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Beginnen wir mit Namedropping, bis der Erste kotzt: Arc Iris wurde im Jahr 2012 als Soloprojekt der ehemaligen The Low Anthem-Musikerin Jocie Adams ins Leben gerufen, erblühte im Folgenden mit Zach…
Arc Iris – Moon Saloon
Beginnen wir mit Namedropping, bis der Erste kotzt: Arc Iris wurde im Jahr 2012 als Soloprojekt der ehemaligen The Low Anthem-Musikerin Jocie Adams ins Leben gerufen, erblühte im Folgenden mit Zach Tenorio Miller (Keyboards), Ray Belli (Schlagzeug) und zahlreichen Gästen zur Band. „Moon Saloon“, ihr zweites Album, wurde von David Wrench (FKA Twigs) gemischt. Wer gekotzt? Erster! Auf zur Musik.
Eine Menge ist los im “Moon Saloon”. Es wird getrötet, gegeigt, Banjo und Pedal Steel finden ihren Platz ebenso wie Cello und Electronics aller Couleur. Zentraler Dreh – und Angelpunkt in den zehn Liedern ist zweifelsohne Jocie Adams Stimme mit ihrem gebrochenen Timbre, den verspielt ausufernden Melodiebögen, den überbordenden Chören und dem naiv anmutenden Charme. Eine Verwandte im Geiste mag Harfengöttin Joanna Newsom sein. In der Summe erinnert „Moon Saloon“ mit seiner ätherischen Orchestralität in mancher Passage an die Anfänge der Sneaker Pimps oder The Sugarcubes mit Sängerin Björk.
„Kaleidoscope“, Opener und erste Single, von einem Trip-Hop Schlagzeug getragen, von Streichern und Chören emporgehoben, von Adams Gesang gekrönt. „Kingdome Come“ schließt sich an, kommt verspielter daher, perkussiv arrangiert. Adams hier mit Tendenz zum Kinderstar, in einem Lied, das sich erst beim zweiten Hören in die Karten schauen lässt. „Paint The Sun“ startet mit starkem Piano und reinem Bandsound, Adams schwebt über der Szene wie eine junge Kate Bush. „Pretending“ bezaubert mit seiner musicalesquen Überladenheit und zaubert ein Judy Garland-Gefühl in die Magengegend. Hinter dem Regenbogen hat es wundervolle Bläser und ein verflixt charmantes Banjo. „She Arose“ und „Lilly“, zwei wundervoll herzerwärmende Stücke Musik mit reduzierten Instrumentierungen, frischen Sounds zwischen klassisch und nie zuvor gehört und dem Mut zur Verspieltheit, welcher den Komposition nicht im Wege steht, im Gegenteil, ihnen sogar zugutekommt. Die übrigen vier Lieder mögen meine Aufmerksamkeit nicht bei sich behalten, aber es ist heute auch wirklich warm und meine Konzentrationsfähigkeit nicht die Beste.
Klassisches amerikanisches Songwriting, in der Tradition der großen Alten wie Cohen, Mitchell, Dylan, mit Mut zur Modernität, zum Experiment, das in der Gesamtheit gelingt. Musik zum Fresse halten und zuhören. So geht Kunst. Für Idioten sicher zu komplex.