sich offensichtlich auf mein Hunger- und Sättigungsgefühl aus. Meine Therapeutin und ich konnten dadurch die verschiedenen Verhaltensmuster identifizieren und gezielt daran arbeiten.
Ich fand die Papierprotokolle aber sehr unpraktisch, da ich sie ständig zu Hause vergessen hab, wenn ich z.B. an der Uni war oder mit Freunden ausgegangen bin. Selbst, wenn ich sie dabei hatte, war es extrem schwierig, sie in der Öffentlichkeit auszufüllen - etwa im Café oder vor Freunden. Deshalb habe ich das auch oft sein lassen.
Das war natürlich nicht sehr hilfreich für die Therapie, denn dann konnten wir die Muster im Verhalten nicht mehr entdecken - wann verliere ich die Kontrolle über mein Essverhalten, welche sind die Auslöser, wie entwickelt sich mein Essverhalten über die Zeit usw. Ich habe den Mehrwert des Protokollierens gesehen, als ich irgendwann dadurch gelernt hab, reflektierter mit bestimmten Situationen umzugehen und auf meinen Körper zu hören. Deshalb habe ich mich bemüht, genauer und regelmäßiger zu protokollieren.
Die allererste Idee war, eine Excel-Tabelle anzulegen, die ich viel praktischer am PC ausfüllen konnte - das ging schneller als das Schreiben und ich musste nicht auf eine lesbare Schrift achten. Leider war sie nicht für unterwegs geeignet, deshalb hab ich die ganz einfache Notizfunktion auf dem Handy genutzt, wenn ich draußen war. Das ging noch, war viel diskreter als die Papiere, aber auch nicht die perfekte Lösung. Irgendwann hab ich ein Google Formular gestaltet, mit dem ich die Informationen zeitnah, schnell und praktisch angeben konnte. Und daraus entstand die Idee, das ganze als eine App zu machen, die alle diese Vorteile vereint.
Die Vision und die nächsten Schritte
Aus diesen Erfahrungen entstand eine gemeinnützige Initiative und wir arbeiten in einem kleinen Team an der Idee weiter. Wir haben die App mit diesen Funktionen entwickelt und wollen testen, wie hilfreich sie ist und was man noch verbessern kann, bevor wir sie in den App Store verfügbar machen.
Die Vision? Dass immer mehr Menschen ihre Therapie erfolgreich schaffen und das Beste daraus machen. Dass ihnen das genaue Protokollieren hilft, Verhaltensmuster zu entdecken und gezielt daran zu arbeiten. Dass die Statistiken helfen, Problembereiche zu identifizieren und sich bewusst zu machen, dass die Baustellen vielleicht nicht so riesig sind, wie man denkt.
Natürlich ist das nur ein Schritt, ein sehr kleiner Schritt sogar, könnte man meinen. Aber wir, die Menschen, die gerade mit einer Essstörung zu kämpfen haben oder in der Vergangenheit gekämpft haben, wissen, dass sich jeder kleine Schritt lohnt. Weil er ein Schritt auf dem wichtigen Weg zum gesunderen Leben und Körperbild, und einem glücklicheren Ich ist.
Es würde mich sehr freuen, wenn ihr Jourvie hilfreich findet. Wenn ihr mir eure Meinung sagt. Wenn ihr Ideen habt, wie wir die App besser machen können. Ich freue mich, von euch zu hören.
Ihr könnt uns jederzeit über das Kontaktformular auf der Seite oder per Mail an [email protected] erreichen.
Eure Ekaterina
www.jourvie.com