Wenn die" Tragfähigkeit der Erde" unter dem Index des ökologischen Fußabdrucks als langfristigesTeilgleichgewichtsmodell der globalen Ökonomie akzeptiert werden könnte, würde das an den klassischen kurzfristigkeitsthesen der Ökonomie wenig ändern. Wo die Natur genug produziert, so dass sich die Bevölkerung ernähren kann, da existiert auch ein effizienter Markt im Sinne der ökonomischen Kurzfristigkeitsthesen. Dies gilt jedoch nur unter Suffizienz-Bedingungen und nicht unter Bedingungen ausschweifenden Konsums, wie im heutigen Zeitgeist von mächtigen Interessen der Gewinnmaximierung propagiert. Jedes Produkt das nicht ökologisch produziert ist, unterwandert somit ein universelles Gleichgewicht einer „Tragfähigkeit der Erde“ woraus sich nur schwer kalkulierbare Langzeitrisiken ergeben, die nach Nassim Talib eben nur durch robuste Systeme kontrolliert werden können.Der Begriff „Wachstum“ ist dabei genauer zu betrachten. Den obwohl sich menschliche Entwicklung auf vielen Ebenen abspielen kann, wird zumeist die „Brutto Inlandsprodukt“ als Maßstab für Entwicklung genommen. Diese Dominanz des Begriffs, verstellt desweiteren den Blick auf die wesentlichen Erkenntnisse über die Begrenzung vom ökonomischen zum Vorteil des ökologischen. Dies, obwohl selbst offizielle Regierungsstellen wie z.B. der EU oder den USA von einem notwendigen WachstumsRÜCKGANG von -80% bis 2050 verweisen, wolle die Menschheit die ökologischen Ressourcen nicht völlig erschöpfen.
Der "entwickelte" Mensch verbraucht momentan 3.5 Erden mehr als die ökologische Tragfähigkeit der Erde hergibt.
Klar ist jedoch, das die Zeit der ökologischen Aufklärung nicht mehr auf zu halten ist. Dafür sprechen die Informationsdaten eine zu klare Sprache. Interessant wird zu beobachten sein, welche Folgen diese Entwicklung auf dem Gebiet der Ökonomischen Wissenschaften hervorrufen wird. Neu sind z.B. die „Degrowth“ Initiativen die von Studenten angeführt, das gesamte Fach der Ökonomischen Wissenschaften in Frage stellt. Wichtig in diesem Zusammenhang ist festzustellen, das die klassische Ökonomie weiter für geschlossene Systeme relevant sein wird, welchen den Bereich der Mikroökonomie einbezieht. Jedoch bietet die Ökonomie keine Antworten mehr im Rahmen komplexer Systemtheorien menschlichen Handelns der in der klassischen Ökonomie den gesamten Bereich der Makroökonomie abdeckt. Industriepolitik, Versorgungsketten und Finanzmärkte müssten unter interdisziplinären wissenschaftlichen Vorgaben von Computertheorie bis Biologie neu geprüft und definiert werden.Wie Jared Diamand in seiner anthropologischen Langzeitstudie in beeindruckender Weise gezeigt hat, so handelt die Geschichte der Evolution von natürlichen Lebensräumen und Zugang zu Ressourcen. Im heutigen Zeitgeist, setzt jede Wegabhängigkeitsvariable steigende Einkünfte voraus. Im Zeitalter der ökologischen Aufklärung erkennen wir, dass unter Ressourcenbegrenzung, dies zu Ausbeutung, von Mensch und Natur führt.Das heißt folglich, dass solange die Gewinne von den neu entstehenden Technologien vollständig eingeheimst werden können, warnen Technologieexperten wie Jaron Lanier vor den Tücken der Technik , wenn die Macht auf der falschen Seite der Geschichte ist : Die langfristigen Evolutionschancen des homo sapiens hängen davon ab, ob die Gesellschaft einen demokratischen Konsens findet, der es nicht zulässt , dass Computersysteme allen Wohlstand, nicht als Gemeinwohlstand verantwortet, die Risiken wegrechnet oder die Risiken an die Gesellschaft weitergibt. Der Kontext, in dem Wohlstand oder Gemeinwohl überhaupt existieren könnten, würde so dem Menschen genommen.Die Entstehung von Big Data und dass "Internet der Dinge" wird die menschliche Gesellschaft fundamental verändern. Kommerzielle Erfindungen werden eine Anzahl von Projekten im Nicht-kommerziellen -Raum auslösen, die Gesellschaft neu definieren wird. Vielleicht, so Lanier, ist die einzige noch übriggebliebene Aufgabe der Zivilgesellschaft, als Datensammler zu arbeiten. That‘s a job!