Tag 1121 / Leide ich unter Alkophobie?

seen from United States
seen from United Kingdom
seen from Russia
seen from Türkiye
seen from France

seen from Malaysia

seen from United States

seen from United States

seen from Indonesia

seen from Australia
seen from Malaysia

seen from Indonesia
seen from China
seen from United Kingdom

seen from India
seen from Canada

seen from Indonesia
seen from Türkiye

seen from Indonesia
seen from United States
Tag 1121 / Leide ich unter Alkophobie?
Tag 428 / 10 Packungen Kekse
In Friedrichshain-Kreuzberg ist es wesentlich ungewöhnlicher zehn Packungen Kekse im Sonderangebot zu kaufen, als ein Bier zum Frühstück zu trinken. In Köln-Ehrenfeld ist das sicher genauso. Und in Hannover-Linden auch.
Wer dreht sich denn genau so verächtlich blickend um wie der Junge an der Kasse vor mir und flüstert seinem Vater etwas ins Ohr, wenn jemand sich vormittags eine Bierflasche an den Hals setzt? Die Kassiererin trägt erheblich dazu bei, dass die Aufmerksamkeit der gesamten Kundschaft auf mich gelenkt wird. Denn schon bevor sie jede einzelne Kekspackung über den Warenscanner zieht, fragt sie laut: “Kaufst du alle unsere Kekse auf?”
Bald darauf dann zu einer vorbeigehenden Mitarbeiterin: “Tina, du musst den Aktionsstand umdekorieren. Die Frau kauft jetzt alle Kekse.”
Und “Die Frau mit den vielen Keksen” nennt sie mich später noch.
Maaaaaaan! Tussi! Es sind KEKSE! Ja! Die sind im Angebot. Und ich esse manchmal pro Woche drei Packungen davon! Sind ja auch nur 150g drin. Das sind saugeile, leckere, gesunde Kekse mit nur fünf guten Zutaten. Nichts mit Milch und nichts mit Butter. Die Verpackung ist stylisch. Sie schmecken phantastisch!
Ich habe diese Kekse sehr oft bei mir, wenn ich unterwegs bin. So wie eine Flasche Wasser. Entsprechend den Empfehlungen für mich von den länger Trockenen vor einem Jahr. Entsprechend dem Kapitel 9 “Süßes essen, Fruchtsaft trinken” im 1975 erstmals erschienenen Buch “Trocken bleiben - nüchtern leben”, dessen 18. Ausgabe ich an meinem 10. trockenen Tag geschenkt bekam. “Hab immer ne Flasche Wasser dabei.” “Iss gut und regelmäßig.” Auf einen gefüllten Magen säuft es sich schlecht, weil die Wirkung so lange braucht. Also kann man es auch gleich lassen. Hunger nicht mit Suchtdruck verwechseln. Mit guter Nahrung im Magen “fühlen wir uns auch seelisch und körperlich besser.”
Und selbst wenn ich alle zehn Kekspackungen auf einmal essen würde - welchen Schaden für die Allgemeinheit könnte ich damit anrichten? Bei zehn Bier sieht das schon ganz anders aus. Und es reichen auch schon fünf halbe Liter zur absoluten Fahruntauglichkeit.
Auf dem Warenlaufband noch vor der Familie liegen tatsächlich vier, fünf Bierflaschen. “Waaas? Fünf Bier? Sind die alle für dich? Trinkst du um diese Uhrzeit schon Bier? Hast du nicht gestern hier erst Bier gekauft?” Das fragt die Kassiererin nicht. Weder in Friedrichshain-Kreuzberg noch anderswo. Weder bei fünf Bierflaschen, noch bei fünf Bierkästen.
Schade nur, dass nicht 14 Packungen Kekse noch im Regal waren. Dann hätte ich womöglich kontern können, dass ich nicht die Frau mit den 14 Kekspackungen bin, sondern: “Ich bin die Frau mit den 14 Monaten Abstinenz.”