Sylvia: Who eels got the homework from yesterday?
Adrian: I haveto go back to my cabin.
Sylvia: OK, but the homework has Shortanswer questions.
Adrian: Why doo they call it Shortanswer if it's extreme long?
Sylvia: You're right, who do they? What a wierd...
Adrian: See you smart
Thank you
Hey, kein Plan ob du noch aktiv bist oder nicht, aber wegen den Fanfiction Prompts - Würd mich über eine angsty Karl x Klößchen/Willi Fic freuen :) (TKKG) Vielleicht kann Willi seine Gefühle einfach nicht akzeptieren, oder versucht es zu verdrängen während Karl versucht, dagegen zu wirken
Hey, anon, das hat jetzt etwas gedauert (TKKG-Fanfiction ist schwerer, als ich gedacht hätte, tbh), aber ich hoffe, es gefällt dir ^_^
~750 Wörter, Karl Vierstein/Willi Sauerlich, angst
"Ich muss wirklich noch mit Oskar Gassi gehen", sagt Gaby entschuldigend und nimmt ihre Jacke vom Stuhl.
Tim springt auf und hält die Leine, während sie sich anzieht. "Ich komme mit. Kann dich doch nicht im Dunkeln alleine herumlaufen lassen."
Gaby strahlt ihn an und Willi kann ein Augenrollen nur mühsam unterdrücken. Er liebt seine Freunde ja, wirklich. Aber das Traumpärchen ist manchmal schwer zu ertragen.
Sie begleiten Taby (Tiby? Gabim? Carstner? Glocksten? KK sind noch zu keinem befriedigenden Ergebnis gekommen) und Oskar zur Tür. Karl fröstelt. "Ich bleibe noch 'n bisschen, wenn das in Ordnung ist."
"Klar."
Oskar zerrt ungeduldig an der Leine. Gaby hakt sich lachend bei Tim unter und zieht ihn auf die Straße; die beiden drehen sich nur nochmal kurz um und winken, bevor sie Arm in Arm davonschlendern.
"Hach, junge Liebe," murmelt Willi mit einem Grinsen.
Karl nimmt die Brille ab und tupft sich die völlig trockenen Augen. "Gemeinsam Hundekacke aufsammeln. Rrrrrromantisch."
Sie sehen sich an und prusten los.
"Are the straights OK?" fragt Karl, als sie die Treppe hochlaufen. Willi fühlt seine Ohren heiß werden. Karl hat ihnen vor über einem Jahr gesagt, dass er schwul ist ("Es ist natürlich etwas komplizierter. Sexuelle und romantische Anziehung sind kein Bernoulli-Experiment. Ich sehe das eher wie ein dreidimensionales Koordinatensystem - x ist die Art der Anziehung, y die Intensität, und z das "Zielgeschlecht" - und die Orientierung ist eine Ansammlung von Vektoren..."). Und er geht völlig entspannt damit um.
Willi hat kein Problem damit, wirklich nicht. Er bewundert Karl eher für sein Selbstvertrauen. Es muss sich gut anfühlen, sich seiner selbst so sicher zu sein, dass nichts und niemand einen darin erschüttern kann. Willi kann sich nicht daran erinnern, das jemals erlebt zu haben.
"...Erde an Willi?"
"Hm?"
Oh. Sie sind oben am Treppenabsatz angekommen. Karl legt den Kopf schief und eine Hand auf Willis Oberarm. "Alles in Ordnung?"
Nein. Nein, wenn Willi ehrlich zu sich ist, ist nichts in Ordnung und Karls Anteilnahme hat einen verdammt großen Anteil daran. Denn seit Karls nonchalantem Outing ist da eine leise Stimme in seinem Kopf, die auch das letzte bisschen infrage stellt, dessen sich Willi sicher war. Und vielleicht liegt es nur daran, dass sie beide immer öfter “übrig” sind, wenn Gaby abends “mit Oskar Gassi gehen muss” oder Tim genau zwei Kinokarten für irgendwelche halbprätenziösen Filme ergattert hat, aber wenn Karl Willi diese verschwörerischen Blicke zuwirft, dieses verstehende Grinsen, oder ihn - wie jetzt gerade - beiläufig berührt, dann macht Willis Magen einen Salto und sein Atem geht etwas schneller, so als ob...als ob...also, es ist verwirrend.
Aber das kann er Karl nicht sagen. (Tim ist der Mutige von ihnen allen. Für Willi ist nicht viel übrig geblieben. Die Zuständigkeit für den Proviant vielleicht.) Also schiebt er seinen schnellen Atem auf die Treppe und macht einen kleinen Schritt zur Seite, gerade genug, um Karls Hand abzuschütteln.
“Klar, was soll sein?”
Karl sieht ihn stumm an. Seine Augen hinter den Brillengläsern wirken riesig. “Willi, ist es dir unangenehm?”
“Was?”
“Ist es dir unangenehm, wenn ich Witze über meine Sexualität mache? Oder Sexualität im Allgemeinen? Du schaust mich dann manchmal so seltsam an. Bin - bin ich dir unangenehm?”
“Nein!” Willi schreit es fast. Er presst eine Hand vor seinen Mund und zwingt sich, seine Lautstärke zu drosseln; seine Mutter ist bereits im Bett. “Nein, Herrgott, Karl, natürlich nicht. Du bist - voll okay. Aber ich...”
Er schluckt ein paarmal, kann kaum atmen um den Kloß in seinem Hals. “Ich...ich kann das nicht.”
Karls Augen weiten sich noch mehr. “Willi...du weißt, dass wir zu dir stehen? Egal, was ist?”
Willi starrt auf seine Zimmertür. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als sie hinter sich zu schließen, sich die Decke über den Kopf zu ziehen und diese Unterhaltung zu vergessen.
Karl gibt ein Geräusch von sich, das man beinahe als Seufzer bezeichnen könnte. “Ich gehe besser mal.”
Willi antwortet nicht.
Karl geht an ihm vorbei, holt seine Jacke aus Willis Zimmer, passiert ihn erneut auf dem Weg zur Treppe. In der Villa Sauerlich ist das ein quälend langer Weg.
WIlli hört, dass er sich noch einmal umdreht. Seine Stimme ist fest und unerschütterlich wie...eigentlich schon immer.
“Ruf mich einfach an oder schreib mir, wenn irgendwas ist, wobei ich dich unterstützen kann.”
Dann geht er. Und erst als die Haustür zuschlägt, kommt Bewegung in Willi. Erst dann geht er in sein Zimmer, versteckt sich unter der Decke und versucht vergeblich, das Gefühl von Karls Hand auf seinem Arm zu vergessen.
Jacky/Sven, background Kalliope/Lutz, die Kids sind 14/15 bc I said so, kleine Aufwärmübung, ca. 500 Wörter
Rosentage sind eine seltsame Tradition. Kinder im Alter von 10 bis 18 werden ermutigt, einander Zeichen von Freundschaft und Liebe zu schenken – aber anonym, sodass niemand weiß, wer wen mag (so, wie auch niemand weiß, wer den Stuhl aus dem Fenster geworfen hat und wohin Herrn Venturas Fahrradhelm verschwunden ist). Manche Kinder erhalten zehn Rosen. Manche keine einzige. Die Beliebtheitsspielchen, die sich sonst nur in Einladungen zu Geburtstagen und Mannschaftswahlen im Sportunterricht abspielen – hier werden sie offen ausgetragen.
Und dann ist da noch ein ganz spezielles Problem.
„Es hat nicht funktioniert.“
Kalliope, Lutz, Nixe, Pauline und Chicago sitzen im Büro der SMV und sehen einander ratlos an. Lutz rauft sich die Haare. „Sven ist einfach ein sturer Ochse. Wieso kann er ihr keine Rose schicken wie jeder andere Kerl auch?“
Kalliope schenkt ihm ein flüchtiges Lächeln.
„Jacky ist genausowenig darauf eingegangen.“ Pauline runzelt die Stirn. „Ich bin jetzt nicht die Expertin für Romantik, aber das scheint mir hoffnungslos.“
„Nein,“ seufzt Kalliope, „die beiden funktionieren so einfach nicht.“
„Was meinst du?“
„Jacky und Sven sind Erzfeinde. Das ist es, was sie so zueinander hinzieht. Wie…Sherlock Holmes und Moriarty. Oder so. Jacky hat kein Problem damit, Sven auf dem Schulhof zu konfrontieren und ihn anzufauchen wie eine wilde Katze, aber sie würde eher ihre Zunge verschlucken, als ihm zu sagen, dass sie ihn mag. Und das Verrückte ist: Es macht ihr sogar mehr Spaß.“
Lutz nickt langsam. „Für Sven ist es genauso.“
„Manchen Leuten macht’s das eben.“ Nixe grinst. “So ‘ne Erzfeindschaft hat ja eine gewisse Erotik.“
Pauline verzieht das Gesicht. „Das will ich gar nicht so genau wissen. Die Frage ist, was machen wir jetzt? Der Rosentag hat nicht funktioniert.“
„Wie wär’s mit einem Kaktustag?“
Chicago wird rot, als die anderen ihn anstarren. „Sorry. War ‘ne blöde Idee.“
„Nein, nein!“ Pauline legt eine Hand auf seinen Arm. „Sag mal. Wie stellst du dir das vor?“
„Na ja, das Gegenteil von ‘nem Rosentag halt – du schickst der Person, die du am meisten hasst, einen Kaktus. Gibt doch so kleine im Baumarkt.“
Lutz ist bereits am Computer, seine Finger fliegen über die Tastatur, während er Preise sucht.
Kalliope runzelt die Stirn. „Wird das nicht zu viel Streit führen?“
„Wenn du es nur einer Person schicken darfst…?“
„Nein, das funktioniert.“ Nixe rutscht auf ihrem Stuhl nach vorne. „Die Feindschaft muss exklusiv sein. Und der Person etwas bedeuten. Kein Mensch gibt einen Euro fünfzig aus für jemanden, den er einfach nur blöd findet. Aber echte Feindschaft ist einen Kaktus wert.“
„So teuer sind die Dinger auch nicht.“ Lutz‘ Augen wandern zur Budgetaufstellung an der Wand. „Wir könnten’s uns leisten…“
~~~
Nixe und Chicago hatten noch nie besonders viel miteinander zu tun. Aber als sie im Treppenhaus hinter den Physikräumen auf Jacky und Sven stoßen, die einander umschlingen wie zwei Ertrinkende, zwei kleine Kakteen vergessen auf der Fensterbank –
Chicago hält seine Hand auf und Nixe schlägt mit breitem Grinsen ein.
Kurzer Gastauftritt, back on my Svacky bullshit, ca. 1200 Wörter, heute mal auf Englisch. Inspiriert von diesem text post.
gern geschehen.
There were five of them. They rode in black, clothes padded and cut to hide the shape of their bodies, hair and faces covered by masks, except for the eyes. Their identities were a secret to all but themselves and the Queen, but they were known as Rattlesnakes, for they struck fast and with fatal precision. They did not always kill. That was not their place. Their task was to identify and capture threats to the kingdom, to kill only if the threat was immediate and could not be stopped any other way.
They found the aura of mystery and danger which surrounded them a bit ridiculous, as helpful as it was. They had found each other during the competitive training for the Queen’s personal guard and had gotten along well immediately. The fifth had joined their group a few weeks later, when it was clear that, while they would not be part of the guard, Queen Henriette had another purpose for them in mind.
Though she had been the last to join them, Jacky was undoubtedly their leader. She was the best fighter of the five, she was relentless in the pursuit of culprits, and she was the one who could motivate the others to ride for another hour.
Kalliope was the most knowledgeable; and knew the laws of the queendom by heart. In stark contrast to this, she was excellent at hand-to-hand combat.
Nixe’s strengths lay in the technical aspects – from poisons to tying ropes to explosions.
Sarah was a skilled witch and manipulator, but she only used her abilities if it was inevitable; she much preferred de-escalation by empathy and conversation.
Pauline, the Queen’s niece, was not only an expert on political ties, but also their fastest thinker; she solved a crime in the time it took the others to saddle their horses.
They complemented each other perfectly, they worked together like the cogs of a mill, they were skilled and experienced, and it frustrated Jacky to no end that their current mission still. Wasn’t. Over.
Word had reached the Queen of a group of highwaymen in a forest off in Gorell, a duchy in the west. They terrorised villages, stole goods, damaged buildings, and hurt anyone who dared come in their way. They hadn’t yet killed anyone, to their more than dubious credit, but it was probably only a matter of time.
Highwaymen weren’t the Rattlesnakes’ usual business, but this particular group was vicious enough to warrant an exception. They were seven, and thus not hard to find. What did one call a group of men sure of themselves? Recklessly loud, that’s what. It had been child’s play to literally smoke them out of their house and trap them, one by one (or, in the case of those twins, two by one).
The last one, though. The one whose hair looked like it caught the fire Nixe hadn’t lit to cause all that smoke. He had seen what had happened to his friends, evidently realised where the smoke was supposed to make him go; and had run in the exact opposite direction.
Jacky couldn’t even begrudge him. She would have done exactly the same. But it meant that she had to go run after him, leaving the other four to deal with the caught men, and face him in single combat when for some reason he stopped in front of the bridge across the nearest canyon.
Scared of heights?
She hadn’t asked. They never talked, because voices were as recognisable as faces and hair. She had drawn her sword, so had he, and they had attacked simultaneously.
He was good. Very good. A match for her, so far. Jacky knew that she should focus more on bringing him down, for he was a criminal and must face a trial, but she was enjoying herself more than she had in a long while. Her whole body was thrumming with energy, her senses were heightened, her heart was beating fast and steady, her limbs moved quickly, with grace and dexterity. The fact that he was just as good as her made this so enjoyable. Fighting a blunt brute with a club wasn’t a very graceful or interesting experience. But this fight was thrilling.
He seemed to think so, too.
“Rattlesnakes, eh?”
She didn’t reply.
“Legendary. I can see why.”
No reply.
“Not the talkative type, huh?”
We’re in a fight, dumbass.
“That’s fine, I’ll do the talking then.”
You do that, if it makes you happy.
“So, I’ve always wondered –” *dodge* “– who you are, and why you do this.” He jumped back from the tip of her sword and waited for a moment. “Because you’re obviously a very skilled swordsperson. You must’ve had training. And that sword – those aren’t easy to come by. You must’ve earned it.”
I could say the same about you.
She waited. He came closer.
“How about we trade?” He grinned. “I’ll tell you my name, and you’ll tell me yours.”
Absolutely not.
“I’m Sven.”
Your loss, then.
Jacky stepped to the side, turned on one foot and lunged at him. He reacted quickly, but she still grazed his cheek. Blood ran down his face, his neck, onto his red shirt. He snarled and attacked. Their blades crossed again, feet moving swiftly on the grass, breaths coming quicker and more laboured.
Jacky was glad for his silence now. He had wiped at the blood, smearing across more of his face as well as his hand, and he seemed more dangerous now, feral, unrestrained. It made her blood boil in a way she wasn’t supposed to like so much, to want so much. It was just a really good swordfight, with an admittedly handsome criminal…and it was her task to disarm him, to capture him, to take him to the Queen, where he would be sentenced to prison and –
She bent backwards. His blade swung past where her head had been a second ago. She was losing her focus. First things first: disarm.
Jacky increased her pace. With short, hacking blows she forced him back, towards the bridge. When he realised what she was doing, he wavered – just for a short moment, but it was enough. She deflected his blow, held the blade with her boot, and aimed at his arm. He let go, his sword fell to the ground. She forced him a few steps further back. When his feet hit the wood of the bridge’s planks, he stumbled and dropped to his knees right where she wanted him.
Sven knelt, held in place by the tip of her sword under his chin, his face bloodied – and he was grinning.
Grinning with one brow quirked up higher, with a wild flame in his eyes, with a slight tilt of the head that was a challenge in itself. Come on, it said. Do it.
Do what, Jacky wasn’t sure of. She had a lingering feeling that it wasn’t to do with her instructions.
It was an audacity.
And she was very glad for her mask, because she wasn’t entirely sure if her expression wasn’t perfectly mirroring his.
“Well”, he said slowly. “Now you have me.”
Looks like.
“What are you going to do to me?”
You seem up for anything.
He licked his lips.
Oh, fuck.
Jacky kept her sword where it was. With her free hand, she pulled off her mask.
„Jacky.“ Sven klang leicht verzweifelt, als er sich dicht zu ihr stellte, um sich ein Stück Brot vom Büffet zu angeln. „Ich glaube, jetzt wäre allmählich ein guter Zeitpunkt, deine Schleichkünste unter Beweis zu stellen.“
Jacky lachte und ließ die Salatkelle sinken. „Was ist los?“
„Die Leute stellen immer noch dumme Fragen. Besonders Lars, Luna und meine Oma. ‚Wie gut spricht sie denn Deutsch?‘“
„Wäre ja auch zu schön gewesen.“ Jacky seufzte, stellte den unbenutzten Salatteller wieder auf den Stapel und sah sich um. „Na, dann komm.“
Sven folgte ihr widerspruchslos. Sie schoben sich am Büffet vorbei und schlängelten sich zielstrebig durch die Gruppe Menschen, die sich am Eingang versammelt hatten, um zu rauchen oder die letzten Sonnenstrahlen zu erhaschen. Ohne sich groß umzusehen, bog Jacky um die Ecke und marschierte auf dem Grasstreifen neben dem Kiesweg bis zur Rückseite des Gebäudes, wo eine dicht gepflasterte Fläche mit einigen Bänken darauf als Aussichtsplattform über den See diente. Der Platz lag tief genug, dass man ihn bei einem zufälligen Blick aus dem Fenster nicht sehen konnte.
Sven sah sich kurz um und als er sicher war, dass ihnen niemand gefolgt war, ließ er sich aufseufzend auf einer Bank nieder. „Wie hast du das gemacht?“
Jacky grinste. „Der Trick ist, so auszusehen, als wüsstest du genau, wo du hinwillst, und als sei da auch nichts dabei. Deine Verwandten denken vermutlich, wir machen hier hinten sonstwas miteinander.“
„Aha.“ Sven zog spöttisch eine Augenbraue bis zum Haaransatz. „Und was machen wir tatsächlich miteinander?“
Jackys Grinsen wurde breiter. „Ich bring dir das Tanzen bei.“
Sven protestierte schwach, aber es half nichts. Jacky zog ihn hoch, stellte sich neben ihn und hieß ihn ihre Walzerschritte imitieren, bis sie zufrieden war. Es ging erstaunlich gut. Dann stellte sie sich vor ihn, platzierte seine Hand auf ihrem Schulterblatt und ihre auf seinem Oberarm, nahm seine linke Hand und zog ihn langsam mit sich – eins, zwei, drei; eins, zwei, drei; allmählich schneller, bis sie sich recht schwungvoll auf der Steinfläche drehten.
Nach ein paar weiteren Umdrehungen nickte Jacky zufrieden und hielt an. „Besonders elegant ist es noch nicht, aber immerhin trittst du mir nicht länger vors Schienbein mit deinen zwei linken Füßen.“
„Ich habe keine zwei linken Füße“, sagte Sven entrüstet. „Ich kann nur keinen Walzer tanzen. Wenn es Foxtrott wäre, wäre das etwas völlig anderes.“
„Mhm.“ Jacky grinste schon wieder. Dann legte sie den Kopf schief. „Ich höre die Musik lauter werden. Es klingt sogar nach Foxtrott. Dann lass mal sehen, Fred Astaire.“
„Na schön.“ Er zog sie wieder dicht an sich und fand mit ein paar Schritten in den Rhythmus.
Es war gut. Ziemlich gut. Sven wusste genau, wohin er seine Füße setzen musste. Jackys Kleid schmiegte sich bei jedem Schritt an ihre Beine, ohne sie zu Fall zu bringen. Sie verloren kein einziges Mal den Takt und die komplizierteren Figuren führten sie so elegant und in so einvernehmlichen Bewegungen durch, als verstünden ihre Körper einander blind.
Viel zu schnell war der Song vorbei. Sie kamen zum Stehen, machten einen hastigen Schritt auseinander und sahen einander schwer atmend und ein bisschen nervös an.
Sven ballte unbehaglich die Hände zu Fäusten, als müsste er sich davon abhalten, sie nach Jacky auszustrecken. „Tut mir leid.“
„Was…tut dir leid?“
„Ich wollte nicht…“ Sven öffnete die eine Faust und rieb sich den Nacken, bis er so rot war wie sein Haar. „Ich wollte das nicht.“
„Du wolltest nicht mit mir tanzen?“
„Nein! Ach, verdammt –“ Er holte tief Luft. „Ich wollte dir nicht so nahe kommen. Ich wollte mir selber keine Hoffnungen machen. Ich hab dich verdammt gern und es macht mir eine Heidenangst, weißt du? Und jetzt…“ Er hob hilflos die Schultern. „Es ist nur schlimmer als vorher.“
Jacky biss sich auf die Lippen.
„Du musst keine Angst haben.“
„Nein?“
„Ich…“ Sie räusperte sich. „Ich kann dir nicht garantieren, dass es nicht wehtut, oder dass ich nicht doch irgendwann dein Herz über offenem Feuer röste, aber…wir können es versuchen, oder?“
Sven stockte der Atem.
„Bist du sicher?“
Sie schloss die Augen für einen Moment. Öffnete sie wieder. Ihre dunklen Augen hielten die seinen fest.
„Sicher wie die Sonne nach der Nacht.“
Er trat näher. Bis er sie beinahe berührte.
„Dann halt still“, flüsterte er.
Seine Lippen berührte die ihren, sachte, vorsichtig.
Jacky machte ein ungeduldiges, kehliges Geräusch. Ihre Hand lag auf seiner Schulter. Sven legte einen Arm um sie und zog sie näher.
„Okay?“ wisperte er.
„Ja.“
Der zweite Kuss war mehr, viel mehr. Jackys andere Hand umfasste Svens Nacken, seine freie Hand griff in ihr offenes Haar. Ihre Lippen öffneten sich, um ihm Einlass zu gewähren. Er biss ihr sachte auf die Unterlippe und schluckte das Geräusch, das sich ihrer Kehle entrang, mit seinem Kuss.
„Sven“, murmelte sie und wich ein Stück zurück.
„Hm?“
„Magst du mich wirklich oder bin ich nur…ein Haken auf deiner Liste?“
Er lachte leise.
„Jacky. Jacky Ramirez. Ich habe für dich angefangen, Spanisch zu lernen. Ich denke beim Aufwachen an dich und beim Einschlafen – und manchmal auch davor –“ – er grinste, Jacky stöhnte – „und wenn ich in die Cafeteria gehe und dich sehe, dann wird der beschissenste Tag besser und mein Herz schlägt wie ein Presslufthammer. Ich weiß, wir tun hier nur so, als ob. Aber das sind, ehrlich, die besten zwei Abende meines Lebens gewesen. Und du bist kein ‚Haken auf meiner Liste‘, weil ich nie damit fertig sein werde, dich zu mögen.“
„Jacky? Was für ein ungewöhnlicher Name! Ist das – in deiner Heimat üblich?“
„Nein, Jacky ist weder ein deutscher noch ein mexikanischer Name“, sagte Jacky trocken. „Meine Mutter hat ihn ausgesucht. Am besten fragen Sie sie.“ Sie zwang sich zu einem Lächeln, obwohl sie das Gefühl hatte, eher die Zähne zu fletschen. Die Tante aus der Familie der Braut lächelte überrascht.
„Oh, Mexiko! Wie schön! Ich wollte schon immer einmal Machu Picchu sehen; die Maya waren schon eine faszinierende Kultur, nicht?“
„Machu Picchu liegt in Peru und wurde von den Inkas erbaut.“ Sven legte einen Arm um Jackys Schulter. „Jacky hat Aztekenblut in den Adern, nicht wahr, Schatz?“
„Und was machst du hier in Deutschland?“ Der Ehemann der Tante legte die gleiche hilflose, befremdete Höflichkeit an den Tag.
„Ich lebe hier.“
„Ja, ach so, nein, so meinte ich das nicht, Entschuldige!“ Er lachte nervös. „Ich meine, was machst du so? Was studierst du?“
Jacky sah ihm geradewegs in die Augen. „Ich mache eine Tischlerlehre.“
„Oh! Wie ungewöhnlich!“ Die Tante lachte wieder überrascht. „Das machen nicht viele Mädchen, oder?“
„Nein.“
„Du bist halt was Besonderes, Schatz.“ Sven grinste sie an.
Der Ehemann räusperte sich. „Und wie habt ihr euch dann kennengelernt?“
„Die Berufsschule und die FH teilen sich einige Gebäude. Vor allem die Mensa. Na, und wenn man sich jeden Tag beim Neun-Uhr-Kaffee sieht…“
„Wie schön!“
Jacky zwang sich zu einem weiteren Lächeln. Das Paar entfernte sich hastig.
Sven schnaubte. „Und ich dachte, deine Cousine sei schlimm. Aber die kennt immerhin mehr Adjektive als ‚schön‘ und ‚ungewöhnlich‘.“
„Sven.“ Jacky legte ihm eine Hand auf die Schulter und sah ihm tief in die Augen.
„Ja, Jacky?“
„Wenn du mich noch einmal ‚Schatz‘ nennst, reißt dir mein Aztekenblut bei lebendigem Leib das Herz heraus und isst es, während es noch schlägt.“
„Oh, Ramirez.“ Sven seufzte, die Mundwinkel noch immer leicht nach oben geschwungen. „Das hast du doch schon längst getan.“
Sie riss sich los. Hatte dieses schicke Weingut, oder was auch immer dieser Ort war, denn nirgendwo eine Toilette?
Díos mío! Was passiert hier mit uns? Warum sagt er solche Sachen? Warum steht er für mich ein? Und warum schlägt mein Herz so schnell?
„Du hättest mich wirklich nicht abholen müssen,“ sagte Jacky, als sie wieder in Svens Auto stieg. „Die Kirche ist mit dem Bus gut zu erreichen.“
„Ich lasse meine Begleitung doch nicht in hochhackigen Schuhen mit dem Bus zur Hochzeit fahren,“ protestierte Sven. „Ich bin schließlich anständig.“
Jacky kam um eine Antwort herum, weil sie den Rock ihres Kleides zurechtziehen musste. Es war gelb und etwas asymmetrisch – weswegen der Rock eine komplizierte Angelegenheit war.
„Wenn ich mir deine Schuhe so ansehe,“ fuhr Sven fort, „dann fürchte ich mich schon vor dem Moment, in dem die Tanzfläche eröffnet wird.“
„Sehr weise“, spöttelte Jacky. „Mach dir nicht ins Hemd. Du bleibst einfach stehen wie ein Stock und ich tanze zur Abwechslung mal um dich herum.“
„Hahaha.“ Sven wechselte die Spur und bog schwungvoll ab. „Was kann ich denn dafür, dass mir niemand gesagt hat, wie Walzer funktioniert?“
„Du kennst nicht mal die Schritte?“ Jacky sah ihn ungläubig an. „Das erklärt natürlich einiges.“
„Du tust ja gerade so, als sei es das Ende der Welt.“
„Es ist natürlich ein gravierendes gesellschaftliches Defizit.“
Sven warf ihr einen skeptischen Blick zu, aber als ihre Mundwinkel zuckten, musste auch er lachen.
„Du bist also Jacky?“ Lars Landers schüttelte Jackys Hand kräftig. „Du bist eine Legende in unserem Hause.“
„Lars.“
„Pst, Kleiner.“ Lars grinste Sven an und wandte sich wieder an Jacky. „Unser Brüderchen spricht seit Jahren von keiner anderen mehr. An dem Tag, als er dich kennenlernte, legte er sich einen Kamm und ein Spanischwörterbuch zu.“
Jacky sah erst Sven und dann seine Brüder sprachlos an. Sven war feuerrot angelaufen und mied ihren Blick. Björn, Gerrit und Lars Landers sahen sie mit dreifachem breitem Grinsen an.
„Ähm. Danke. Der Kamm hilft leider nicht viel.“ Mit einer Hand fuhr Jacky leicht über Svens zurechtgegelten Schopf, der seinem Gesicht in Röte um nichts nachstand. Sven zuckte zusammen und sah sie an, als hätte sie zwei Köpfe.
„Perdón.“ Sie nahm die Hand rasch wieder weg. „Das macht’s nicht besser.“
„Ach Gott, seid ihr süß.“ Lars grinste, aber er ging zu Jackys Erleichterung nicht weiter auf sie ein. Stattdessen zog er Björn mit sich in Richtung der Kirche. Es würde bald losgehen.
Sobald seine Brüder weg waren, hörte Gerrit auf zu lächeln. Er sah Sven und Jacky mit hochgezogenen Brauen an. „Kommt ihr zurecht?“
Jacky sah Sven erschrocken an, aber er nickte nur. „Wir haben ja Übung.“
„Die Geste mit Svens Haaren war gut. Das wirkte richtig echt.“
„Das, ähm“, Jacky räusperte sich ergebnislos. „Das war nicht so abgesprochen. Hätte ich nicht machen sollen.“
Gerrit sah zwischen ihnen beiden hin und her und seufzte erdenschwer. „Sowas kann auch echt nur straighten Leuten einfallen.“ Mit diesem vernichtenden Urteil drehte er sich um und folgte Lars und Björn.
Jacky sah Sven fragend an. „Er weiß Bescheid?“
„Ja. Gerrit hat Verständnis für das Bedürfnis, dummen Fragen über das Liebesleben zu entgehen.“
„Ist er…?“
„Schwul? Ja.“ Sven runzelte die Stirn. „Ist das ein Problem?“
Jacky verdrehte die Augen. „Eine meiner besten Freundinnen ist mit deiner Cousine zusammen, du Scherzkeks.“
„Ach, richtig.“ Sven stöhnte. „Die beiden haben schon angedroht, uns nicht aus den Augen zu lassen.“
„Das wollen wir doch mal sehen“, schnaubte Jacky. „Im Spionieren und Schleichen habe ich Sarah immer noch einiges voraus.“
Anzug steht ihm, das kann man ganz objektiv so sagen. Heute wirkt er auch gelassener als letztes Mal. Wahrscheinlich, weil es seine Familie ist. Da können seine Brüder ihn noch so sehr triezen. Wobei ich glaube, dass er nicht wollte, dass ich von dem Spanischwörterbuch erfahre. Ist ja irgendwie süß.
Und Gerrit hat irgendwie auch Recht – als falsches Pärchen auf eine Hochzeit zu gehen ist bescheuert. Aber es ist witzig und ein bisschen aufregend, dieses Geheimnis zu haben. Und wie gesagt, mit Sven kann man ganz gut Pferde stehlen sich verschwören. Und Sarahs blöde Anspielungen kontern.
„Na, wie war’s?“ Kalliope setzte sich rittlings auf Jackys Schreibtischstuhl und sah die Freundin erwartungsvoll an.
„Okay.”
„Okay? Details, bitte!”
Jacky seufzte. „Willst du ein Transkript? Es war okay. Sven war…okay. Kaum blöde Bemerkungen, und unpassend angefasst hat er mich auch nicht. Wenn man mal davon absieht, dass er nicht tanzen kann.“
„Nein, das kann ich mir vorstellen.“ Kalliope grinste und lehnte sich ein Stück zurück, um Jacky prüfend anzusehen. „Das heißt also, du hast dich ein bisschen für ihn erwärmt?“
„Erwärmt?“ Jacky verzog das Gesicht. „Ich bin froh, dass die Aktion reibungslos verlaufen ist, das ist aber auch alles.“
„Dir ist hoffentlich klar, dass Sven dir da einen echten Gefallen getan hat?“
„Ich revanchiere mich. Ich geh mit ihm auf die Hochzeit seines Bruders. Als sein Alibi.“
Kalliope runzelte die Stirn. „Der Junge ist bis über beide Ohren in dich verliebt. So zu tun, als ob kann nicht leicht gewesen sein.“
„Ach ja?“ Jacky zupfte unbehaglich an ihrer Bettdecke herum und mied Kalliopes Blick.
„Ja.“
„…“
„Tu mir einen Gefallen und sei ehrlich mit ihm.“
„Warum verteidigst du ihn denn auf einmal?“, fragte Jacky abwehrend. „Du sagst doch selbst immer, dass er es übertreibt, wenn er mich alle paar Tage um ein Date bittet.“
„Ja, schon.“ Kalliope fuhr mit dem Finger die Maserung der Schreibtischplatte nach. „Aber ich glaube, dass es ihm wirklich ernst ist. Und in den letzten Wochen hat er kaum irgendwas versucht. Außerdem ist er ein anständiger Kerl.“
Es ist ihm ernst? Mann, Kalliope! Sag mir das doch nicht hinterher! Scheiße, was mache ich denn jetzt? Ich kann nicht absagen – das wäre echt fies. Aber wenn ich wieder mit ihm tanze, dann denkt er vielleicht, dass ich ihn auch mag.
Tue ich ja auch. Also. Er ist nett. Und man kann sich mit ihm verschwören. Da verstehen wir uns. Aber mag mag ich ihn?