#Puppen die aufgezogen werden. Olympia aus "Hofmanns Erzählungen". #FAV14 (hier: Theaterfestival FAVORITEN 2014)
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#Puppen die aufgezogen werden. Olympia aus "Hofmanns Erzählungen". #FAV14 (hier: Theaterfestival FAVORITEN 2014)
Ben J. Riepe Kompanie Tag 2- WHITE VOID #14 A #FAV14 (hier: Theaterfestival FAVORITEN 2014)
Zusammenrücken
Es war ein turbulentes Theaterjahr 2013/14. Wie turbulent, das ist uns auch erst richtig beim Schreiben des Programmhefts klargeworden. So viele Reisen, Seherfahrungen, Begegnungen, die allesamt Wegbereiter gewesen sind für das Festivalprogramm, das am Mittwoch erscheint. Woraus die Konzentration für den Oktober entstanden ist, das möchten wir derweil mit euch gemeinsam anschauen. Vielleicht geht ja der ein oder andere mal einen Weg nach. Wir sind mit einer echten Landkarte von Marc Nikoleit auf jeden Fall bestens darauf vorbereitet.
Lebendiges Zeugnis für die unglaubliche Vielfalt und das kontinuierliche Engagement von Institutionen und Akteuren der Freien Darstellenden Künste NRWs und eine kleine Ahnung der Verbindungspunkte ins Umland:
Hier geht es zur Landkarte:
Eines lässt sich schon verraten: es bleibt voll!
Wir sehen uns morgen bei unserer Pressekonferenz im alten Museum Ostwall MAO!
Nach mittlerweile vier #FAV14 Erkundigungen haben wir unsere Blogstruktur angepasst, damit Ihr euch einen besseren Überblick verschaffen könnt. Viel Spaß beim Stöbern! favoriten2014.tumblr.com (hier: #nikoleit)
Kurze Pause - vorbei! #FAV14 #Erkundigungen #4 am 3.4. in Hamm 2/2
Brückenschläge interessieren auch in Düsseldorf: Großes Haus und Junges Schauspielhaus miteinander zu verweben – auch dafür ist Barbara Kantel angetreten. Hausregisseure arbeiten mit Kindern und Jugendlichen. Die erobern in gemeinsamen Produktionen die Bühne und sind plötzlich diejenigen, die Erwachsenen den ersten Theaterbesuch verschaffen. Dieses Erproben verschiedener Formen von Theater, auch als Reaktion auf komplexe gesellschaftliche Situationen, begreift Barbara Kantel als Aufgabe eines kritischen Theaters per se: „Es ist ebenso unsere Aufgabe, Dinge vorzustellen, die man noch nicht kennt.“ Und so braucht es auch den Schulterschluss auf künstlerischer Ebene – zum Beispiel in Kinder- und Jugendproduktionen mit PeterLicht oder vorschlag:hammer.
(http://duesseldorferschauspielhaus.de/de_DE/Junges_Schauspielhaus/Vorstellungen)
2001 gegründet, hat sich das Consol Theater (www.consoltheater.de) in Gelsenkirchen unter der Co-Leitung von Andrea Kramer zu einem renommierten Kinder- und Jugendtheater entwickelt, dass sich ebenfalls in die Mitte der Gesellschaft rückt. Getragen wird das Haus von einem vielgestaltigen Spiel- und Arbeitsbereich, der sich an alle Generationen richtet. Vom Senioren Einsatz Kommando bis hin zu politischen Salons, begreift sich das Consol Theater als Forum der Gesellschaft. Wie sieht der Stoffwechsel zwischen den verschiedenen Aktionsbereichen des Hauses aus? Wo ergeben sich Schnittmengen? Wie schafft man Räume, in denen ein offener Austausch möglich ist?
Dass Kinder- und Jugendtheater nicht nur an der Schnittstelle von Kultureller Bildung und Kunst liegt, sondern beide Bereiche souverän bespielt, dafür arbeitet das Kinder- und Jugendtheaterzentrum der Bundesrepublik Deutschland (www.kjtz.de) in Frankfurt. Diskurse anregen, die Vernetzung voranbringen, Möglichkeitsräume künstlerischen Arbeitens erschließen. Anna Eitzeroth begleitet hier das Projekt „Wege ins Theater“, einem Förderprogramm, das Theater- und Kulturorten Möglichkeiten schafft sich in produktive Zusammenarbeiten mit anderen Institutionen und Menschen zu begeben. Theater als Sozialraum zu begreifen – was bedeutet das eigentlich?
Ben J. Riepe (www.benjriepe.com) nähert sich diesem Anliegen auf künstlerische Weise. Er schafft Räume, die zum gemeinsamen Verweilen einladen, die eine Auseinandersetzung von allen Akteuren einfordern. In seinen WHITE VOID_SERIES verwandelt er den Theaterraum in bewegte installative Felder, die die geteilte Erfahrung brauchen. Ausgehend von einem klar künstlerischen Interesse initiiert er die Zusammenarbeit mit Akteuren aus der Stadt – und öffnet damit die Theaterräume auch für neue Teilnehmer. Die Auseinandersetzung mit Material und Stimmungen steht hier oftmals im Fokus.
So auch bei unserem diesmaligen Gastgeber, dem HELIOS Theater (www.helios-theater.de) in Hamm. Barbara Kölling und Michael Lurse arbeiten nun seit vielen Jahren an den sich ständig im Wandel befindenden Formen des Kinder- und Jugendtheaters. So begann auch vor einigen Jahren die Hinwendung zum Theater für die Allerkleinsten. Ausgehend von künstlerischen Bewegungen in Frankreich, liegt in diesem Bereich gerade das Potential, Konfigurationen zu bilden, die ein gemeinsames Tätigsein ermöglichen. Wie ragt diese Arbeit in das Haus hinein – und wie heraus?
Kommt mit auf die Suche nach dem, was den Theaterraum heute ausmacht und formatiert – wie lässt sich Theater als Raum gemeinsamen Tätigseins herstellen? Wie lassen sich die Grenzen zwischen Kunst und Sozietät neu justieren? Was sind die ästhetischen Strategien, die das Teilen braucht? Und muss es da einen Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen geben?
Teilt Eure Fragen und Meinungen dazu mit uns! Wir sehen uns in Hamm.
Placing in coordinates - #FAV14 #Erkundigungen #3 im Maschinenhaus Essen
Lasst uns versuchen, ein Koordinatensystem für die Debatte unserer FAV14 / Erkundigungen #3 in Essen zu bestimmen. Zwei Achsen: Haus und Nicht-Haus. Auf der Einen also die Hausherren und Bewohner der festen und zu verwaltenden Häuser, auf der zweiten Achse die raumschaffenden und -nutzenden kollektiven Arbeitsstrukturen, die in Form von Kollaborationen und Netzwerken denken und handeln. In diesem Raum spannen sie sich auf, die geladenen Gäste. Das Maschinenhaus Essen sowie die Initiative kitev im Oberhausener Bahnhofsturm konfigurieren Freiräume in pragmatischer und räumlich-architektonischer Hinsicht, die vor allem zum Abgeben an künstlerische Akteure gedacht sind. Neue Dringlichkeit aus Zürich und die nomadisierende Studierendeninitiative Cheers For Fears schaffen Räume für Anliegen. Räume entstehen mit gesellschaftlichen Diskursen, in künstlerischem Austausch – und werden dann je nach Vorhaben eben auch als architektonische Realität mit ausgewählten Kooperationspartnern gesucht – oder eben einfach im öffentlichen oder privaten Raum behauptet. Das Salon Atelier in Dortmund schließlich ist vor 5 Jahren aus einem Bedürfnis nach Arbeits- und Werkraum erwachsenen und hat sich mit den Jahren, ausgehend von ihrem Ladenlokal, einem ehemaligen Frisörsalon in Dortmund, mehr und mehr zu einem Netzwerkanker entwickelt.
Die ständige Re-Konfiguration des eigenen Arbeitens in diesem Raum zwischen den Achsen erscheint an diesem Abend als Kern des künstlerischen Arbeitens. Die Selbstverortung zwischen Stabilität und freier Bewegung in Auseinandersetzung mit den jeweiligen Kontexten als unbedingte Notwendigkeit einer verlässlich kritischen Kunst. Konkreter Raum und Anliegen formatieren sich gegenseitig, das Verhältnis muss ständig bestimmt werden. Auch um damit immer wieder Punkte der Offenheit zu finden: Es reicht nicht, einen Raum einfach als offen zu markieren, ohne die Kriterien der Offenheit wach zu bedenken. Meinen wir Offenheit für ein möglichst breites künstlerisches Spektrum? Die Öffnung der entstehenden Formen auf einen möglichst großen Ausschnitt der Bevölkerung? Kurz beschäftigen wir uns mit einem Themenfeld rund um Formate der Vermittlung. Welche Freiräume entstehen im sozialen Raum?
Das Bewegtsein stellt sich als Schlüsselmotiv heutigen künstlerischen Arbeitens heraus. Doch wie stark sind wir hier bereits vereinnahmt vom Denken des Neoliberalismus? Mobil, flexibel, schnell – Vokabeln, die ausgebeutet von einem kapitalistischen Verwertungssystem kaum noch für etwas anderes stehen können als ökonomische (Selbst-)Verwertung. Bis jetzt offen die Frage, wie wir uns der Vokabeln und ihrer Inhalte neu bemächtigen können. Ähnlich stets mit dem Feld der Institution. Sowohl auf der Seite der freien Häusern und der Arbeitsstrukturen, herrscht in erster Linie zunächst große Skepsis bei der Selbstbenennung als Institution. Zu negativ besetzt das inhaltliche Feld rund um diesen Begriff: Unbeweglichkeit, Abhängigkeit, Intransparenz, Politisierung, Herrschaftlichkeit – Vieles was Räume begrenzt und beschneidet. Doch ist es nicht ein Kurzschluss, Institutionen mit Apparaten gleichzusetzen? Beinahe herrscht Konsens, dass es nicht um eine Ablehnung des Prinzips Institution gehen kann, sondern dessen Umgestaltung und Interaktion auf Augenhöhe. Institutionen können Möglichkeitsräume – und der selbstbestimmte Künstler kann sich selbst ohnehin immer auch als gut sortierte Mini-Institution denken. Das allerdings ist keineswegs widerspruchs- und problemfrei. Und ohne Zweifel gewinnt die Auseinandersetzung nochmal wesentlich an Komplexität, wenn die Achse der Fördergeber mitgedacht wird. Ein weiterer Raum, den es produktiv mitzugestalten und zu bedenken gibt.
Wir bleiben stehen mit der Vorstellung, dass es kluger Strategien bedarf, sich im hybriden Feld der Beziehungsräume zu positionieren und damit als ein Akteur unter Vielen auch immer die Situation mitzubestimmen. Da braucht es auch das Selbstverständnis eines jeden Beteiligten, sich als Handelnder auf Augenhöhe zu verstehen. Welche Gegenräume ließen sich damit denken und Architekturen der offenen Begrenzung entwerfen? Braucht es eine neue Logik des gesellschaftlichen Raumes? Wenn ja, wo und bei wem liegen die Bezugspunkte? Klar wird mindestens: Raum ist als Feld der Verbundenheiten zu denken.
#Erkundigung #3 Maschinenhaus Essen 20.3.2014
Hier ein kleines Video zu unserer letzten Erkundigung.
Alles auf Anfang! - #FAV14 #Erkundigung #3 in Essen
Unser größtes Glück bestand darin, dass der Marstall in München uns auf der Probebühne vergessen hat.
Veit Sprenger, Showcase Beat le Mot
Wo sind in Zeiten programmatischer Förderstrukturen und straffer Bachelorstudiengängen Orte, an denen man frei denken, ausprobieren oder einfach scheitern kann? Wo liegen die Startmarkierungen für den Nachwuchs und wo können sich auch erfahrene Künstler auf Neuland erproben? Immer seltener ist es den Häusern möglich, Künstlern ein solches Labor zu stiften. Woran also mangelt es? An Freiheit oder Struktur? Geld oder Mut? Und vor allem: wer schließt sie auf, die Freiräume der Kunst?
Wir freuen uns sehr, diese Fragen im Rahmen der ersten Scratchnight im Maschinenhaus Essen (http://www.maschinenhaus-essen.de) stellen und diskutieren zu können. Als ein Teil dieser neuen Veranstaltungsreihe im Haus, bei der mit dem Maschinenhaus assoziierte Künstler in Form von Take Outs, Miniperformances und Vorstellungsgesprächen ihre Arbeit präsentieren, wird uns Fabian Sattler als 1. Vorstandsvorsitzender Rede und Antwort stehen, wie sich dieser „Produktionsort der Künste“ selbst begreift und ob Freiraum sich institutionalisieren lässt.
Wie sehr es diese Räume für den (studentischen) Nachwuchs braucht und wie wichtig es ist, dabei auf bereits existierende Infrastrukturen zurückgreifen zu können, wird uns Jascha Sommer von Cheers For Fears (http://www.cheersforfears.de) näher erläutern. Die nomadisierende Studenteninitiative katalysiert den institutionsübergreifenden Austausch zwischen den Unis, denkt gemeinsam über strukturelle und ästhetische Ausbildungsvoraussetzungen nach und sucht nach Modi der Umverteilung von Deutungshoheiten. Als Nächstes manifestiert die kontinuierlich arbeitende Initiative sich im Ringlokschuppen Mülheim in einem Festival, das sich als Sichtbarmacher und große Arbeitsplattform versteht.
Einen architektonischen Blick auf Räume der Zukunft erhalten wir von Agnieszka Wnuczak und Christoph Stark. Gemeinsam mit weiteren Kollegen haben sie den alten Bahnhofsturm in Oberhausen zu einem Atelier für Künstler verwandelt und beleben ihn nun mit ihrer Initiative kitev – Kultur im Turm (http://kitev.de). Hier wollen sie selbstgemachten Raum für kommende Ideen und Aktionsformen an Künstler und Aktivisten abgeben.
Über das Selbstmachen eines Ortes kann auch die Dortmunderin Silke Schönfeld vom Salon Atelier Dortmund (http://www.salon-atelier.de) sprechen. Seit mittlerweile 5 Jahren hat sich dieser ehemalige Frisiersalon im Umfeld der Rheinischen Straße als Ort des gemeinsamen Tätigseins etabliert, der je nach Handlungsbedarf zur Werkstatt, zum Showcase, zum Atelier oder zum temporären Workshopraum umfunktioniert wird.
Dass die Freiräume nicht zwangsläufig nur innerhalb von Architekturen oder Institutionen zu finden sind, sondern in gesellschaftlichen (Denk-) Strukturen wie etwa dem Kollektiv, leben und praktizieren die Mitglieder der Neuen Dringlichkeit aus Zürich (http://nd-blog.org). Maja Leo, Miriam Walther Kohn und Stephan Stock werden uns ihre politische Sichtweise näherbringen und vermutlich zu mehr Dringlichkeit aufrufen.
Wie immer freuen wir uns sehr auf Euch, und die Räume, die ihr noch für uns bereithaltet!