Rhabarber-Apfel-Pie: Resteverwertung leicht gemacht
Pies sind eine wunderbare Möglichkeit, um Obst zu verwerten, bevor es schlecht wird. Wenn du zum Beispiel kürzlich meine Rhabarber-Schnecken gebacken hast, hast du jetzt garantiert noch Rhabarber übrig – und der sollte gegessen werden, oder?
Leider ist mein Pie dieses Mal nicht ganz so dekorativ geworden, weil es über Pfingsten so unglaublich heiß war. Bei 24 °C in der Küche wird die Butter im Teig so schnell weich, dass man mit dem Kühlen gar nicht hinterherkommt, bevor alles ultraelastisch wird. Das ändert aber nichts am hervorragenden Geschmack und daran, dass ich erfolgreich Obst verwertet habe.
Die perfekte Füllung für deinen Frucht-Pie
Für einen Standard-Frucht-Pie solltest du etwa 800 g bis 1 kg Obst für die Füllung rechnen – netto, also ohne Schalen und geputzt. Je offener der Pie-Deckel ist, desto mehr Füllung kann der Pie vertragen.
Zuckeranteil nach Frucht:
Für sehr saure Früchte wie Rhabarber verwendest du 15 bis 20 % Zucker
Für milde Früchte wie Äpfel 10 bis 15 %
Gebunden wird mit Stärke oder Mehl – das mache ich nach Gefühl.
Meine Apfel-Rhabarber-Kombination
Mein Apfel-Rhabarber-Pie besteht aus 404 g Rhabarber und 532 g Apfel. Für den Rhabarber habe ich 80 g Zucker (20 %) und für die Äpfel 53 g braunen Zucker (10 %) gewählt, das Ganze gemischt und dann erst mal stehen lassen, bis die Früchte Saft gezogen haben. In der Zeit kümmere ich mich schon gerne um den Pie-Boden.
Dann habe ich zum Obst nach und nach Stärke oder Mehl hinzugegeben. Die Flüssigkeit der Füllung sollte von der Konsistenz etwa an Honig erinnern, damit sie später auch garantiert fest wird.
Füllung verfeinern – so geht's
Was das Verfeinern der Füllung angeht: Eigentlich immer passt eine Prise Salz in die Füllung. Der Rest nach Geschmack:
Ein Spritzer Zitronensaft
Ein Teelöffel Zimt oder Vanilleextrakt
Etwas Mandel- oder Orangenaroma
Da ist der Kreativität kaum eine Grenze gesetzt.
Rezept: All-Butter Pie-Teig
Bevor du jetzt verzweifelst, weil du gar kein Rezept für einen Pie-Teig hast, folgt dieses unverzüglich. Mein Pie-Teig basiert auf dem all butter, really flaky pie dough von Smitten Kitchen. Idealerweise hast du hierfür einen Food-Processor. Es geht auch von Hand, aber mein Pie ist seit der Umstellung deutlich besser geworden.
Zutaten für einen 23 cm Pie mit Deckel:
245 g Weizenmehl Type 405
10 g Zucker
4 g Salz
170 g Butter
90 g Wasser (eisgekühlt)
45 g Wasser (eisgekühlt)
Zubereitung:
Mehl, Zucker und Salz vermischen. Dann die Butter in knapp 1 cm dicke Scheiben schneiden und alles zusammen für 15 Minuten in den Gefrierschrank stellen. Ebenfalls das Wasser in den Gefrierschrank stellen, aber nicht mit den anderen Zutaten mischen.
Die Mehlmischung und die Butter dann im Food-Processor kurz pulsen, bis keine Butterscheiben mehr intakt sind. Es sollen aber sichtbare Butterstücke bleiben. Die 90 g Wasser zugeben, ein paar Mal pulsen und dann unter Zugabe des weiteren Wassers pulsen, bis der Teig gerade so zusammenkommt. Du wirst nicht alles an Wasser brauchen.
Sobald der Teig anfängt, eine Masse zu bilden, schnell mit den Händen zusammendrücken, in zwei identische Teile teilen, diese zu runden Scheiben drücken und in Frischhaltefolie gewickelt für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank geben.
Pie zusammensetzen und backen
Die Scheiben werden nach der Kühlung rund für die Pieform passend ausgerollt. Zuerst kommt der Boden in die Form, dann die Füllung und zum Schluss wird der Deckel aufgesetzt, beide Teiglagen getrimmt und durch Crimpen verschlossen.
Der zusammengesetzte Pie kommt dann bei 190 °C Ober-/Unterhitze für 50 bis 60 Minuten in den vorgeheizten Ofen.
Besonders wichtig: Den Pie mindestens 3 Stunden abkühlen lassen, bevor er angeschnitten wird.











