Die Anfänge von Hendrik und meiner Podcastproduktion liegen in einem Podcast namens “Eine Tasse Tee mit Hendrik und Jonathan”. Hier sammelten wir erste Erfahrungen. Schon damals haben wir uns viel mit gesellschaftlichen Fragen und Problemen beschäftigt. Hier sind die letzten vier Folgen des Podcasts. Unsere erste Folge entstand irgendwann Anfang des Jahres 2016.
Ich habe den folgenden Artikel bei digtator.de über Nachrichten-Kurationsdienste gelesen. Vor allem die integrierte Prezi-Präsentation sollte man sich zu Gemüte führen:
Ich selbst bin (war?) ein großer Verfechter kuratierter Inhalte. Dabei handelt es sich um bestehende Inhalte, die von einer oder mehreren Personen ausgewählt und veröffentlicht werden. Bei diesen Kuratoren handelt es sich um Menschen, die aufgrund ihrer Lebenserfahrung, ihrer Profession, ihrer Fachkenntnis oder einfach nur wegen ihres besonders sympathischen Charakters von mir (dem Publikum) das Vertrauen genießen, aus einer Vielzahl von Angeboten, die für mich “besten” (je nach persönlichem Qualitätsstandard, Interesse) herauszufiltern.
Beispiel: thebrowser.com
Kuratoren helfen mir also dabei, trotz der ungeheuren Angebotsvielfalt des Internets den Überblick zu bewahren, befreien mich von dem ständigen Hintergrundrauschen und sorgen dafür, dass mich nur die “besten” Leckerbissen erreichen.
Schön und gut soweit. Nehmen wir einmal an, die Nachrichten-Kurationsdienste erfreuen sich in der Zukunft großer Beliebtheit, ja sie dominieren unseren Nachrichtenkonsum. Was bedeutet das für den Journalismus? Heißt das, es gibt dann zwei Klassen von Journalismus? Einmal den normalen Journalismus, der seine Inhalte publiziert und dann der “bessere” Journalismus, der von einer kleinen Jury das Prädikatssiegel “kuratiert” erhält? Heißt das, weil unser bestehendes journalistisches Modell an seine Grenzen stößt, kein Publikum erreicht, kein Geld verdient, nun ein neues, sauberes, elitäres Modell auf diesem alten errichtet wird? Gebaut von den “Nachrichten-Kuranionsdiensten”, die sich für das Publikum durch die täglichen Müllberge wühlen und nur die besten Teilen für ihr qualitativ hochwertiges journalistisches Produkt verwenden?
Wenn wir solche Dienste benötigen, warum brauchen wir dann überhaupt noch den “normalen” Journalismus? Und warum sollte sich noch jemand damit zufrieden geben, hierfür zu publizieren, wenn er weiß, dass seine Inhalte noch eine zweite Publikationshürde zu bestehen haben: die der Kuratoren?
Das Internet ist zu voll, zu unübersichtlich und zu laut. Also schaffen wir uns ein neues Internet, ein Internet erster Klasse, dass über dem alten schwebt und dessen Plattformen nur die “Besten” betreten dürfen.
Toller Plan... Ich glaube die Verantwortung liegt jetzt umso mehr bei den normalen, altbackenden Journalismusplattformen, noch leidenschaftlicher Journalismus zu produzieren, der sein Publikum nicht in die Flucht treibt und nicht in den Schoß irgendwelcher elitären Kuratoren oder von Algorithmen gesteuerten Filter, sondern der so “gut” ist, dass das Publikum da bleibt und sich nicht ständig nach Alternativen umschaut.
Von Philip Brink und Marieke van der Velden (Dezember 2015)
“European tourists and Syrian refugees meet each other on the Greek island Lesvos. Sitting on a bench looking out over the sea they talk about war, fleeing, home, work, cars and pets.”
Philip Brink und Marieke van der Velden setzen leider auf tragisch kitschiges Klaviergeklimper und einen überdeutlichen moralischen Zeigefinger. Aber sei´s drum, denn die Dokumentation zeigt herzerwärmende zwischenmenschliche Momente.