Es ist faszinierend.
Ich komme eigentlich ganz gut klar.
Die erste Woche war schlimm. Die zweite wurde besser. Und jetzt in der dritten? Ich weiss es nicht.
Ich fühle mich als wüsste ich nicht mehr wohin mit mir. Meinen Gedanken, Gefühlen, Erinnerungen. Und auch Vorhaben, Plänen, dem Alltag. Alles irgendwie.
Ich habe früher nie verstanden, warum sich Menschen, die sowas erlebt haben wie ich nun auch, sich fühlen wie sie sich fühlen. Ich habe versucht mich hineinzuversetzen, aber meine Gedanken waren dennoch in etwa so:
„Warum sollte man sich denn dafür schämen?
Warum sollte man sich schuldig fühlen, für sowas? Wäre doch dumm. Man kann ja nichts für.
Warum sollte man denn nicht offen damit umgehen? Die Leute, die dich kennen werden dich schon so wie sonst behandeln.
Warum sollte man nicht offen darüber reden? Reden hilft. So kann man das doch besser verarbeiten.
Es gibt einfach keinen Grund sich schuldig zu fühlen oder sich zu schämen. Das sollte die Person fühlen, die dir das angetan hat!”
Und in meinem Kopf denke ich immer noch genauso. Aber das was ich nie verstanden habe und nie verstehen konnte, bis ich es nicht selbst erlebt habe: logisches Denken ist eine Sache. Gefühle und die gefühlte Erfahrung eine ganz andere. Es ist faszinierend.
Ich kann nur sagen, dass ich wahnsinnig froh bin, niemals in die Situation gekommen zu sein, diese (mehr oder weniger) naiven Fragen und Aussagen jemals jemandem gestellt oder gesagt zu haben… Es wäre ganz furchtbar… Das weiß ich mittlerweile.
Manche Sachen scheint man selbst erleben zu müssen, um tatsächlich zu verstehen wie sie sich wirklich anfühlen. Und dabei gehts nicht nur um die Sache als solches, sondern insbesondere um das, was danach mit dir passiert.









