ich wurd ja vor so knapp nem monat von meiner therapeutin mit ner zwangsstörung diagnostiziert
eigentlich wollte ich ja in psychotherapie, weil mir von allen möglichen nicht-psych* ärzten in krankenhäusern ständig gesagt wurde, dass meine kopfschmerzen ja bestimmt psychosomatisch seien und ich in psychotherapie gehöre, weil sie keine physische erklärung für die migräneanfälle gefunden hatten (sie hatten nach meningitis, ms, schlaganfällen, hirntumoren uvm gesucht und nix davon gefunden und sind irgendwie nicht darauf gekommen, dass es eine migräne sein könnte? obwohl ich jedes mal sofort gesagt hab, dass es wahrscheinlich ne migräne is? (hausarzt und niedergelassener neurologe meinten migräne, krankenhäuser haben nie an migräne gedacht, also muss es ihrer meinung nach psyschich sein weil bin ja auch in psychiatrischer behandlung und so...))
jedenfalls da es meinen depressionen eigentlich momentan ganz okay geht (bzw es geht der depression nich so gut, sondern eher mir lol) und ich nicht der meinung bin, dass meine migräneanfälle psychosomatisch sind (wenn etwas in immer der gleichen physischen situation passiert, aber in unterschiedlichen psychischen situationen (zb viel los und gestresst oder weniger los und nicht gestresst, aber beide male müde und viel elektromagnetische ladung in der luft (hab in nem lager für elektroteile gearbeitet lol)), dann ist das mmn eher physisch und nicht psychisch...), wusste ich halt nich so recht was ich in therapie machen sollte, also hab ich halt die gelegenheit genutzt und einen zwangsgedanken angesprochen, der mich seit jahren fertigmacht
tjo, ein paar sitzungen, in denen auch viel anderes besprochen wurde, was ich halt als kind nicht so lernen konnte, und ein paar diagnostische fragebögen später kam meine therapeutin dann mit „wir haben eine diagnose“ und hat mir die auswertung gezeigt, in welchen bereichen ich halt nicht nur überm cutoff liege sondern halt auch gerne mal im höchsten bereich rumdümpel
und wir haben jetzt den letzten teil der therapie beendet und sind jetzt dabei, uns die zwangsstörung mal vorzunehmen
und je mehr wir uns damit beschäftigen, desto weniger denk ich, dass die diagnose sinn macht?
also ich habe definitiv tendenzen richtung zwangsstörung, das will und kann ich gar nicht bestreiten, aber es ist halt nicht in nem umfang, wo ich denke, dass es diagnostiziert werden muss
zb hat meine therapeutin mir ein buch geliehen, in dem die beschriebenen leute halt mehrere stunden am tag mit ihren zwängen verbringen müssen. so weit ist es bei mir noch lange nicht. und beim schauen, was für zwänge ich denn so haben könnte, meinte meine therapeutin halt auch bei mehreren dingen, die schon als exzessiv auffallen und anderen aufgefallen sind, dass es nicht so schlimm ist, dass es unter zwänge fallen würde
oder auch beim versuch, einigen der dingen zu widerstehen, zb sicherheitsnetz nummer 82 nicht mitzunehmen, denke ich halt nicht aktiv genug daran, um deutlich gestresst zu sein, weshalb meine therapeutin meint, dass es dann wohl kein zwang ist, sicherheitsnetz nummer 82 mitzunehmen
und so weiter
und jetzt gerade hab ich die therapiehausaufgabe, aufzuschreiben, wie sich mein zwang entwickelt hat und wann er aufgetreten ist usw. und ich erinnere mich halt nicht daran, für mich haben diese eigenarten schon immer existiert und mein erinnerungsvermögen reicht von nichtexistent zu kaum vorhanden. ja, bei der ein oder anderen sache könnte ich ein auslösenden ereignis zuordnen, aber davon weiß ich immer noch nicht, wann das war und ob die eigenart überhaupt ein zwang ist oder nicht
ich weiß halt nicht, ob eine diagnose so viel sinn ergibt, wenn ich nicht mal weiß, ob ich denn überhaupt zwänge habe und ob die überhaupt einen großen einfluss auf meine lebensqualität haben, denn zb die ältesten eigenarten, die man als zwänge bezeichnen könnte, haben für mich in meiner situation keinen einfluss auf meine lebensqualität, weshalb ich sie eher als eigenarten statt als zwänge bezeichnen würde, auch wenn ich sie nicht nicht tun kann. ich habe halt keinen großen grund, etwas gegen sie zu unternehmen 🤷♀️
sprich: ich verbringe nicht stunden pro tag damit, meinen zwängen nachzugehen, meine lebensqualität ist von fast allen meiner eigenarten nicht besonders stark eingeschränkt und meine eigenarten fallen noch nicht in das extrem zwang, auch der meinung meiner therapeutin nach
auch wenn ich tendenzen in richtung einer zwangsstörung habe, sehe ich den leidensdruck jetzt nicht gegeben, um eine diagnose zu stellen oder groß etwas gegen die eigenarten zu tun
ja, ich horte dinge (vor allem digital hoarding, ich verbringe seit einigen wochen den großteil meines tages mit kopieren und verschieben meiner knapp 4TB dateien auf meinem pc, weil mein pc den geist aufgibt) und kann kaum durch mein zimmer gehen, weil ich keine dinge wegschmeißen kann, ob sie wert, sinn oder zweck haben oder eben nicht (zb verpackungen von pokemonkarten oder kuscheltieren)
ja, ich muss immer die volle kontrolle haben und alles sofort wissen und beachten und mehr sicherheitsnetze für alle möglichen unwahrscheinlichen szenarien dabei haben als sinn ergibt und mein rucksack wiegt 20kg deswegen und ich muss alles immer zehnfach prüfen
ja, ich wasch meine hände (vor allem bei essensvorbereitung (vor allem für andere)) so oft, dass meine hände öfter mal ausgetrocknet und rissig sind und anderen auffällt, wie nass das frische handtuch ist
aber das ist alles nicht in diesem extrembereich, den meine therapeutin erwartet oder der in dem buch beschrieben wird
und ich komme nur auf einen zwang, der wirklich meine lebensqualität einschränkt, und der ist kein zwang, etwas zu tun, sondern ein zwang, etwas nicht zu tun, und ich weiß nicht mal, ob das als zwang im sinne einer zwangsstörung zählt
also bin ich mir im moment halt nicht sicher, ob es wirklich sinn macht, mir die diagnose zwangsstörung zu geben, weil weder der leidensdruck hoch genug ist noch großer handlungsbedarf besteht außer halt bei diesem einen zwang, bei dem ich nicht sicher bin, ob er als zwang zählt
und das alles darf ich morgen meiner therapeutin erklären, direkt nachdem ich erkläre, warum ich die hausaufgaben nicht wirklich gemacht habe














