Kurt hasst, auf Blaine zu warten. Er hasst, wenn er in der Wohnung alleine ist. Dann fühlt er sich immer so unwohl und einfach nur verdammt einsam.
Einsamkeit hasst er wirklich unbeschreiblich.
Gelangweilt sitzt Kurt vor der Wohnungstür, kniet auf seinen Hinterbeinen und leckt sich die rechte Handaußenseite, um sie dann zu seinem rechten Katzenöhrchen zu führen. So putzt er sich eine Weile, wartend und ab und zu auf den Zeiger der großen Uhr starrend, die neben der Tür hängt.
Es ist kurz nach 4 und allein der Gedanke, dass sein Herrchen gleich nach Hause kommt, lässt Kurts Herz schneller schlagen.
Aber der Zeiger rutscht immer weiter. Von Minute zu Minute und Blaine kommt nicht.
Traurig lässt Kurt sein Köpfchen hängen und fühlt sich an die Zeit erinnert, als er in der Kätzchen-Ausbildung war und jede Nacht im Dunkeln lag und voller Erwartung und Vorfreude von seinem zukünftigen Herrchen geträumt hat.
"Seid immer lieb und zuvorkommend zu euren Herrchen, dann sind die Menschen gut zu euch!", haben die Ausbilder immer gesagt. Und Kurt war immer schon sehr gut zu seinem Herrchen. Er liebt ihn schließlich.
Kätzchen werden so erzogen, dass sie ihre Herrchen lieben.
Nur in letzter Zeit hat Blaine Probleme bei der Arbeit, kommt ab und zu später nach Hause und ist meistens schlecht gelaunt.
Schritte vor der Tür reißen Kurt aus seinen Gedanken und er geht von seinen Hinterbeinen auf alle Viere und krabbelt seinem Herrchen entgegen, als dieser die Tür öffnet. Schnurrend drückt sich Kurt an Blaines Beine aber Blaine schenkt ihm keinerlei Achtung, sondern zieht sich die Schuhe aus, wirft seine Jacke auf den Boden und geht ins Wohnzimmer. Als Kurt hinterher gekrabbelt kommt, kniet er sich wieder hin. Einige Meter von Blaine entfernt und mustert ihn, während er sein Köpfchen schief legt.
In letzter Zeit ist es schwer geworden zu deuten, was Herrchen will oder wie er es will. Zögernd kriecht Kurt zu seinem Herrchen und setzt sich zu seinen Füßen hin. Blaine drückt auf der Fernbedienung herum und wirkt extrem genervt.
"Miaau?", macht Kurt und stupst mit seinem Näschen gegen Blaines Knie.
"Verzieh dich," mault Blaine und nickt mit seinem Kinn zur Ecke des Wohnzimmers. "Geh Körbchen."
Traurig krabbelt Kurt in sein Körbchen, rollt sich ein und schaut seinem Herrchen zu.
Er war doch früher so viel lieber ...
Langsam fallen Kurt die Augen zu, doch kurz bevor er am Einschlafen ist, hört er das laute Motzen seines Herrchens.
"Hab ich gesagt, dass du schlafen sollst, du faules Tier?"
Reumütig legt Kurt die Ohren an und drückt sein Kinn auf den Boden des Körbchens, um sich ganz klein zu machen.
"Hol mir ein Bier!"
Sofort springt Kurt auf und geht auf allen Vieren zum Kühlschrank. Theoretisch kann er schon laufen, aber da sein Herrchen das nicht will, wird er es auch nicht tun. Es ist nur immer schwierig, wenn Kurt vorm Kühlschrank kniet und Probleme hat die Tür aufzukriegen.
Obwohl das Aussehen der Kätzchen dem der Menschen, bis auf Öhrchen und dem langen Katzenschwanz gleicht, sind ihre Daumen eben nur beschränkt einsatzfähig.
Mit größter Mühe schafft es Kurt dann doch und kann auch ein Bier herausziehen. Er nimmt einfach seine beiden Hände und drückt die Bierflasche zwischen seine Handflächen.
Natürlich kann er so schlecht krabbeln, also steht er auf und beginnt in das Wohnzimmer zu laufen. Blaine starrt ihn so böse an, dass Kurt sofort die Ohren voller Angst anlegt und schnell das Bier abstellt, bevor er sich eilig wieder hinkniet.
"Komm her," sagt Blaine in dem kühlen und fordernden Ton, der eine Gänsehaut über Kurts nackten Körper jagt. Kurt schaut auf den Boden und zieht den Kopf leicht ein.
"Kurt, du willst nicht, dass ich es ein zweites Mal sage, glaub mir."
Kurt beißt sich auf die Unterlippe und krabbelt ganz dich zu Blaines Füßen.
"Hierher." Er klopft zweimal leicht neben sich, auf das Sofa und Kurt gehorcht.
"Habe ich gesagt, dass du laufen sollst?"
Wie hätte ich sonst das Bier bringen sollen?
Kurt schüttelt sein Köpfchen langsam.
"Ich bin sehr enttäuscht von dir. Schon wieder."
Auf einmal ist Kurt so kalt und er kann nicht verhindern, dass ihm Tränen in die Augen steigen. Er hasst es, wenn er Herrchen nicht zufriedenstellen kann. Er hasst das wirklich mehr, als alles andere, auf der Welt. Das nächste, was er hasst, sind die Strafen.
Als wäre Kurts Selbsthass und Reue nicht schon genug.
"Auf meinen Schoß!" Widerwillig legt sich Kurt auf Blaines Schoß, mit seinen Po auf der Seite, wo Blaines rechte Hand ist.
"Du bist wahrscheinlich einfach schon zu alt," sagt Blaine and landet den ersten Schlag mit seiner Hand auf Kurts blankes Hinterteil. Kurt hat seine Hände geballt und muss sich anstrengen, dass sich sein Schwanz nicht um Blaines Arm wickelt und versucht ihn wegzudrücken. Er gibt sich Mühe ruhig zu sein und die Strafe anzunehmen, um wenigstens zu guter Letzt ein braves Kätzchen zu sein.
"Sie arbeiten gerade an einem Modell, das sogar die Daumen bewegen kann."
Der nächste Schlag.
"Die Daumen, Kurt! Und du kannst nicht einmal die einfachsten Befehle befolgen."
Ein weiterer.
Dann klingelt Blaines Handy. Er zieht es aus seiner Hosentasche und lächelt, als er den Namen auf dem Display sieht.
"Bas! Du lebst ja noch!"
Kurt erkennt sofort, wie freudig sich sein Herrchen anhört. Er muss wohl mit Sebastian, seinem besten Freund telefonieren.
"Was? Du bist in der Stadt?"
Blaine reibt nun Kurts Pobacken, seinen Rücken und krault sogar Kurts Öhrchen. Glücklich fängt der Katzenjunge auf seinem Schoß zu schnurren an.
"Hmm, nichts Wichtiges. Ich bestrafe gerade mein Kätzchen ..."
Kurt spitzt die Ohren, wagt aber nicht, seinen Kopf zu Blaine zu drehen.
"Ja, okay, komm zu mir. Bis in einer Stunde dann. Okay, Ich mich auch. Bye."
Blaine legt auf und hört sofort auf, Kurt zu streicheln, sodass Kurt auch aufhört zu schnurren.
"Das war Sebastian, er kommt später vorbei. Weißt du, wie lange wir uns schon nicht mehr gesehen haben?"
Kurt zuckt mit den Schultern. Er hat Sebastian selbst noch nie gesehen, aber er weiß, dass er Herrchen viel bedeutet.
"Ein halbes Jahr, ist das zu glauben?"
Spielerisch gibt er Kurt einen weiteren Klaps auf den Po, woraufhin Kurt erschrocken zusammenzuckt. Blaine leckt sich die Lippen und es ist fast so, als hat ihm die Freude, Sebastian nachher zu sehen die Augen geöffnet, damit er wieder erkennt, was für eine Schönheit bei ihm auf dem Schoß liegt.
Ohne jede Vorwarnung stößt er Kurt von sich herab, der mit einem Jaulen auf dem Boden aufkommt. Blaine geht schnell zum Regal, wo immer ein Fläschchen Gleitgel steht, nimmt es heraus und geht wieder zu Kurt, der unterm Wohnzimmertisch kauert.
"Aufstehen, über den Tisch beugen!"
Kurt ist leicht verwirrt, weil er sich nicht sicher ist, ob er sich freuen oder Angst haben soll. Eigentlich hat er nicht das Gefühl, dass die Bestrafung schon vorbei ist, aber als Blaine ihn mit funkelnden Augen anschaut, hat er leicht Hoffnung, dass er doch zärtlich sein würde. Mal wieder. Aber in letzter Zeit ist Blaine einfach unberechenbar.
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"Nicht anfassen," ermahnt ihn Blaine nochmal, als er selbstgefällig zum Körbchen gesehen hat und erkannt hat, wie sehr Kurt unter seiner Erektion leidet. Blaine hatte eben groben Sex mit Kurt gehabt, ihm aber keinerlei Erlösung gewährt, sondern mit harten Penis ins Körbchen geschickt.
Seine Art der Strafe.
Einige Minuten später ist Kurt aber so verweint, weil er nicht aufhören kann daran zu denken, wie unzufrieden sein Herrchen ist, dass er schon gar nicht mehr hart ist, sondern einfach nur zutiefst deprimiert. Er ist so deprimiert, dass er gar nicht merkt, wie es später an der Tür klingelt.
Deswegen erschrickt er, als plötzlich ein junger Mann vor ihm kniet, der wohl in Blaines Alter sein muss.
"Hab ich dich geweckt? Entschuldige," sagt dieser lächelnd und mustert Kurt.
"Kann ich dein Kätzchen anfassen?", fragt er Blaine, der gerade aus der Küche kommt und zwei Bier dabei hat.
"Klar," sagt Blaine uninteressiert und setzt sich aufs Sofa.
Zögerlich wuschelt Sebastian durch Kurts Haare und beginnt dann eines seiner Öhrchen zu kraulen.
Schnurrend drückt sich Kurt gegen die Berührung und schließt genüsslich die Augen.
"Wie heißt er denn?"
"Kurt."
"Du hast aber flauschige Öhrchen, Kurt."
Kurt schnurrt noch intensiver und hebt sein Köpfchen nach oben, um Sebastians Hand lecken zu können. Seine Haut ist sogar noch besser als der Duft und er könnte ewig weiterlecken, aber der andere zieht urplötzlich seine Hand weg.
"Hast du geweint, Kurt?"
Verlegen reibt Kurt sich mit seinen Handausßenseiten über die tränennassen Wangen und hält den Atem an, als Sebastian plötzlich ein Papiertaschentuch in der Hand hat und sanft über seine Wangen streicht.
"Du bist ein bildschönes Kätzchen," flüstert er lächelnd und Kurt schaut zum ersten Mal in seine Augen.
Das Grün ist so sanft und warm und Kurt kann gar nicht verstehen, warum sein Herz plötzlich so rast oder sich seine Wangen so warm anfühlen.
"Komm Bas, du kannst nachher mit ihm spielen, lass uns reden," sagt Blaine und Sebastian steht auf, Kurt zuzwinkernd.