Anfang Oktober 2019
Zum Mittag gibt es Geheim-Quinoa, Undercover-Panini und Privat-Currywurst
Für die neue vegetarische Cafeteria an der nennen-wir-sie-einfach-mal-Alan-Smithee-Universität wird eifrig geworben, nämlich mit in den anderen Cafeterien hängenden laminierten Plakaten im A3-Format. Auf der Webseite sucht man erstens nach dem Alleinstellungsmerkmal "nur vegetarische Speisen" vergeblich, und außerdem ist kein Speiseplan für die Mittagszeit online verfügbar.
Da laminierte Zettel im A3-Format mir selten auffallen, entdecke ich die Cafeteria nur zufällig, als ich jemandem, der zu Besuch ist, den Campus zeige. Das Personal der Cafeteria winkt uns herein, kommen Sie mal gucken! Sie müssen nichts kaufen! Nur gucken! Wir staunen über die Auswahl an Essen und Getränken und über das spacige Design des Raumes. Zwei Stunden später bringe ich 6 Kolleg_innen mit zum Mittagessen in dieser Geheimcafeteria. Das Personal ist hocherfreut, dass ich ihnen beim Werbungmachen helfe.
In der nächsten Woche möchte ich hier wieder zu Mittag essen, aber nur vielleicht, das kommt darauf an, was es zu essen gibt. Um das herauszufinden, muss ich höchstpersönlich morgens einen Umweg machen, um mit meinen eigenen Augen das Mittagsmenü zu ermitteln.
Ich mache ein Foto, um es meinen Freund_innen weiterzugeben. "Fotos machen ist verboten", ermahnt mich die Person an der Kasse. Ich: "Wie? Aber wo finde ich denn den Speiseplan? Online ist nichts zu sehen." Sie: "Fotos sind verboten. Ich persönlich möchte, dass viele Leute hierher kommen, aber Fotos sind verboten. Aber sagen Sie bitte allen, die Sie kennen, Bescheid, was es hier gibt. Aber keine Fotos machen, ZWINKER."
Ich bedanke mich für den Tipp und schicke das Foto, das ich natürlich nicht gemacht habe, an meine Kolleg_innen, um die Planung des Mittagessens anzustoßen. Es gibt Panini, Quinoa und vegetarische Currywurst.
(Alina Smithee)












