N°6: Von Himmel und Hölle
"Leise prasselte der Regen auf meinen verzierten Schirm. Die Luft roch nach feuchter Erde und der späte Herbst ließ mich mit seinem eisigen Wind schuldbewusst erzittern. Hinter mir tuschelten zwei, drei Leute über die Kragen ihrer tiefschwarzen Mäntel miteinander. Ich verstand nur vage Gesprächsfetzen: „Ach, das arme Ding ... jetzt schaut sie euch an ... der Verlobte tot ... so jung und schon so zerbrochen.“ Ein kalter Schauer jagte mir über den Rücken, als der Pater seinen letzten Satz aussprach und der Bestatter den schweren Sarg in das ausgehobene, dunkle Loch fallen ließ. An den weißen Rosen in meinen kalten Händen tropfte der Regen herab. Zitternd warf ich sie in die Grube und überließ es einem anderen, die erste Schaufel Erde auf den Sarg zu schütten."
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