Foodsharing – -Ein Beitrag -von F.Delaporte
Weltweit werden circa 50 % aller Lebensmittel entweder achtlos weggeworfen, vergammeln in Kühlschränken und Vorratskammern oder werden zu Tierfutter verarbeitet bzw. zur Energiegewinnung missbraucht. Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) spielt dabei vor allem im Lebensmitteleinzelhandel eine zentrale Rolle. Ist das Datum erreicht oder gar überschritten, lässt sich das Produkt nicht mehr verkauften. Aus diesem Grund werden Lebensmittel in Supermärkten, Lebensmitteldiscountern und im Großhandel oft bis zu eine Woche (sieben Tage) vor Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums aus den Regalen genommen. Ein Teil davon wird zur Energiegewinnung oder als Tierfutter verwendet statt bei den Tafeln oder anderen gemeinnützigen Einrichtungen, wie die Caritas, Kirchengemeinden, Jugendzentren, Schulen oder Kindergärten zu landen. Die Verschwendung von Lebensmitteln und Spekulationen an den Finanzmärkten, an denen unter anderem die deutsche Bank, die Commerzbank und diverse Versicherungskonzerne beteiligt sind führen vor allem in der dritten Welt zu einer verheerenden Hungersnot! Es wäre möglich 12 Milliarden Menschen zu ernähren. Die harte Realität ist, dass zwei Milliarden Menschen weltweit Hunger leiden und alle drei Sekunden ein Kind an Unterernährung stirbt. Nicht eingerechnet sind die Menschen, die wegen Begleiterscheinungen, wie Krankheiten, mangelhafte Hygiene oder fehlende Sozialleistungen, wie Krankenversicherungen und damit einhergehend fehlende medizinische Versorgung sterben. Auch in Europa sieht es nicht viel besser aus. Betroffen sind vor allem Sinti und Roma, aber auch Menschen mit Suchterkrankungen, Arbeitslose, Geringverdiener, Rentner vor allem jedoch Obdachlose. Zustände wie in der dritten Welt gibt es auch in Reichen Ländern, wie Deutschland! Das liegt vor allem daran, dass bestimmte Menschen aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Man möchte mit ihnen nichts zu tun haben. Einen ernstzunehmenden Grund hierfür gibt es nicht. Hass oder Abneigung durch den einen kann die Armut und das Elend des anderen nicht rechtfertigen. In Deutschland ist Müll – anders als beispielsweise in Österreich nicht herrenlos. Hierzulande hat sogar Müll einen Besitzer. Es ist als könne man aus Scheiße Gold machen! Diese Gesetzeslage macht das sogenannte Containern zu einem Delikt. Wobei sich die Straftat meistens auf Hausfriedensbruch beschränkt. Deshalb ist es wichtig mit dem Lebensmittelhandel ins Gespräch zu kommen und darum zu bitten unverkäufliche Lebensmittel entweder gegen einen geringen Obolus oder kostenlos mit zu nehmen. Eine andere Alternative sind die Wochenmärkte, die es in jeder Stadt gibt oder das oben genannte Foodsharing. Hierbei vernetzen sich Menschen meistens über das Internet und bieten einander übriggebliebene und genießbare Lebensmittel kostenlos an. Es gibt aber auch Fairteiler stellen, an denen man Lebensmittel hinterlassen kann, damit sich andere Menschen bedienen können.
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