Mit breiter Mehrheit hat der Senat der Goethe-Uni heute der Umbenennung des Grüneburgplatzes in Norbert-Wollheim-Platz zugestimmt. Mit dieser Umbenennung erfüllt sich der langjährige Wunsch von Holocaustopfern den Platz nach dem KZ-Überlebenden Norbert Wollheim zu benennen. Damit soll den Todesopfern gedacht werden, die in Konzentrationslagern der IG-Farben und durch das von den IG-Farben entwickelte Zyklon B-Gas umkamen. Norbert Wollheim überlebte die Torturen in einem KZ der IG-Farben und war der Erste, der nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich eine Entschädigungszahlung der IG-Farben erklagen konnte.
Langjährige Forderung
Die Namensänderung wird seit 2004 gefordert. Zuletzt hatte der Ortsbeirat die Umbenennung beschlossen, da der Grüneburgplatz jedoch auf dem Gelände der Universität liegt, muss sie zustimmen. Zunächst hatte die Uni vorgeschlagen, eine bisher namenlose Zufahrtsstraße nach Wollheim zu benennen. Jetzt wünscht sie sich eine Umbenennung im Rahmen eines "Gesamtkonzepts".
Umbenennung im "Gesamtkonzept"
Denn die obige Umbenennung ist nicht die einzige, die die Goethe-Uni gerne in diesem Zuge vollziehen will. Der als „Apellplatz“ bekannte Platz zwischen Casino-Anbau und Hörsaalzentrum soll in Theodor-W.-Adorno-Platz umbenannt werden, dazu ist geplant, den Schreibtisch Adornos, der sich auf dem jetzigen Theodor-W.-Adorno-Platz in Bockenheim befindet, zu verlegen.
Zudem soll die jetzige Lübeckerstraße in Max-Horkheimer-Straße umbenannt werden. Die letzte Umbenennung, bzw. Benennung betrifft das IG-Farbengebäude, dass nun offiziell als IG-Farbenhaus bezeichnet werden soll. In der Vergangenheit hatte es langjährige Diskussionen gegeben, ob das Haus offiziell Poelzig-Bau oder IG-Farbenhaus genannt werden solle
Weitere Platz- und Straßenumbennenungen an und in der Universität sind geplant.