Salut, ich heiße Jonathan Gruber und auf diesen Seiten findest Du allerlei Krams von mir. Mal ist es unterhaltsam, mal nachdenklich, mal journalistisch und mal (kommunikations-)wissenschaftlich. Bei Fragen usw. gerne melden.
Auf einer Journalisten-Konferenz in Hamburg im Juni 2017 bin ich auf Konrad Weber gestoßen. Konrad hatte dort die Idee des “Design Thinkings” zum entwerfen journalistischer Produkte vorgestellt. Ich war davon so angetan, dass ich einem kleinen Podcast (feat. meine Großmutter!) versucht habe, dass Konzept zu erklären.
Den Podcast findet man auch hier: http://www.message-online.com/fakten-zu-fake-news/
Im Rahmen eines Rechercheseminars an der Universität Hamburg habe ich einen Podcast zum Thema “Fake News” produziert. Orientiert habe ich mich dabei an amerikanischen Produktionen, wie die “TED Radio Hour”. Davon ist das Ergebnis definitiv noch weit entfernt, aber hey it was a try und ich habe viel dabei gelernt. (Beispielsweise, dass ich viel zu viel selber rede. Besser wäre es, mir jegliche Informationen von Experten – mit einer guten Stimme – erklären zu lassen...)
Die ursprüngliche Beschreibung des Podcasts lautet:
Fake News – ständig und überall, manipulativ und weltbeherrschend, Trump und Putin und wahr und unwahr und unbegreiflich? Vielleicht sind Fake News all das, vielleicht auch nicht. In diesem Podcast schiebe ich das „vielleicht“ beiseite und suche nach den Fakten: Was sind Fake News eigentlich? Wie wirken sie auf uns? Und könnten sie tatsächlich die Bundestagswahl 2017 beeinflussen? Hört selbst im Podcast „Fakten zu Fake News".
In “Jona, Hendrik und die Gesellschaft” rede ich mit Hendrik (Surprise!) über unsere subjektive Sicht auf gesellschaftliche Themen, wie Mode, Feminismus, Erfolg oder Karriere. Wir haben die Folgen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2017 produziert. Link: Jona & Hendrik
Einige Zeit vor unserem Podcast “Jona, Hendrik und die Gesellschaft” haben Hendrik und Ich uns bereits an andern Gesprächsthemen probiert. Beispielsweise haben wir uns eine zeitlang über Sport und seine gesellschaftliche Bedeutung/Funktion unterhalten.
Die Anfänge von Hendrik und meiner Podcastproduktion liegen in einem Podcast namens “Eine Tasse Tee mit Hendrik und Jonathan”. Hier sammelten wir erste Erfahrungen. Schon damals haben wir uns viel mit gesellschaftlichen Fragen und Problemen beschäftigt. Hier sind die letzten vier Folgen des Podcasts. Unsere erste Folge entstand irgendwann Anfang des Jahres 2016.
Ich habe den folgenden Artikel bei digtator.de über Nachrichten-Kurationsdienste gelesen. Vor allem die integrierte Prezi-Präsentation sollte man sich zu Gemüte führen:
Ich selbst bin (war?) ein großer Verfechter kuratierter Inhalte. Dabei handelt es sich um bestehende Inhalte, die von einer oder mehreren Personen ausgewählt und veröffentlicht werden. Bei diesen Kuratoren handelt es sich um Menschen, die aufgrund ihrer Lebenserfahrung, ihrer Profession, ihrer Fachkenntnis oder einfach nur wegen ihres besonders sympathischen Charakters von mir (dem Publikum) das Vertrauen genießen, aus einer Vielzahl von Angeboten, die für mich “besten” (je nach persönlichem Qualitätsstandard, Interesse) herauszufiltern.
Beispiel: thebrowser.com
Kuratoren helfen mir also dabei, trotz der ungeheuren Angebotsvielfalt des Internets den Überblick zu bewahren, befreien mich von dem ständigen Hintergrundrauschen und sorgen dafür, dass mich nur die “besten” Leckerbissen erreichen.
Schön und gut soweit. Nehmen wir einmal an, die Nachrichten-Kurationsdienste erfreuen sich in der Zukunft großer Beliebtheit, ja sie dominieren unseren Nachrichtenkonsum. Was bedeutet das für den Journalismus? Heißt das, es gibt dann zwei Klassen von Journalismus? Einmal den normalen Journalismus, der seine Inhalte publiziert und dann der “bessere” Journalismus, der von einer kleinen Jury das Prädikatssiegel “kuratiert” erhält? Heißt das, weil unser bestehendes journalistisches Modell an seine Grenzen stößt, kein Publikum erreicht, kein Geld verdient, nun ein neues, sauberes, elitäres Modell auf diesem alten errichtet wird? Gebaut von den “Nachrichten-Kuranionsdiensten”, die sich für das Publikum durch die täglichen Müllberge wühlen und nur die besten Teilen für ihr qualitativ hochwertiges journalistisches Produkt verwenden?
Wenn wir solche Dienste benötigen, warum brauchen wir dann überhaupt noch den “normalen” Journalismus? Und warum sollte sich noch jemand damit zufrieden geben, hierfür zu publizieren, wenn er weiß, dass seine Inhalte noch eine zweite Publikationshürde zu bestehen haben: die der Kuratoren?
Das Internet ist zu voll, zu unübersichtlich und zu laut. Also schaffen wir uns ein neues Internet, ein Internet erster Klasse, dass über dem alten schwebt und dessen Plattformen nur die “Besten” betreten dürfen.
Toller Plan... Ich glaube die Verantwortung liegt jetzt umso mehr bei den normalen, altbackenden Journalismusplattformen, noch leidenschaftlicher Journalismus zu produzieren, der sein Publikum nicht in die Flucht treibt und nicht in den Schoß irgendwelcher elitären Kuratoren oder von Algorithmen gesteuerten Filter, sondern der so “gut” ist, dass das Publikum da bleibt und sich nicht ständig nach Alternativen umschaut.
Im Sommer 2015 redete das ganze Land über die Internetseite netzpolitik.org. Der Verfassungsschutz hatte Anzeige erstattet, der Generalbundesanwalt ermittelte wegen Landesverrats. Alle dachten, dies sei ein massiver Angriff auf die Pressefreiheit. In Wahrheit ging es aber gegen das Parlament.
Erneut mit meinem Freund Felix Zohlen hatte ich Ende April die Chance, Illustrationen für einen Artikel von correctiv.org zu erstellen. Während Felix größtenteils am Titelbild und den finalen Fassungen bastelte, “erschuf” ich die drei abgebildeten Portraits.
Quelle der Bilder: https://correctiv.org/recherchen/stories/2016/04/25/anzeige-netzpolitik-landesverrat-zielte-auf-bundestag/
Vor einiger Zeit habe ich mit ein paar Freunden an einem Architekturwettbewerb teilgenommen. Zusammen mit Felix Zohlen ist dabei unter anderem dieser Entwurf entstanden. Wir stellten uns vor, bei Wohnungsmangel ein paar Etagen ins Tempelhofer Feld zu graben…
Mehr Informationen zum BDA-Wettbewerb “Der Himmel über Berlin” + eine Vielzahl weiterer super Entwürfe findet Ihr hier: https://blog.bda-berlin.de/category/bda-galerie/vierzigaufvierzig/4040-6-der-himmel-ueber-berlin/
Die USA (stellvertretend unter anderem für Europa) und Russland (stellvertretend für das Assad-Regime in Syrien) haben sich am Montag auf eine „grundsätzliche“ Waffenruhe geeinigt.
Assad hatte in den Tagen und Wochen zuvor, mit tatkräftiger Unterstützung von Vladimir Putin, eine erfolgreiche Offensive gefahren. Die Süddeutsche Zeitung schreibt:
„Das Assad-Regime, das im vergangenen Sommer militärisch am Rande einer Niederlage stand und kaum noch seine Kerngebiete in Damaskus und Latakia verteidigen konnte, ist stabilisiert. Die vom Westen unterstützte Opposition ist geschwächt. Ein günstiger Moment aus russischer Sicht also, den Status quo einzufrieren, bevor neue Fronten eröffnet werden […].“ (SZ, 24.02.2016)
Ohne sich groß um die Interessen anderer Staaten sorgen zu müssen und mit der geballten Unterstützung seines Landes im Rücken, spielt Putin seit einiger Zeit ein gefährliches Spiel. Es geht darum, seine Macht und die Macht seines Landes auszubauen. Dafür reizt Putin immer wieder die Spielregeln aus, überschreitet sie sogar, nur um kurz vor der Eskalation (und demzufolge der Disqualifikation aus dem Spiel) zur allgemeinen Erleichterung zurückzuweichen. In diesen Ruhemomenten sind die anderen Spieler so erpicht darauf Fortschritte zu erzielen, dass sie breitwillig über die begangenen Regelverstöße – und daraus resultierten Vorteile für Putin – hinwegsehen. Es wird der Dialog gesucht. Ist die Erregung abgeklungen, erhöht Putin wieder den Druck, das Spiel beginnt von vorne. Mit jedem Spielzug verbessert er seine Position.
Putin ist Meister in diesem Spiel. Er weiß ganz genau, wie weit er seine Mitspieler treiben darf, wo ihre Grenzen liegen und wann sie ihm gefährlich werden können. Und er weiß bis wie weit sie bereit sind ihm zu vergeben, um einen Konflikt zu vermeiden. Bis jetzt.
Der Economist fasst die aktuellen (Spiel-)Fortschritte von Putin zusammen:
„[…] a European Union bickering about refugees is desperate für the war to end at almost any cost, while Mr Obama has already given up trying (not very hard) to get rid of Mr Assad.“
„His [Mr Putin] overarching reason for sending bombers to Syria, so soon after annexing Crimea and stirring up a separatist war in east Ukraine, is to force the West to take Russia seriously as a great power. In both cases the Kremlin portrays its action merely as a response to the provocative behaviour of America and its allies.“
„The flow of refugees into Europe, increased by Russian air strikes, is another bonus. Mr Putin has for several years been giving material support to populist and nativist parties in Europe that oppose the EU. They have been boosted by the union’s floundering response to the migrant crisis. A weakened EU, Mr Putin calculates, should make it easier to keep the likes of Ukraine, Georgia and Belarus within Russia’s sphere of influence.“
„Not least, the Syrian campaign is helping to maintain Mr Putin’s approval ratings at home, which remain steady at more than 80% despite a painful recession in Russia, caused by cheap oil, Western sanctions and Mr Putin’s own misgovernment.“ The Economist, 20.-26. Februar 2016
Die aktuelle Situation in Syrien und dem Irak dient also Russlands Interessen. Putin ist momentan nicht an einer abschließenden Lösung interessiert. Keine Lösung ist für ihn die beste Lösung.
* Die Metapher von einem Spiel in diesem Zusammenhang zu verwenden, erscheint makaber angesichts all des Leids. Sie soll das Handeln Putins herunterbrechen und visualisieren, keineswegs aber das katastrophale Geschehen bagatellisieren.
Ein SMS-Gespräch* mit Frido über Freiburg, Flüchtlinge und Fußball.
Jona: Habe bei Facebook gesehen, dass du was zum "Freunde statt Fremde" - Training in Freiburg gepostet hast. Worum geht's dabei?
Frido: Es geht zunächst darum, den geflüchteten Menschen aus den Wohnheimen der Lörracher Straße und Wiesenthalstraße ein wöchentliches Fußballtraining in unmittelbarer Nähe anzubieten. Vom SC Freiburg wurde ein Netzwerk aus Stadt, Diakonischem Werk, Polizeisportverein Freiburg und Eurojournalist.eu initiiert und das Training relativ schnell und unkompliziert auf die Beine gestellt. Der SC Freiburg stellt fast alle Trainer (die natürlich ehrenamtlich unterwegs sind), die Bälle & Trainingsmaterialien und bereitet die Einheiten vor. Zudem konnten alle geflüchteten Menschen mit Trainingskleidung vom SC Freiburg (in zweifacher Ausführung) und Schuhen ausgestattet werden. Hierbei ist die große Spendenbereitschaft bei Spielern der Freiburger Fußballschule aber auch bei den Profis hervorzuheben.
Unsere Ziele sind vielschichtig. Zunächst wollen wir die geflüchteten Menschen mit dem geregelten Ablauf eines Fußballtrainings vertraut machen und einen festen Termin in ihrem Wochenablauf zu etablieren. Im Training geht es natürlich hauptsächlich um Spaß aber auch ums Deutsch lernen. Die ersten beiden Übungen jedes Trainings sind mit Vokabeln lernen oder Dialogen auf Deutsch verbunden. Im Moment haben wir den Themenmonat Uhrzeiten, wo wir gemeinsam durch Fußballübungen halt die Uhrzeiten auf Deutsch lernen. Davor hatten wir Begrüßungsfloskeln. Uns ist wichtig, Umgangsformen zu etablieren. So klatschen wir vor und nach jedem Training und nach jeder Spielform ab und unterhalten uns kurz vor dem Training („Wie geht es dir? Mir geht es gut und dir? Wie war deine Woche?“ usw.).
(Hier: Der Link zu einem Film über das Projekt.)
Die (Vokabel-)Übungen nehmen aber nur so 30 Minuten des Trainings ein, ansonsten Spielen wir einfach nur, inzwischen in Turnierform. Langfristig wollen wir die Spieler in die Vereine integrieren. Erste Schritte haben bereits funktioniert. So nehmen unsere besten vier Spieler am Training des Polizeisportvereins, der auch den Platz für unser Freunde-statt-Fremde-Training zur Verfügung stellt, teil. Zudem sind drei-vier jüngere Spieler im D-Jugend-Training. Die Spieler sind darüber sehr, sehr glücklich und von den Trainern des Vereins kommen auch positive Rückmeldungen.
Ich bin auch stolz, wie engagiert der SC Freiburg in der Arbeit mit geflüchteten Menschen ist. Über eine Pfandbechersammelaktion beim Pokalspiel gegen Augsburg und dem Sondertrikot „Freunde statt Fremde“ gegen Union Berlin wurden 40.000 Euro eingenommen, die an zwei Freiburger Flüchtlingsinitiativen gegangen sind, welche sich der Arbeit mit geflüchteten Menschen verschrieben haben.
Jona: Wie bist du zu der Aktion gekommen?
Frido: Ich bin Mitarbeiter beim SC Freiburg in der Sparte „Gesellschaftliches Engagement“. Dort entstand die Idee für das Training und ich war dann auch direkt dabei.
Jona: Wie lange läuft das Ganze schon?
Frido: Am 24.11. fand das erste Training statt.
Frido: (2015)
Jona: Christian Streich hat sich ja auch mal vor einiger Zeit recht deutlich zum Thema Flüchtlinge geäußert. Woher kommt dieses starke Engagement beim SC?
Frido: Das kann ich als einfacher Mitarbeiter natürlich nicht komplett beantworten. Ich denke aber, dass viele der handelnden Personen im Verein sehr weltoffen sind und über den Tellerrand des Fußballs hinaus schauen. Die Sparte „Gesellschaftliches Engagement“ ist sehr groß, wahrscheinlich eine der größten im deutschen Profifußball (gemessen an der Größe des Vereins und der Stadt). Zudem ist die grüne Stadt Freiburg auch für seine Willkommenskultur und Weltoffenheit bekannt. Dies spiegelt sicherlich auch der SC wieder.
Jona: Die SZ schrieb zuletzt über Sexismus und Rassismus in Freiburg. Bars und Clubs sollen Flüchtlingen den Eintritt verwehren, wegen Diebstahls und sexueller Übergriffe. Hast du davon was mitbekommen?
Frido: Ja, na klar. Leider muss man hier die Medien etwas kritisieren (was ich nicht so gerne mache, weil dass den „Lügenpresse“-Spinnern ähnlich ist). Angefangen hat alles schon mit einem unvollständigen Bericht in den hiesigen lokalen Medien, welcher dann von überregionalen Medien übernommen wurde (Stichwort Skandalisierung). Die SZ hat hier (wieder einmal) einen sehr guten Job gemacht, selbst recherchiert und nicht einfach abgeschrieben… zu dem Artikel kann man wenig hinzufügen.
Ich habe es selber in meinem Verein bei einer Feier erlebt. Wir haben auch einen geflüchteten Menschen bei uns in der Mannschaft, und als er betrunken war, hat er wie selbstverständlich Frauen begrapscht und wollte sie küssen. Danach war er völlig aufgelöst, als wir es ihm erklären wollten. Integration geht nicht von heute auf morgen und ich finde die Idee vom White Rabbit gut, dass man die geflüchteten Menschen schult / ihnen erklärt, wie Clubkultur in Deutschland aussieht.
Jona: Die Geschichte vom ach so weltoffenen und "grünen" Freiburg, das sich nun mit Rassismus rumschlägt, ließ sich wahrscheinlich gut verkaufen. Trotzdem ist auch in Freiburg nicht alles mit den Flüchtlingen in Butter, aber man versucht die Probleme zu lösen. Richtig?
Jona: Wie sind die Flüchtlinge denn so als Fußballer? Kann ich mir Hoffnung auf neue Talente für die Nationalmannschaft machen? ;)
Frido: Ja genau, das ist Wasser auf die Mühlen der „besorgten Bürger“. Und die bringen auch Klickzahlen. Insgesamt ist die Situation in Freiburg in meinen Augen aber gut bis sehr gut. Auf dem großen Helferfest konnte man sich ein Bild davon machen, so viel Hilfsbereitschaft, Angebote, so viele Initiativen usw. sind wirklich nicht selbstverständlich. Ich sehe oft geflüchtete Menschen in der Stadt, die von Deutschen herumgeführt und begleitet werden. Ich würde behaupten, dass es geflüchtete Menschen in anderen Regionen Deutschlands schwerer haben. Aus den vielen Gesprächen mit den geflüchteten Menschen höre ich auch immer wieder große Dankbarkeit und auch die Freude darüber, in Freiburg zu sein. Also die Angebote und Hilfen für die geflüchteten Menschen sind da, trotzdem fehlt es natürlich an Wohnraum. Ich war bei meinen neuen Freunden auch schon im Wohnheim: zu acht in einem Zimmer in Hochbetten, Null Privatsphäre.
Frido:
Jona: Bald sind ja Landtagswahlen in BaWü. Würdest du sagen der Umgang mit Flüchtlingen in Freiburg hat die Chancen für Grün-Rot auf eine Wiederwahl gesteigert oder erschwert? (Und schau noch einmal auf meine Frage oben bzgl. der fußballerischen Qualität der Neuankömmlinge.) Ach und mag der SC besonders gern seine grüne Regierung? Die beiden scheinen ja ganz gut zusammenzupassen...
Frido: Wir haben einen richtig guten Fußballer, Yazan aus Homs. Der hat beim mehrfachen syrischen Meister und Pokalsieger al-Karama in der Jugend gespielt. Das wäre bei uns aber auch nur so Landesliga/Bezirksliga-Niveau. Hoffe, dass er es im Verein beim PSV schafft und bin gespannt, ob er vielleicht noch höher spielen kann. Aber das ist alles noch Zukunftsgeplänkel. ;) Generell ist aber das Niveau ganz gut. Ein bisschen problematisch ist die scheinbar andere Fußballkultur in den Regionen, aus denen die geflüchteten Menschen kommen. Es wird viel gedribbelt und wenig abgespielt, dazu viel diskutiert. Das verbessert sich aber mit jedem Training. Wir Trainer spielen immer mit und versuchen auch durch unsere Spielweise mehr Teamspiel zu provozieren. Inzwischen sind schon echt gute Kombinationen zu sehen.
Ich kann wirklich nicht sagen, ob der SC seine grüne Regierung mag. Wer ist der SC? Der Vorstand, die einfachen Mitarbeiter, die Spieler? Jeder wählt was anderes. Der SC ist ein Vorreiterclub, was das Umweltengagement angeht. Die Fußballschule wurde umweltbewusst gebaut, das Schwarzwaldstadion ist ein komplettes Solarstadion und beim neuen Stadion wird auch auf eine umwelteffiziente Konzeption geachtet. Deswegen würde ich jetzt mal vermuten, dass ein nicht geringer Teil der Mitarbeiter die grüne Regierung schätzt.
Zu den Landtagswahlen: Das ist schwer einzuschätzen. Ich denke, die Flüchtlingsfrage hat den Aufstieg der AfD befeuert, weswegen eine Grün-Rote Regierung schwieriger geworden ist. Insofern eher erschwert.
Jona: Letzte Frage: Wird der SC Freiburg dieses Jahr in die Bundesliga aufsteigen?
Frido: Es wird viel schwieriger, als viele denken. In der Hinrunde haben einige Spieler über ihrem Niveau gespielt und man ist von Verletzungen größtenteils verschont geblieben. Jetzt war mit Philipp DER Schlüsselspieler verletzt und es gab prompt zwei Niederlagen. Gegen die Top-Sechs der Tabelle hat man insgesamt glaube ich nur fünf Punkte oder so geholt. Jetzt wurde gegen Düsseldorf auch noch gegen einen Abstiegskandidaten verloren. Die Auswärtsspiele waren schon in der Hinrunde größtenteils schlecht… Momentan bin ich eher pessimistisch. Positiv stimmt, dass sich die Top-Sechs der Tabelle gegenseitig die Punkte wegnehmen. Insofern wird es wohl bis zum letzten Spieltag spannend werden.
Jona: Kacke verdammte. Ich hoffe schwer, dass es die Freiburger schaffen.
* Das jonaundwal SMS-Gespräch hat tatsächlich so stattgefunden. Aus Rücksicht auf die Teilnehmer wurde die Rechtschreibung überarbeitet und auf Nachnamen verzichtet. Nachträglich wurden in diesem Fall einige Redewendungen vom Gesprächspartner glattgebügelt. Der original Sinn der Aussagen wurde jedoch beibehalten. Versprochen.
Der junge, nennen wir ihn mal “BengelDiadem” ist in die Spielwelt eingetaucht. Von dort spricht er über den neuen, alten und mittelalten, heißen Scheiß im Småland-Spieleparadies.
(Das folgende Gespräch hat tatsächlich per SMS stattgefunden. Aus Rücksicht auf die Teilnehmer und zu deren Schutz wurden die Namen geändert und wurde versucht, die Rechtschreibung zu überarbeiten.)
Jona: Kalimera, kalimera. Wie nennt man eigentlich diese Gamer, die auf Youtube, Twitch und Co unterwegs sind und Videos, Podcasts etc. erstellen?
BengelDiadem: Es gibt verschiedene Bezeichnungen. Eine ist zum Beispiel "Gamer" oder bei Twitch "Streamer" bei Youtube wird auch für Single Player (Leute die alleine aufnehmen und spielen) der Begriff Let's Player benutzt.
Jona: Wer ist aus deiner Sicht momentan der Interessanteste?
BengelDiadem: Da gibt es aus meiner Sicht viele verschiedene sehr interessante Youtuber. Es kommt vor allem darauf an, für welche Spiele du dich selber interessierst. Aber meine drei Lieblingsyoutuber sind:
1. Für League of Legends : Sp4zie, ein sehr sympathischer Schwede.
2. Für MMORPGS*: TheLazyPeon, ein langjähriger World-of-Warcraft-Spieler, der wöchentlich neue Spiele vorstellt und...
3. ...als Letztes meine Favoriten und eigentlich Allrounder in der Gaming-Szene: PietSmiet, ein deutsches 5er-Team, welches berühmt für ihre lustigen Chaos-Gruppen-Let's Plays sind.
Empfehlen kann ich aber auch VanossGaming, TotalBiscuit, KSI, oder auch Gronkh. Man sieht, dass es eine große Auswahl an vielen guten Gaming-fokussierten Youtubern gibt und das es im Endeffekt auf den eigenen Charakter ankommt, welchen man präferiert.
Jona: Die erstellen doch nicht nur Youtube-Videos, sondern sind auch auf anderen Kanälen unterwegs, oder? Von wo bis wo reicht das Angebot?
BengelDiadem: Also das Angebot ist wirklich groß, da Youtuber auch streamen oder im Falle von PietSmiet und TotalBiscuit Gaming-Podcasts machen in denen sie über Gott und die Welt sprechen, aber auch neue Spiele vorstellen.
Ebenso sehr beliebt sind sogenannte Vlogs. In diesen Vlogs filmen sich die Youtuber selbst und reden in die Kamera, während sie irgendwas unternehmen oder was Neues in ihrem privaten Leben passiert. Es gibt verschiedene Vlogs. Als Beispiel kann man sich einmal Frag PietSmiet angucken oder Sp4zie IRL anschauen. Auch auf PietSmiet selbst gibt es Vlogs, in denen die Jungs über Gaming Conventions wie die E3 oder die Gamescom gehen und verschiedene Stände vorstellen. Vlogs sind also die sogenannten IRL-Momente der Youtuber. IRL steht dabei für “In Real Life”, also nicht in einem Spiel. Die Podcasts im Gegensatz dazu kann ich auch jedem empfehlen. Hierbei erlegen sich die Youtuber keine Grenzen auf und reden über Rassismus, Politik oder die letzte TV-Show. Dabei geht jedoch auch immer ein großer Teil des Podcasts für Spiele drauf.
(30 Minuten später)
Jona: Was spielst du gerade?
Jona: Wie liefs?
Jona: Gibt es eigentlich auch weibliche Youtuber?
BengelDiadem: Ich habe gerade League of Legends gespielt und gewonnen :). Es gibt weibliche Youtuber, aber ich gucke diese nicht, weil ich sie nicht gut finde. Deshalb kann ich darüber nichts erzählen.
Jona: Warum findest du sie nicht "gut"? ;)
BengelDiadem: Ich mag die Stimmen der Meisten nicht.
Jona: Hahaha..und die Anziehungskraft des weiblichen Geschlechts macht das nicht wieder wett?
BengelDiadem: Diese “Anziehungskraft durch anzügliche Kleidung” wurde sogar von Twitch gebannt.
Jona: Richtig so. Haben einfach keine Ehre diese Damen, die armen Männer da zu treffen, wo sie am schwächsten sind...
Jona: Aber generell sind unter den Spielern relativ wenige Frauen?
BengelDiadem: Es werden mehr aber durchschnittlich kommen ungefähr 25 Männer auf eine Frau.
Jona: Mamma Mia... Zum Schluss, was geht momentan so ab in der Spielwelt? Irgendein neues Spiel/Trailer/Ereignis über das viele reden?
BengelDiadem: Mhh, schwierig zu sagen. Bei League of Legends fängt LCS* wieder an und Far Cry Primal hat einen Real Life-Trailer bekommen. Die Gaming-Szene ist aber so groß ( MOBA*, FPS-Shooter*, RPG*, MMORPGS, Strategie-Spiele) das immer was los ist und neue Trailer kommen. Die Frage ist dann nur: Was wird der nächste große Hit? – doch da kann man nur raten. Große Release-Events stehen aktuell nicht an.
ABKÜRZUNGSVERZECIHNIS:
*LCS = League of Legends Championship Series
*MMORPGS = Massively Multiplayer Online Role-Playing Game
*MOBA = Multiplayer Online Battle Arena
*FPS-Shooter = First Person Shooter
*RPG = Role-playing Game