I hope you survive the stupidity of the Word Wide Web
Insiderwitze sind großartig. Wir lieben sie, weil wir Insider sind, weil wir verstehen, worauf sie anspielen und sie deswegen nicht nur lustig finden, sondern uns eventuell auch etwas klüger fühlen als unsere Umwelt.
Und wir hassen Insiderwitze, wenn wir sie nicht verstehen. Weil wir uns augeschlossen fühlen.
Wenn ich einen offensichtlichen Insiderwitz nicht verstehe, dann finde ich mich entweder damit ab, oder ich investiere meine Energie und Zeit darin herauszufinden, was er zu bedeuten hat, damit ich ihn witzig finde.
Referentieller Humor ist mein Lieblingshumor, weil er Denkarbeit erfordert, aber deswegen auch um so vieles besser und vielschichtiger als als der “normale” Humor. Ich lache während den “Deadpool”-Filmen, finde der Moment als Luke sein Comic-Kostüm in der “Luke Cage”-Netflix-Serie trug, war der beste in irgendeiner Superheldenserien jemals, und freue mich immer, wenn ich irgendwo direkte oder indirekte Zitate entdeckte.
Ich habe vergleichende Literaturwissenschaft studiert, vielleicht liegt es daran. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass es mir eine helle Freude war ins “Hannibal”-Fandom einzutauchen, indem ich die Serie anschaute, dann die Filme ansah und die Bücher las, und dazu die Fanfics las, und dann vergleichen konnte, was alle daraus gemacht haben und wer wie aus was verwiesen hat. So etwas gibt mir Lebenskraft, es macht mir Freude, es macht mich besser: Ich kann mein Gehirn auf so viele neue Arten vernetzen und so viel Neues entdecken, wenn ich die (leider) nur drei Staffeln meiner Lieblingsserie der 2010er, wieder und wieder anschaue.
Aber dann gibt es scheinbar die anderen, die Generation Internet, wie ich sie nenne, die zwar die Generation Internet ist, aber trotzdem irgendwie nicht in der Lage ist Referenzen zu erkennen und Insiderwitze als solche zu verstehen.
Ich bin mir nicht sicher, warum das so ist. Sind diese Leute zu blöd? Stimmt es, dass das zu schnelle Wechseln der Internetseiten auf dem Bildschirm Infos aus den Gehirn löschen? Wer weiß...
Fest steht, dass jemand der sich als “X-Men”-Fan bezeichnet den Teaser für die neue “Uncanny X-Men”-Serie verstehen sollte. “No One survives the Experience” lautet die Taglinen zur neuen ersten “Dissasemble”-Storyline und zu sehen ist ein Bild von allen aktiven X-Men von den verschiedensten Zeichnern. Und jetzt regen sich diese sogenannten Fans auf, weil sie denken, dass ist ernst gemeint und tatsächlich alle X-Men sterben werden.
Ja, wirklich.
Natürlich ist es nicht ausgeschlossen, dass das tatsächlich passiert (wenn auch unwahrscheinlich), zumindest vorübergehend, aber letztlich ist das einer dieser Insiderwitze, die mich lächeln ließen, als ich ihn das erste Mal sah.
Wie jeder X-Men-Fan weiß, ist “Welcome to the X-Men, I hope you survive the experience” ungefähr das berühmteste X-Men-Zitat aller Zeiten. Abgesehen davon gibt es inzwischen kaum einen X-Men, der nicht schon einmal tot war oder zumindest für tot gehalten wurde, also .... Was genau ist daran so unverständlich? Muss man das wirklich erklären, oder sich für die Tag-Line entschuldigen?
Bei der Generation Internet scheinbar schon, da diese Menschen nichts wissen, nichts kennen, keinen Sinn für Humor haben, und kein funktionierendes Gehirn besitzen, wie es scheint. Aber damit muss man sich wohl abfinden.









