„Vater unser, mach mir doch mit einem Wunder eine feine Bildung - das übrige kann ich ja selbst machen mit Schminke“
Sommer 1931 - Frühling 1932, zuerst in einer „mittleren Stadt“, dann in Berlin. Die 18jährige Stenotypistin Doris stammt aus einfachen Verhältnissen und träumt vom Glück. „Aber ich will schreiben wie Film, denn so ist mein Leben und wird noch mehr so sein.“ (S. 8) Sie möchte ein „Glanz“ werden. „Ich will so ein Glanz werden, der oben ist. Mit weissem Auto und Badewasser, das nach Parfüm riecht, und alles wie Paris.“ (S. 45) Sie lernt, in Gesellschaft wenig zu sprechen und nur hin und wieder ein Fremdwort einfliessen zu lassen, um den Eindruck zu erwecken, sie sei gebildet: „Weil nämlich alle einzelnen Fremdworte in Gespräche geworfen ein Symbol sind, und ein Symbol ist das, was immer passt. Wenn man es mit Sicherheit macht, schämt sich jeder, es nicht zu verstehen.“ (S. 105) Mit Bluff und Charme schlägt sich Doris durch, erlebt viele Höhen und Tiefen und landet schliesslich wieder im Wartsaal Friedrichstrasse und kommt zur Erkenntnis: „Auf den Glanz kommt es nämlich vielleicht gar nicht so furchtbar an.“ (S. 219)











