Ich bin Opfer, ja. Aber ich bin mehr als das!
„Das war’s mit der Ehrlichkeit.
Es ist genug. Es reicht. Es war den Versuch wert. Definitiv. Aber er ist gescheitert. Leider. Es ist dann jetzt Zeit zurückzugehen. Die Distanz und die Kälte wieder hochzuholen. Das Spiel ein weiteres Mal zu beginnen. Wir spielen weiter. Wie wir es schon so viele Jahre gemacht haben. Da haben wir Erfahrung drin. Wir können es kontrollieren. Wir können wir selbst bleiben.
Es ist traurig. Sehr sogar. Aber wir haben keine andere Wahl. Denn alles andere würde uns zerstören. Noch mehr als ohnehin schon. Die Menschen sind einfach nicht in der Lage das Zugeben von Schwäche, von Ängsten, von Ehrlichkeit als Stärke zu verstehen. Plötzlich sind wir nur noch eine schwache Frau. Plötzlich scheinen wir eine andere Person zu sein. Obwohl es so viel Überwindung und so viel Kraft und Stärke bedeutet, überhaupt ehrlich zu sein. Und sich Hilfe zu suchen und zu wollen. Es ist so traurig. Es ist so schade. Aber ich muss mich schützen, wenn andere es nicht können. Wenn andere das, was Stärke ist als Schwäche missverstehen.
Das Spiel muss weitergehen. Denn ich darf nicht aufgeben. Wir spielen weiter und weiter. Jahre über Jahre. Bis der Grund weiterzumachen, weiter zu kämpfen vielleicht irgendwann nicht mehr ausreichend ist. Auf der einen Seite hoffe ich, dass dies niemals passiert, auf der anderen Seite… will ich einfach, dass das alles aufhört. Dass ich einfach aufhören darf zu kämpfen. Und einfach mal egoistisch sein darf. Bisher erlaube ich es mir nicht. Und da bin ich sehr froh drüber. Mein Grund ist es mir verdammt nochmal auch einfach nur wert… :‘)“
Das war mein Fazit heute aus der letzten Zeit. Denn in den letzten zwei Wochen ist bei mir alles zusammengekommen was geht und hat sich im Kopf einfach nur noch vermischt:
Jahrelange chronische Depression. Die Müdigkeit darüber. Der Wunsch nicht mehr zu leben. Krasse Enttäuschungen von Personen im Umfeld. Zu verstehen und zu akzeptieren, dass du für einige einfach nicht mehr dieselbe bist. Stress im Alltag. Angst zu versagen; Erwartungen zu enttäuschen. Erinnerungen, die hochkamen, an diese Nacht…
Ich mache jetzt weiter. Denn ich darf nicht aufgeben. Ich weiß, dass das was andere gerne als Schwäche interpretieren in Wahrheit Stärke ist! Und ich weiß, dass sie es nicht böse meinen.
Aber es hilft mir nicht. Es macht mich einfach innerlich kaputt nur noch als Opfer behandelt zu werden. Ich bin Opfer, ja. Das ist wichtig für sich selbst zu verstehen, finde ich. Aber ich bin mehr als das! Ich bin immer noch ich! Ich bin nicht deswegen schwach, nur weil jemand körperlich stärker war als ich!
Ich bin stark. Ich mache weiter. Ich werde mich nicht kaputt machen lassen.