I.
Hab versucht dich aufzugeben, dich wegzustoßen, dir aus dem Weg zu gehen.
Hab versucht dir klar zu machen; du bist eine Einbahnstraße in Richtung gebrochenem Herzen.
Doch irgendwie steh ich gerade trotzdem hier im Supermarkt, vor dem Regal mit den Erste-Hilfe-Sets und in der Hosentasche der Autschlüssel, bereit für dich bis nach Sibirien zu fahren.
vielleicht liegts am Promillespiegel, vielleicht daran, dass die Schmetterlinge in meinem Bauch beim Gedanken deine Stimme zu hören eine Party feiern, oder weil mein innerer Kompassstatt nach Norden auf dich zeigt.
Weiß genau wenn ich der Tusse an der Kasse jetzt den Zehner rüber schieb, dann gibt’s keinen Ausweg mehr.
Werd dir ewig nachjagen, darum tu’ mir einen Gefallen denn ich hab kein Kleingeld mehr. Ruf für mich beim Notar an, ich würd jetzt gern’ mein Testament aufsetzen:
Mama kriegt das Grünzeug zum Runterkommen. Schließlich will ich mich im Himmel nicht schämen müssen, wenn sie vom Stress eine Glatze hat.
Und wenn sie’s nicht nimmt, dann soll sie’s doch an irgendwelche frustrierten Hausfrauen verkaufen, an so eine, die ich nie werden wollt’. Sie wird wissen was ich mein. Kennt eh genug von der Sorte. Von dem Geld kauft sie sich dann bitte eine Perrücke mit langem schwarzen Haar.
Papa kriegt die Pillen, von seinen sieht er nicht mal die kleinen grünen Männchen.
Mein Bruder, was kiegt der? Nichts, er wird schon wissen, dass das alles ist.
Und meine Schwester kriegt das Tagebuch mit den all den Wünschen, Träumen und unausgesprochenen Worten.
Hab mir immer wieder gesagt: du und ich das geht gegen jedes Naturgesetz. Drum bleibts lieber meine heimliche Illusion.
Aber jetzt ist es zu spät, denn es ist offiziell, ich hab den Verstand verloren. Schnall mir die Schwimmflügel um und wirf mich in die stürmische See.
Bin mir 180 km/h schon fast bei Lichtgeschwindikeit, genauso wie mein Herz, das schlägt wie eine Lokomotive.
Hab im Endeffekt ja sowieso nichts mehr zu verlieren außer mich in deinen Armen.













