Heute ist kein Arbeitstag, heute ist STREIKTAG !
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Heute ist kein Arbeitstag, heute ist STREIKTAG !
what a mood kolleg:innen.
spray
Streik!
#Streik! Über die Anfänge der Arbeiterbewegung und erste Arbeitskämpfe in #Lingen, (Stadtarchiv-Reihe Archivalie des Monats)
Streik! Lingens Stadtarchivar Dr. Mirko Crabus berichtet auf der Website des Stadtarchivs über die mühsamen Anfänge der Arbeitskämpfe in Lingen: “Im Zuge der Industrialisierung nutzten die Arbeiter zunehmend Streiks als Mittel, ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Bald entstanden die ersten Gewerkschaften. Bekämpft wurden sie von den Unternehmern, aber auch vom Staat, der immer wieder…
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(C) Thomas Plaßmann
Germany today: If you don't own a car, you are basically fucked
Airports, ports, trains, buses and subways will all be hit by the walkouts.
etwas ausführlicheres streik-update (für alle, die es interessiert):
montag, 20.6.22, beginnt die 8. streikwoche. tag 50.
die verhandlungen laufen erst seit der 3. streikwoche, und das sehr schleppend. die arbeitgeber versuchen alles, um einen tarifvertrag zu umgehen und den streik aufzulösen, sie versuchen die beschäftigten zu spalten und unseren teamgeist zu brechen. doch jeder von uns weiß: krankenhaus ist teamarbeit. wenn ein zahnrad fehlt, funktioniert es nicht, und am ende leidet der patient.
am dienstag, dem 14.6., gab es eine gerichtsverhandlung, da die arbeitgeber in bonn über eine einstweilige verfügung versuchen wollten, den streik aufzulösen - das ergebnis: das gericht erklärte den streik und unsere forderungen für gerechtfertigt. das gesetz ist auf unserer seite - und damit auf seite aller menschen, denn jeder einzelne von uns wird im laufe seines lebens in irgendeiner weise gesundheitsversorgung benötigen.
und warum dauert das dann alles so lang? warum gibt es nicht längst einen tarifvertrag entlastung?
a) die politik hat zwar zugesagt, dass es den tarifvertrag entlastung geben wird, sich aber dann feige aus der affäre gezogen und die verhandlungen komplett auf die arbeitgeber abgewälzt. sie hat sich dann auch noch viel zeit gelassen, um den rechtlichen rahmen zu schaffen, damit die arbeitgeber überhaupt in der lage sind, vernünftig zu verhandeln - also danke für nichts.
b) in den verhandlungen auf arbeitgeberseite sitzen zu 90% alte männer, die (mit verlaub) sonst den ganzen tag in ihren bürostuhl pupsen und lediglich mit schwarzen oder roten ziffern jonglieren. (das sind genau die menschen, wenn sie selbst einmal patient sind, die 5 sterne programm erwarten, weil sie ja privatpatient sind, und dann aber nicht einmal ein "bitte" oder "danke" übrig haben.) die haben null ahnung, wie krankenhaus in der realität funktioniert. wir haben zuhauf erfahrungsberichte und studien gesammelt, um unsere forderungen zu untermauern, und sie sind jedes mal sprachlos, weil sie einfach keinen plan von unserem alltag haben.
c) es gibt sogenannte "refinanzierbare" bereiche im krankenhaus - überwiegend "pflege am bett": für diese bereiche bekommen die krankenhäuser geld vom land* "zurück", wenn sie bspw. in personelle aufstockung investieren. in diesen bereichen laufen die verhandlungen etwas besser, es gibt teilweise sogar angebote von arbeitgeberseite, was personalbemessung und überlastungsausgleich angeht. und dann gibt es die ganzen anderen bereiche: kita, küche, service, transportdienst, steri, funktionsbereiche, notaufnahmen, op und anästhesiologie, usw. - diese sind nicht refinanzierbar, daher auch wenig motivation der arbeitgeber, vernünftige vorschläge zu verbesserungen vorzulegen, denn da bekommen sie ja kein geld vom land für zurück. zu dumm nur, wenn das genau die bereiche sind, mit denen krankenhäuser sonst am meisten geld verdienen (interventionen und ops). - da wird vielleicht auch deutlich, welche schere die arbeitgeber zwischen uns beschäftigte treiben wollen.
morgen, 20.6., sollen die arbeitgeber konkretere vorschläge auf den tisch legen. wir sind gespannt.
last but not least: warum schreibe ich den ganzen mist überhaupt? weil es super wichtig ist, dass auch die öffentlichkeit hinter den klinikbeschäftigten und unseren forderungen steht. wie schon gesagt: jeder einzelne mensch braucht gesundheitsversorgung, ob man will oder nicht, und wir alle verdienen eine qualitativ gute versorgung.
wir brauchen unterstützer:innen, damit der druck nicht nur innerhalb der kliniken vom personal gegenüber den arbeitgebern aufrecht erhalten wird, sondern auch druck aus der bevölkerung auf die politik aufgebaut wird. - denn es geht ja nicht nur um die situation an 6 krankenhäusern, sondern es geht im weiteren sinne um das gesamte system in deutschland.
wie kann es sein, dass eines der wohlhabendsten länder in europa eine der schlechtesten gesundheitsversorgungen hat? wie kann es sein, dass profite mehr wert sind als gesundheit? wie kann eine bevölkerung das tolerieren?
wenn eine pflegekraft sagt, sie würde niemals im eigenen krankenhaus patient sein wollen, dann interessiert das niemanden. was wäre, wenn ein pilot dir sagt, er würde niemals passagier in seinem flugzeug sein wollen?
für alle, die an weiteren infos interessiert sind: stichwort "notruf nrw", und als hintergrund/vorreiter "berliner krankenhausbewegung"
mahlzeit