Der zweite Tag in meiner neuen Situation beginnt. Eigentlich wie vor 30 oder 20 Jahren, immer sind irgendwelche Hintermänner am Werke und zerstören dein Leben. Kaum zu glauben, wie wenig Rechte man in der realen Welt hat. Aber das ist das eigentliche fatale an dieser Situation.
Festzustellen, dass man eigentlich ein Leben lang an etwas geglaubt hat, was es so nicht gibt schafft Klarheit. Dieser Kampf war für mich von vorne herein verloren und hat gezeigt, wie hier die Kräfte arbeiten.
Meinen Kopf bekomme ich im Moment nicht frei, ich brauche dazu einfach Zeit. Habe wahrscheinlich zu viel davon verschwendet und werde nun darunter erneut leiden? Es ist einfach eine erschreckende Tatsache.
Zurück zu Rio. Sitze auf einem herrlichen Balkon und höre hinter mir das Rauschen des Meeres und vor mir die Favela.
Gestern war Montag und auch im Urlaub scheinen Montage nicht so das Besondere zu sein. Koffer packen, von einem Hotel in das nächste, aber so gewinnt man wenigstens vom gleichen Ort immer wieder neue Eindrücke. Sie wirkt etwas ratlos und wirkt sehr unsortiert.
Ich hänge oft meinen Gedanken hinterher und bin dann ziemlich geschafft und etwas aggressiv nach außen hin. Ich muss an meinem inneren Gleichgewicht arbeiten, das gibt Kraft und Sinnhaftigkeit. Schreiben, Malen und Arbeiten, das wird jetzt wohl das Ultima-Ratio-Prinzip sein, nach dem ich meinen Alltag organisieren muss.
Was mir fehlt ist das Glück, das such ich jetzt mehr denn je. Ich brauche nun viel, ja sehr viel davon und muss mir außerdem meine Gesundheit zurückholen. Für die restliche Zeit benötige ich dann ein Einkommen mit dem ich eigenständig überleben kann.
So muss ich mich jetzt von Tag zu Tag durch die vielen "Fussfallen" retten und werde so mein Ziel erreichen. Ich hoffe es und lerne nun wieder mit Elan und Spass für den Personenbeförderungsschein. Auch im Urlaub muss man alle Dinge einfach nur pragmatisch angehen oder betrachten, dann läuft es super.