In jedem Moment, in dem ich eine Form der Ablehnung verspüre, bin ich ganz unten. Tiefer als die Hölle selbst. Könnte es noch schlimmer sein?
Liebe wandelt sich zu Schmerz. Nicht körperlich … denn körperlich können als wir Menschen sehr viel aushalten. Mehr als diesen Druck in der Brust.
Den Druck, nicht alles gesagt zu haben, was einem zu schaffen macht. Oder vielleicht gar nicht, nicht alles gesagt zu haben – sondern vielmehr, dass nicht alles so beim Gegenüber ankam, wie man es sich wünschte.
Denn würde das Gegenüber den Schmerz fühlen, würde er ihn wahrhaftig am eigenen Leib erfahren – so könnte er nicht ignorieren. So könnte er nicht nicht antworten.
Denn es ist beinahe unaushaltbar.
Eine Enge in der Brust, die sich in den Kopf staut, von dort in die Drüsen der Augen drängt, um Wasser abzusondern. Tränen. Tränen des Verlusts, des Schmerzes. Tief aus dem Innersten des Herzens.
Denn wo liegt die Liebe? Wo liegt die Liebe, wenn wir fühlen? Wenn wir lieben? Sie liegt in der Brust.
Dort, wo das Blut durch das Herz in die Aorta strömt, um uns am Leben zu erhalten.
Dort liegt der Grund – oder auch Abgrund – des Menschen.
Dort fühlt man, wenn man wirklich nur fühlt, an nichts anderes zu denken vermag.
Liebe ist schwer, schwerer als jedes Element, das wir kennen.
Denn sie lässt uns leben, lässt uns fühlen, macht uns zum MENSCH.
Wir sind nichts ohne sie. Sie ist das Leben, sie ist der Tod, der Beginn, das Ende.
Wir lernen Liebe nicht. Wir tragen sie in uns.
Wir versuchen, sie zu verstehen. Wir versuchen, ihr einen Raum, eine Struktur zu geben.
Doch sie ist unaufhaltbar, unbändig. Sie ist zäh.
Am Ende der einzige Grund, warum wir sind.
Liebe ist schön – so ist es auch das Leben.
Liebe und Leben: zwei Wörter mit derselben Bedeutung.
„Ich liebe mein Leben“ heißt nicht mehr, als: Ich liebe es zu lieben.