17. Oktober 2019
Öffentliche Waschbeckenarchitekten finden schon wieder eine neue Möglichkeit, mich zu verwirren
Auf der Buchmessentoilette sind die Handtücher hinter den Spiegeln versteckt. Das steht groß genug dran, auf offiziellen Aufklebern und nicht wie sonst manchmal auf handschriftlichen Zetteln.
Allerdings sind alle Fächer leer, in die ich hineingreife. Erst nach dem vierten oder fünften sehe ich eine andere Frau dabei, wie sie vor dem Bewegungssensor auf dem Spiegel wedelt. Ein Papierhandtuch wird ausgegeben. “Ah, ich dachte schon, die sind alle leer”, sage ich. “Hab ich auch lange gedacht!”, sagen mehrere Leute um mich herum.
Theoretisch ließe sich der Sensor vermutlich auch da anbringen, wo man sowieso nach dem Papier fischt, so dass auch Ortsfremde den Handtuchspender versehentlich korrekt bedienen könnten. Aber das wäre zu einfach.
(Kathrin Passig)














