mount athos series 410 / portraits
© 2024 Yiannis Krikis
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mount athos series 410 / portraits
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2024, aber auch schon 2019
Der Zahnscanner
Die Zahnärztin braucht eine Gesamtübersicht über mein Gebiss. Bisher hat sie mir dazu einen kieferförmigen Metalllöffel in den Mund gesteckt, der mit einer pastösen Kunststoffmasse gefüllt war. Ich biss auf den Löffel und wir warteten beide einige Minuten darauf, dass der Kunststoff aushärtet. Dann das ganze noch einmal für die andere Kieferhälfte. Bei vielen Menschen löst dieses Verfahren einen starken Würgereiz aus, bei mir nicht. Ich finde eher den Moment unangenehm, wenn die Kunststoffmasse von den Zähnen gelöst wird. Dazu muss die Zahnärztin kräftig herumruckeln und -hebeln und ich habe das Gefühl, Füllungen, Kronen oder ganze Zähne müssten in der Abdruckmasse stecken bleiben. Das tun sie natürlich nicht. Trotzdem bin ich froh, als der Abdrucklöffel in der Schublade bleibt und stattdessen ein Intraoral-Scanner hereingerollt wird. Das Handstück sieht aus wie eine überdimensionale elektrische Zahnbürste. Statt eines Bürstenkopfs sitzt am oberen Ende ein etwa zwei mal zwei Zentimeter großes Scanfeld. Der Scankopf wird an allen Zahnoberflächen entlanggeführt; an den hinteren Backenzähnen ist das wegen der Größe des Gerätes etwas mühsam. Nach wenigen Minuten sind alle Daten erfasst und auf dem Bildschirm erscheint ein farbiges Bild meines Gebisses. Die Zahnärztin kann die Ansicht in alle Richtungen drehen und wenden und meine Zähne aus jedem beliebigen Winkel betrachten.
Die Daten werden an das Labor geschickt, das die Ersatzteile anfertigt, erklärt sie mir. Falls dort ein physisches Abbild meiner Zähne nötig ist, wird es mit einem 3-D-Drucker hergestellt. 2024, fünf Jahre nach meinem ersten Scan-Erlebnis, kann das Gerät noch mehr. In einer Schwarz-Weiß-Darstellung kann auch ich als Laiin einen hellen Kariesfleck auf einem dunklen Zahn deutlich erkennen. Später lese ich nach, dass hier Near-Infrared-Imaging-Technologie eingesetzt wird. Intakter Zahnschmelz ist relativ transparent, wenn er mit Nahinfrarotlicht durchleuchtet wird und erscheint auf dem Bild dunkel. Am kaputten Zahnschmelz wird das Licht teilweise reflektiert, deshalb sieht Karies heller aus.
(Marlene Etschmann)
Karies - Wehe Mir, Wehe Dir
Ich kann nicht verändern, wie es war Wehe mir, wehe dir, Wehe was noch passiert
halle 2019
Karyes, Mount Athos, Macedonia Greece
A66 Wiesbaden
mount athos series 405 / churches
© 2024 Yiannis Krikis