Tag 223, 30/03/2014, Sonntag - Lagebericht
Mittlerweile bin ich 19 geworden und habe mich viel zu lange nicht gemeldet.
Die letzten beiden Wochen waren hier für mich super stressig, da ich auf der Suche nach einer neuen WG war und lange nicht fündig wurde, vorallem, da ich ab Mai ja nur noch drei Monate hier sein werde. Damit war ich für alle Vermieter denkbar unattraktiv.
Letzten Mittwoch habe ich dann glücklicherweise doch ein superhelles WG-Zimmer mit kleinem Balkon mitten in der Stadt in einer WG mit sechs Mitbewohnern gefunden, in das ich ab Mai einziehen werde. Von da aus werden es dann auch nur noch wenige Schritte bis zu meinem Lieblingsrestaurant hier in Barcelona sein, dem Veganer. Ob das meinem Geldbeutel guttun wird, wage ich noch ein wenig zu bezweifeln.
Seit meinem letzen Bericht über das Wandern auf dem Montserrat ist so einiges passiert.
Ich war unter anderm Segeln, auf einer Jacht aus dem Jahre 1947, mit deren Besitzer und drei anderen mehr oder weniger segel-unerfahrenen. Es war bestes Wetter und ich habe die vier Stunden auf dem Mittelmeer in der Ruhe vor dem Lärm der Stadt sehr genossen.Leider kann ich davon keine Fotos zeigen, da ich nur mein Handy dabei hatte, das leider in der Zwischenzeit gestohlen worden ist. Das Resultat dieses Diebstahls war für mich ein Tag unglaublichen Ärgerns über Barcelona und seine Diebe und vorallem darüber, dass ich mich schon wieder hatte bestehlen lassen. Um das Handy an sich war es nicht sehr ärgerlich und es ist längst wieder ersetzt. (DANKE an Mama, die schnell ein neues besorgen konnte und mir mitgebracht hat :) )
Mama und Martin haben mich nämlich auch schon hier besucht und ein Appartment direkt gegenüber meiner WG gemietet, in das ich für die Zeit des Besuchs auch eingezogen bin. Ungewohnter Luxus: jede Menge Platz, ein großes Bett mit dicker Matratze, eine große Dusche mit durchgehend warmem Wasser und kein kaltes Badezimmer mit Löchern in der Wand zum Lüften.
Obwohl ich während des Besuches kaum Zeit für die beiden hatte (abgesehen von den Abenden nach der Arbeit), habe ich ihren Besuch sehr genossen und es fiel mir schwer, mich wieder von ihnen zu verabschieden.
Lange Zeit, darüber nachzudenken hatte ich allerdings nicht: direkt nachdem ich Mama und Martin am Zug Richtung Flughafen verabschiedet hatte, hatten schon zwei andere Freiwillige aus Gran Canaria Quatier in unserer WG bezogen. Das Zwischenseminar in Sils stand an und sie waren schon zwei Tage vorher nach Barcelona gekommen, um die Stadt unter die Lupe zu nehmen.
Die Seminarwoche in Sils habe ich besonders deswegen genossen, weil wir quasi den ganzen Tag an der frischen Luft waren. Draußen in der Sonne war es nämlich bedeutend wärmer als im eiskalten Seminargebäude, das eigenlich nur aus vier Steinwänden mit Fenstern, einem Steinboden und einem eingebauten Grill in einem großen Raum bestand.
Spaß hatten wir neben dem ernsten Teil des Seminars jede Menge und die anderen Freiwilligen teilweise nach einem halben Jahr zum ersten Mal wiederzusehen und ihre Geschichten zu hören war eine unglaubliche Erfahrung(saustauch).
Mogen werden dann auch schon wieder Mama und Rieke zu Besuch kommen bis Donnerstag. Am Freitag habe ich dann einen Tag Zeit, mich auf meine Ferien vorzubereiten und am Samstag geht´s dann los nach Granada ins Hostel! Ich freue mich sehr, bin aber auch ziemlich aufgeregt.