Mediapublishing auf der Frankfurter Buchmesse 2016
Der Gemeinschaftsstand ›Studium rund ums Buch‹ von sieben verlagsbezogenen Studiengängen ist schon zur Tradition geworden und durfte natürlich auch dieses Jahr auf der Frankfurter Buchmesse nicht fehlen: Die Studierenden aus Erlangen, Leipzig, Mainz, München und Stuttgart gaben sich viel Mühe, den Besuchern interessante Podiumsdiskussionen und Präsentationen rund um aktuelle Themen der Verlags- und Buchbranche zu bieten und Studieninteressierten mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Abwechslungsreiches Programm
Den Besuchern des Gemeinschaftsstands bot sich ein vielfältiges Programm: Mit zahlreichen Gästen aus der Branche wurde beispielsweise über Innovationsmanagement, neue Berufsbilder in digitalen Buchverlagen, Recruiting und Selfpublishing diskutiert. Die Mediapublishing-Studierenden ließen es sich außerdem nicht nehmen, in entspannter Atmosphäre über ihre Erfahrungen im Auslandssemester zu berichten, den komplizierten Gesamtherstellprozess eines Buchs zu veranschaulichen und die verschiedenen Sichtweisen einer Bloggerin, Hobby-Zeichnerin sowie eines Verlagsmitarbeiters auf die ›Faszination Manga‹ zu beleuchten. Über die einzelnen Veranstaltungen berichteten die Stuttgarter Studierenden während der Messe in Echtzeit auf Twitter und Instagram sowie etwas detaillierter auf ihrer Facebook-Seite ›Mediapublishing HdM - Verlegen erleben‹.
Neue Standgestaltung
Den gesamten Messe-Auftritt hatten Studierende aus dem 6. Semester Mediapublishing organisiert. Dieses Jahr präsentierte sich der Studiengang dabei unter dem Motto »Helden wie wir - Verlagsallrounder mit Zukunftskompetenz«. Von mehreren Projektgruppen wurden hierfür Sponsoren akquiriert, Programmpunkte zusammengestellt, Stand und Werbemittel gestaltet sowie die Social Media-Kanäle bespielt. Mit dem Motto im Hinterkopf und im ständigen Austausch zwischen den einzelnen Teams entstanden so ein überaus ansprechendes Standdesign, eine darauf abgestimmte Social Media Strategie sowie ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm.
Alumni-Treffpunkt
Auch in diesem Jahr fanden zahlreiche Alumni den Weg zum Stand B 93 in Halle 4.1 und tauschten sich mit ehemaligen Kommiliton(inn)en und Professoren über ihre Erfahrungen im Berufsleben in den unterschiedlichsten Verlagen aus. Der Gemeinschaftsstand ›Studium rund ums Buch‹ bietet eine perfekte Chance, sich regelmäßig wiederzusehen - das Jahr über wird der Kontakt mittels der XING-Gruppe des Studiengangs gehalten. Und für die Professoren stellen diese Treffen eine gute Gelegenheit dar, wichtige Rückmeldungen zur Lehre und Anregungen zu deren Optimierung zu geben.
Die Buchmesse am Wochenende
Am Wochenende öffneten sich die Türen der Frankfurter Buchmesse nach drei Fachbesuchertagen auch für das Publikum. Insgesamt warteten 7 100 Aussteller darauf, sowohl ihre Print- als auch ihre Digital-Produkte den letztlich rund 270 000 Besuchern präsentieren zu dürfen. Am Gemeinschaftsstand tummelten sich ebenfalls viele neugierige Studieninteressierte, die Informationen über die einzelnen Studiengänge erhielten und von den ›alten Hasen‹ beraten wurden. Aber auch Mitarbeiter aus der Branche kamen vorbei, um zu plaudern oder über mögliche gemeinsame Projekte in künftigen Semestern zu diskutieren. Nicht wenige Besucher tauchten außerdem mit ihrem ›Ticket in die Verlagswelt‹ auf, um sich eines von 20 buchnahen Überraschungsgeschenken zu sichern - eine Aktion, die von den Mediapublishern zuvor auf Social Media-Kanälen beworben worden war.
Am Mittwoch geht’s los - wir Mediapublishing-Studierende freuen uns auf viele Besucher auf der Frankfurter Buchmesse 2016! An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei allen Sponsoren bedanken, ohne die unser Stand auf der Messe nicht möglich wäre! Vielen, vielen Dank für die Hilfe und das in uns gesetzte Vertrauen!
Vom 19. bis 23. Oktober sind wir Studierende des siebten Semesters Mediapublishing mit den Professoren auf der Frankfurter Buchmesse und freuen uns auf viele Besucher am Gemeinschaftsstand Studium rund ums Buch in Halle 4.1, Stand B93! Infos, Uhrzeiten und mehr zum abwechslungsreichen Programm gibt es auf unserer Facebook-Seite.
Georgina Moore ist Australierin und kam für ihr Mediapublishing-Studium nach Deutschland. Heute ist sie Account Managerin Creative & International Digital Sales und entwickelt Konzepte für Online Marketing.
Woran erinnern Sie sich am liebsten, wenn Sie auf das Studium an der HdM zurückblicken?
An die Bachelorthesis. Ich fand es klasse, ein Thema selber auszusuchen und intensiv daran zu arbeiten. Die Thesis ist ja das, worauf man seit Jahren hinarbeitet. Ich war deshalb sehr stolz, als ich mich endlich mit dem Thema meiner Bachelorarbeit auseinandersetzen konnte.
Wer war Ihr Lieblingsdozent bzw. was war Ihr Lieblingsmodul während des Studiums an der HdM und warum?
Die Vorlesungen von Prof. Dr. Michael Veddern und Prof. Dr. Okke Schlüter fand ich am spannendsten. Die Kenntnisse aus den Bereichen Marketing/BWL und Recht finden täglich in meinem Berufsleben Anwendung. Es war eine ziemlich überraschende Erkenntnis für mich, dass die rechtlichen Themen so hinreißend sein können!
Können Sie kurz Ihren Werdegang beschreiben?
Ich bin Australierin. 2009 bin ich zum Studium nach Deutschland gezogen. Nachdem ich die deutsche Sprache gelernt hatte, fing ich 2011 mein Studium an der HdM an. Parallel zum Studium habe ich als Werkstudentin in der Redaktion und im Bereich Lizenzen bei einem Verlag gearbeitet. Anfang 2015 bin ich mit dem Studium fertig geworden und habe bei MAIRDUMONT Media in Stuttgart angefangen.
Wie sieht Ihr Berufsalltag aus?
Als Account Managerin Creative & International Digital Sales entwickle ich Konzepte für Online Marketing. Ohne Kommunikation, sei es beim Kundengespräch oder im Austausch mit meinen Kollegen, ist mein Berufsalltag kaum vorstellbar. Außerdem reise ich viel: Ich besuche Firmenkunden in London, Frankfurt und auf diversen Messen.
Wann wussten Sie, dass Sie in diesem Bereich arbeiten wollen?
Kurz nach Abgabe der Thesis. Ich habe mich im Studium auf das Betriebswirtschaftliche fokussiert und wollte danach noch mein digitales Wissen vertiefen. Online Marketing hat mich gereizt, da dieser Markt sehr dynamisch ist. Zudem war es immer wichtig für mich, einen internationalen Schwerpunkt in meinem Berufsalltag zu haben.
Was würden Sie jemandem raten, der gerne denselben Beruf wie Sie ergreifen würde?
Sei selbstbewusst, aufmerksam und hab Spaß am Kommunizieren!
Zu guter Letzt: Gibt es etwas, das Sie anders machen würden, wenn Sie nochmal Studentin wären?
Da ich den Wechsel der Studiendauer von 6 auf 7 Semester miterlebt habe, war es damals noch nicht so einfach, Module aus anderen Studiengängen auszuwählen. Das hätte ich auf jeden Fall machen wollen, da man im Berufsalltag immer vom Wissen aus anderen Branchen profitiert, egal wo man im Verlag arbeitet.
In unserer Serie »MP-Alumni« stellen wir zwei ehemalige Mediapublishing-Studentinnen vor, die heute erfolgreich in unterschiedlichen Verlagen und Bereichen arbeiten – Mediapublisher sind schließlich vielseitig einsetzbar. Los geht es mit Julia Trabel, die heute in der Herstellung beim Ernst Klett Verlag arbeitet.
Können Sie zu Beginn kurz Ihren Werdegang beschreiben?
Vor dem Studium habe ich in Hannover Mediengestalterin gelernt und daraufhin drei Jahre in einer Werbeagentur als Grafikerin gearbeitet. Mit dem Schritt nach Stuttgart und dem Mediapublishing-Studium kam ich in die Verlagsbranche und bin aktuell als Verlagsherstellerin beim Ernst Klett Verlag angestellt.
Wie sieht Ihr Berufsalltag aus?
Kollegen begrüßen. Rechner an. Mails checken. Termine checken. To-Dos erledigen. Feierabend. So ungefähr …
Wann wussten Sie, dass Sie in diesem Bereich arbeiten wollen? Was ist das Spannende daran?
Die Entscheidung, in die Verlagsbranche zu wechseln, fiel bei mir schon mit Beginn des Studiums. Da ich bereits Berufserfahrung hatte und mir ungefähr vorstellen konnte, was auf mich zukommen wird, war der Schritt an die HdM sehr bewusst. Ich wollte einerseits an dem Bisherigen anknüpfen, darüber hinaus aber auch Neues dazulernen.
Was würden Sie jemandem raten, der gerne denselben Beruf wie Sie ergreifen würde?
Wie in jedem Beruf sollte man Leidenschaft für den Job mitbringen – und nette Kollegen bringen schließlich den Wohlfühlfaktor.
Sie haben auch schon an der HdM als Gastdozentin unterrichtet. Wie kam es dazu und was haben Sie davon mitgenommen?
Ich wurde von Prof. Ruta angesprochen, ob ich die Veranstaltung ›Verlagssoftware‹ begleiten möchte. Ich habe den Studierenden dann neben dem Job zwei Semester lang Photoshop und Illustrator beigebracht und hoffe, dass sie heute noch davon profitieren können. Es war immer eine angenehme Atmosphäre mit den Studierenden und auch ich konnte eine Menge dazulernen.
Wer war im Studium Ihr Lieblingsdozent an der HdM und warum?
Prof. Läzer (Druckweiterverarbeitung) werde ich nicht vergessen. Da er nach unserem Semester in den Ruhestand getreten ist, spürten wir vielleicht sogar noch ein bisschen mehr, wie gerne er seinen Job gemacht hat. Genauso wussten wir aber auch, dass es ihm nicht langweilig werden wird, wenn er die Hochschule verlässt. Sein Wissen und seine Neugierde haben mich nachhaltig beeindruckt.
Gibt es etwas, das Sie anders machen würden, wenn Sie nochmal Studentin wären?
Es ist besser, ich fange nicht an darüber nachzudenken :-)
Zu guter Letzt: Woran erinnern Sie sich am liebsten, wenn Sie auf das Studium an der HdM zurückblicken?
An die witzigen Momente im und um den Hörsaal, die einem immer bleiben werden.
Kommt an unseren Gemeinschaftsstand Studium rund ums Buch (Halle 4.1, Stand B93) und lernt uns und unseren Studiengang kennen! Für die diesjährige Buchmesse haben wir uns etwas ausgedacht: Die ersten 20 Besucher, die mit diesem Ticket zu unserem Stand kommen – ausgedruckt oder auch auf dem Handy – erhalten ein Überraschungspaket rund ums Buch. Wir freuen uns auf viele Besucher!
Eine einzige Contentquelle für alle Medienformate und Endgeräte – Traum oder Realität?
Heute gibt es ein interessantes Interview mit Tobias Ott, ehemaliger Student und Dozent an der Hochschule der Medien für Cross Media Publishing sowie Geschäftsführer der pagina GmbH Publikationstechnologien, ›dem‹ Verlagsdienstleister im Bereich elektronischer Publikationen und automatisierter Satzherstellung
Herr Ott, Sie haben viele Jahre elektronisches Publizieren und Grundlagen der XML-Technologien an der Hochschule der Medien unterrichtet. Warum ist Ihr Fach längst nicht mehr eine gewünschte Option, sondern ein Muss für die heutigen Verlagsmitarbeiter?
Zunächst einmal freut es mich, dass Sie das so sehen: in der Tat sind diese Skills heute ein Muss. Als ich 1997 angefangen habe, die XML-Ausbildung an der HdM aufzubauen, wurde das noch belächelt. Ich habe mich viele Jahre dafür eingesetzt, dass die XML-Technologien und das Thema crossmediales Publizieren eine Aufwertung in der Lehre erhalten. Jetzt gibt es eine eigene Professur dafür, das ist phantastisch.
Wenn Sie nach dem »Warum« fragen, so ist die Antwort naheliegend: Weil sich die Gesellschaft mitten im digitalen Zeitalter befindet – und bei weitem noch nicht alle Verlage dort angekommen sind. Deshalb brauchen wir junge, mutige KollegInnen, die technisch und konzeptionell gleichermaßen fit sind und ›Verlag‹ neu und zeitgemäß definieren. Die Verlagsbranche ist viel zu lange reaktiv gewesen, der Weg herunter aus dem Elfenbeinturm war manchmal lang. Aber in den Verlagen hat ein Umdenken stattgefunden, und darin liegt die große Chance für die Branche: Wir brauchen neue digitale Geschäftsmodelle, wir brauchen effiziente, crossmediale Verlagsworkflows, wir brauchen systemgetriebene Produktion – und: wir brauchen einen selbstbewussten Diskurs über die Rolle eines Verlags in der digitalen Gesellschaft.
Freilich: Ich möchte weiterhin schöne Bücher sehen, aber ich möchte die Verlage auch in der digitalen Welt in einer wichtigen, gesellschaftlich-kulturellen Rolle wissen. Dazu brauchen wir optimal ausgebildeten Nachwuchs.
Für welche Verlagsarten und Verlagsabteilungen sind das Wissen und Können der Mitarbeiter auf dem Gebiet der medienneutralen Datenhaltung aus Ihrer Sicht besonders wichtig?
Bis vor ein paar Jahren hätte ich gesagt: Das Know-how gehört in die Herstellung, und zwar vordringlich in Fachinformationsverlagen. Das reicht aber schon lange nicht mehr. Heute sage ich: Das strategische Wissen rund um XML und contentzentrierte Arbeitsweisen gehört in die Vorstandsetage, das konzeptionelle in die Lektorate und Redaktionen, das technische in die Herstellung. Und nicht zu vergessen: in den Vertrieb! Es geht also schon lange nicht mehr nur um eine Technologie, die bei einzelnen Personen im Verlag verortet sein sollte. Das geht vielleicht mit einem Brandschutzbeauftragten: ist ein bisschen lästig, braucht man aber …
Nein: Es geht um einen Paradigmenwechsel für eine ganze Branche, und es wird neu definiert werden, was ›verlegen‹ künftig bedeutet. Gleichzeitig gibt es natürlich Verlagssparten, die unmittelbarer von dem Wandel betroffen sind als andere: Das sind u.a. die Fachinformationsverlage, vor allem im juristischen Bereich, und die Wissenschaftsverlage – hier vor allem in der Zeitschriftenproduktion. Aber auch ein Belletristikverlag kann es sich heute kaum noch leisten, ohne E-Book-Label aufzutreten und jungen Autoren Schreibplattformen anzubieten. Als Ratgeberverlag wächst die Online-Konkurrenz schneller, als sie ihre Inhalte digitalisieren können, der Schulbuchbereich schreit nach digitalen Lernformen … Brauchen Sie noch mehr Beispiele? Digitalisierung ist nicht länger ein Randthema für Spezialverlage, sie ist der beherrschende Megatrend für unsere Branche.
Wie hat sich durch die XML-Technologien die traditionell gewachsene Arbeit in Verlagen bereits geändert bzw. wird sich in naher Zukunft noch ändern?
Das wichtigste Schlagwort hier ist der Wechsel von der produktzentrierten zur contentzentrierten Arbeitsweise. Es können nicht mehr alle Arbeitsschritte darauf abgestimmt werden, ein konkretes Produkt (meist: ein Buch) optimal herzustellen. Es geht heute immer auch darum, gleichzeitig zu einem wiederverwertbaren, digitalen Content zu kommen. Das verändert die Prozesse und führt immer häufiger zu sog. XML-first-Workflows: Erst kümmere ich mich um meine Inhalte, dann überführe ich sie in die jeweiligen Medienformen. Dem steht bis heute vor allem die Korrekturphase im Weg, die traditionell nun mal anhand der Satzarbeiten vorgenommen wird.
Aber auch ›XML first‹ ist erst der Anfang. Immer mehr Verlage werden ihre Inhalte in Zukunft nicht mehr in der Zusammenstellung der räumlichen Begrenzung ›Buch‹ speichern, sondern in kleinen, untereinander vernetzen Wissenseinheiten – häufig ›topics‹ oder ›assets‹ genannt. Ziel ist dann der Aufbau eines Wissensnetzes, an das sich ganz andere Anfragen stellen lassen und das ganz andere Informationsdichten enthält als das gedruckte Buch oder dessen XML-Repräsentation.
Worin bestehen die neuen Aufgabenfelder der Verlagsmitarbeiter nach der Umstellung eines Verlags auf XML-Workflows?
Zunächst einmal darin, neben der Medienproduktion (Buch, E-Book, Leseproben etc.) immer auch über die Datenqualität zu wachen. In der Herstellung ist das vor allem die technische Datenqualität, also die Sicherstellung valider Daten gemäß der Verlags-XML-Grammatik. In den Lektoraten und Redaktionen geht es zunehmend um die Sicherstellung einer ›semantischen Qualität‹ – ein etwas sperriger Begriff. Gemeint ist die den Inhalt beschreibende Auszeichnung von Texten, das Abprüfen von Konventionen und redaktionellen Richtlinien etc. Hier kommen immer mehr Technologien wie Schematron zum Einsatz.
Und dann wird es immer auch darum gehen, die XML-basierten Inhalte neu zu vermarkten, schneller als in der Vergangenheit auf Trends und Märkte zu reagieren, den B2B-Markt neu zu erschließen etc. Das wird eine Leitungs- und Vertriebsaufgabe sein.
Wird es Ihrer Meinung nach in Zukunft überhaupt noch Verlage geben, die NICHT auf XML und E-Publishing-Formate umstellen?
XML ist nur die Technologie (also die Methode), nicht selbst das Ziel, das dürfen Sie nie vergessen. Selbstverständlich wird es Verlage geben, die sich anderer Methoden bedienen, ihre Inhalte vorzuhalten, z. B. in Datenbank-Feldern oder als Grafiken in Asset Management Systemen, wo die Verschlagwortung ebenfalls wieder über Datenbank-Felder erfolgt. XML ist eine Technologie, die sich vor allem für Verlage mit textlastigen Inhalten anbietet. In diesem Bereich wird es künftig eng werden ohne XML.
Umgekehrt wird es natürlich auch Verlage geben, die ohne E-Publishing-Formate auskommen. Denken Sie an Bildbände, Fühlbücher für Kleinkinder, Faksimile-Drucke. Aber das sind jetzt zugegebenermaßen fast schon Nischenprodukte.
Welche fünf Keywords verbinden Sie mit ›crossmedialen Technologien‹?
Gestatten Sie mir, dass ich jetzt nicht technisch mit Begriffen wie XML, E-Book, MAM-Systeme etc. antworte. Daher: Demokratisierung des Wissens, Wissenszugang für Alle, Barrierefreiheit, Verlage als Servicegeber, neue Rolle für Verlage in der digitalen Gesellschaft, aber auch: Disruptive Veränderung und Verunsicherung.
Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Ott für das äußerst aufschlussreiche Interview!
Zur Website der pagina GmbH geht es hier entlang: www.pagina-online.de
Für mein Auslandssemester habe ich mich schriftlich mit einem Motivationsschreiben beim akademischen Auslandsamt der HdM beworben. Tallinn war meine Wunsch-Uni. Da ich in Estland Jura studieren wollte, wurde ich ausnahmsweise an die Law School anstelle der Film and Media School vermittelt. Dabei zeigten sich sowohl die HdM als auch die Tallinn University glücklicherweise äußerst flexibel.
Das Wintersemester beginnt in Tallinn schon Ende August, weshalb ich bereits ab Juni auf Facebook nach einer WG gesucht habe. In Estland angekommen, stellte ich fest, dass die Universität sehr neu und außerdem viel kleiner ist, als ich gedacht hatte. Sie liegt in der Innenstadt, allerdings nicht in der schönen Altstadt. Die Professoren, bei denen ich Vorlesungen hatte, waren alle sehr sympathisch und kamen aus vielen verschiedenen Ländern. Die Vorlesungen wurden auf Englisch gehalten und die Teilnehmerzahl lag stets bei höchstens 50 Studierenden. In meiner Freizeit nahm ich am Unisport teil, der in Estland nichts kostet und für den es sogar Credit Points gibt. Ich hatte sehr viel Spaß an meinem Trampolinkurs, in dem ich auch den meisten Kontakt mit Esten bekam. Der Kurs »Estonian Culture« war ebenfalls sehr interessant, weil jede zweite Woche ein Ausflug unternommen wurde, um Tallinn und Estland besser kennenzulernen.
Für das weitere Freizeitprogramm sorgte das European Student Network (ESN). Organisiert wurde quasi alles – von zig Willkommen- und Kennenlernpartys über das gemeinsame Sammeln von Pilzen in den Wäldern bis hin zu einem Lappland-Trip. Auch sonst feierten wir viel zusammen. Mittwochs beispielsweise treffen sich viele Studierende in einen Club in der Altstadt, in dem alle Getränke nur einen Euro kosten. Darüber hinaus habe ich noch weitere Ausflüge gemacht: mit dem Bus nach Riga (Lettland), zum ESN Sea Battle nach Stockholm sowie eine Roadtrip durch Estland. Die tollste Erfahrung war aber der Lappland-Ausflug: Hier durften wir Husky- und Rentierschlitten fahren, nach der Sauna in einen gefrorenen Teich springen, Ski und Schlitten fahren und ein finnisches Weihnachtsmenü essen. Das waren echt unvergessliche Tage! Die Gruppe nach uns hatte sogar das Glück, die Polarlichter zu sehen. Zwar wurde auch nach Trip nach Sankt Petersburg angeboten, aber ich bin mit einem Freund auf eigene Faust mit dem Bus dorthin gefahren. Das kann ich jedem empfehlen, denn das ist sehr viel günstiger und man ist nicht von einer Gruppe abhängig.
Alles in allem ist Estland ein spannendes Land, das kulturell und geschichtlich super viel zu erzählen hat! Wenn man weder Dunkelheit (Sonnenuntergang schon um 16 Uhr, -aufgang um 8.30 Uhr) noch Kälte scheut und sich nicht von den anfangs doch etwas emotionslos wirkenden Esten abschrecken lässt, kann man dort ein wunderschönes Auslandssemester mit ganz vielen tollen Erfahrungen erleben!
Auf der Frankfurter Buchmesse 2016 findet am Samstag, 22. Oktober von 14.00 bis 15.00 Uhr die Veranstaltung »Mediapublisher abroad – Von Stuttgart in die Welt« am Gemeinschaftsstand Studium rund ums Buch (Nr. 4.1/B 93) statt. Studierende, die bereits ein Auslandssemester hinter sich haben, berichten von ihren Erfahrungen und beantworten Fragen. Besucher sind herzlich eingeladen. Zur Facebook-Veranstaltung geht es hier: Mediapublisher abroad – Von Stuttgart in die Welt
Südkorea ist ein Land, das Europa in manchen Teilen ähnlich, aber in anderen doch ganz anders ist. Die schönste Tradition ist das gemeinsame Essen: Alles wird geteilt, sodass man die unterschiedlichsten Gerichte kennenlernt. Das macht die Mahlzeiten sehr gesellig und interessant.
Manches ist in Südkorea aber durchaus etwas skurril, wie zum Beispiel das Entertainment-System, das ich so von keinem anderen Land kenne: Während meines Aufenthalts gab es beispielsweise kaum einen Ort, an dem ich nicht in das Gesicht einer lebensgroßen Pappfigur blickte, die den Schauspieler Song Joong Ki darstellte. Dieser feierte mit der aktuell angesagtesten Fernsehserie sein Comeback nach zwei Jahren Militärdienst. In Südkorea herrscht Wehrpflicht für alle Männer. Ein Zivildienstprogramm gibt es so gut wie nicht, da sich das Land ja formal noch im Krieg mit Nordkorea befindet. Von dem angespannten Verhältnis der zwei Länder bekommt man jedoch nicht viel mit. Für Touristen ist diesbezüglich nur die DMZ, die Demilitarized Zone, interessant, zu der man Ausflüge buchen kann. Korea ist zwar Industriehochburg mit elektronischen Türschlössern und bequemen Zahlungssystemen, aber gleichzeitig auch sehr traditionell geprägt. Es gibt noch viele urtümliche Dörfer und Restaurants. Auch die historischen Königspaläste, die sich im Zentrum Seouls befinden und Weltkulturerbe sind, können von Touristen besucht werden.
Das Uni-Leben ist geprägt von starkem Konkurrenzdenken. Als Austauschstudent hat man aber eine Sonderrolle und bleibt deshalb davon verschont. Allerdings begann das Semester für mich mit einem Chaos bezüglich der Kurswahl: Ich hatte eine Liste mit englischsprachigen Kursen erhalten, von denen einige jedoch entgegen meinen Informationen auf Koreanisch gehalten wurden, was eine Teilnahme meinerseits unmöglich machte. Es dauerte eine Weile, bis ich entsprechende Kurse gefunden hatte. In besonders guter Erinnerung ist mir mein Literaturprofessor geblieben, der uns Studierende immer wieder dazu aufgefordert hat, selbstständig zu denken und nicht nur Meinungen von anderen zu wiederholen. Ich hatte das Glück, neben anderen Austauschstudenten auch mehrere Koreaner kennenzulernen und somit ein bisschen tiefer in die Kultur einzutauchen. Hierbei fiel mir auf, dass Korea – oder zumindest Seoul – sehr sicher ist. So warfen mir meine koreanischen Freunde oftmals schon schräge Blicke zu, wenn ich im Coffee Shop meine Tasche zum Bestellen mit an die Theke genommen habe, anstatt sie einfach am leeren Tisch zurückzulassen.
Zusammenfassend betrachtet, war mein Aufenthalt in Südkorea zwar manchmal frustrierend chaotisch, aber vor allem wahnsinnig aufregend und vielseitig. Ich möchte die Zeit auf keinen Fall missen.
Auf der Frankfurter Buchmesse 2016 findet am Samstag, 22. Oktober von 14.00 bis 15.00 Uhr die Veranstaltung »Mediapublisher abroad – Von Stuttgart in die Welt« am Gemeinschaftsstand Studium rund ums Buch (Nr. 4.1/B 93) statt. Studierende, die bereits ein Auslandssemester hinter sich haben, berichten von ihren Erfahrungen und beantworten Fragen. Besucher sind herzlich eingeladen. Zur Facebook-Veranstaltung geht es hier: Mediapublisher abroad – Von Stuttgart in die Welt