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Nietzsche on his Sick Bed by Hans Olde 1899
Portrait of Friedrich Nietzsche by Curt Stoeving 1895
Joseph Beuys, Eclipse solar y corona, 1978. Montaje; 2 hojas (arriba: foto de un grabado de Nietzsche de Hans Olde; abajo: foto de la habitación después de la Kristallnacht), óleo. Colección de R. Schlegel. Foto de la exposición "Joseph Beuys: Un llamado a una alternativa" en el Museo de Arte Moderno de Moscú 2012
Winterlandschaft mit Schnitten (Winter Lansdscape with Sledge) by Hans Olde, ca. 1893.
(source: Lenbachhaus)
Caroline, Grand Duchess of Saxe-Weimar-Eisenach by Hans Olde, 1903
Half Nude - Hans Olde , c. 1932,
German, 1855-1917
Oil on canvas, 71 x 60 cm.
‘Nietzsche on his sick bed’ painted in 1899 by German painter and art school administrator Hans Olde (1855-1917).
Alle Instinkte, welche sich nicht nach außen entladen, wenden sich nach innen – dies ist das, was ich die Verinnerlichung des Menschen nenne: damit wächst erst das an den Menschen heran, was man später seine »Seele« nennt. Die ganze innere Welt, ursprünglich dünn wie zwischen zwei Häute eingespannt, ist in dem Maße auseinander- und aufgegangen, hat Tiefe, Breite, Höhe bekommen, als die Entladung des Menschen nach außen gehemmt worden ist. Jene furchtbaren Bollwerke, mit denen sich die staatliche Organisation gegen die alten Instinkte der Freiheit schützte – die Strafen gehören vor allem zu diesen Bollwerken –, brachten zuwege, daß alle jene Instinkte des wilden freien schweifenden Menschen sich rückwärts, sich gegen den Menschen selbst wandten. Die Feindschaft, die Grausamkeit, die Lust an der Verfolgung, am Überfall, am Wechsel, an der Zerstörung – alles das gegen die Inhaber solcher Instinkte sich wendend: das ist der Ursprung des »schlechten Gewissens«. Der Mensch, der sich, aus Mangel an äußeren Feinden und Widerständen, eingezwängt in eine drückende Enge und Regelmäßigkeit der Sitte, ungeduldig selbst zerriß, verfolgte, annagte, aufstörte, mißhandelte, dies an den Gitterstangen seines Käfigs sich wundstoßende Tier, das man »zähmen« will, dieser Entbehrende und vom Heimweh der Wüste Verzehrte, der aus sich selbst ein Abenteuer, eine Folterstätte, eine unsichere und gefährliche Wildnis schaffen mußte – dieser Narr, dieser sehnsüchtige und verzweifelte Gefangne wurde der Erfinder des »schlechten Gewissens«. Mit ihm aber war die größte und unheimlichste Erkrankung eingeleitet, von welcher die Menschheit bis heute nicht genesen ist, das Leiden des Menschen am Menschen, an sich: als die Folge einer gewaltsamen Abtrennung von der tierischen Vergangenheit, eines Sprunges und Sturzes gleichsam in neue Lagen und Daseins-Bedingungen, einer Kriegserklärung gegen die alten Instinkte, auf denen bis dahin seine Kraft, Lust und Furchtbarkeit beruhte. Friedrich Nietzsche Zur Genealogie der Moral, Zweite Abhandlung: »Schuld«, »Schlechtes Gewissen« und Verwandtes- 16
Nietzsche auf dem Krankenlager Hans Olde, 1899Klassik Stiftung Weimar
Nietzsche war zu diesem Zeitpunkt bereits seit seinem Zusammenbruch im Jahr 1889 geistig umnachtet und starb nur ein Jahr nach der Entstehung dieses Porträts, am 25. August 1900.