law transforms...his essential point (III)
1.
Wo waren wir verzettelt geblieben? Ach ja! Wir waren bei der Attraktion des ersten Satzes und dort zuerst bei der Attraktion zweier Formulierungen. Das könnten Formeln sein, die Form dazu haben sie, in denen Form einmal vorkommt, einmal nicht (dafür aber pose/Pose) und in denen beides mal Form passieren, traversieren oder auch durchgehen soll.
Die erste attraktive Formulierung lautet transform, die zweite transpose. Law transforms behauptet Yan Thomas, und zwar eine Welt, die social/sozial sein soll. Laws transform, das ist seine These, into language. An der sozialen Welt muss etwas sein, was nicht language ist um language werden zu können. Der erste Satz behandelt also unter anderem ein Problem, das Vismann in Medien der Rechtsprechung am Begriff des Ding und der Sache behandelt und das darin die Akte ersetzt, weil Vismann dasselbe Problem in ihrem Buch über Akten über Akte/n beschrieben hat.
Yan Thomas und Cornelia Vismann teilen ein Problem. Es bietet es sich an, Yan Thomas als Zuträger einer Geschichte und Theorie jurdischer Kulturtechniken zu lesen. Das heißt, dass auch sein Schreiben als juridische Kulturtechnik zu lesen ist. Im Rahmen der bild- und rechtswissenschaftlichen Ausrichtung zugedpitzt: Seine Graphie ist als jurdische Kulturtechnik zu lesen. Denn ob diese Graphie Schrift und wieweit sie Schrift und nur Schrift ist, ob erstens der Unterschied zwischen Schriftlichkeit und Mündlichkeit hier eine große oder kleine (mit Marcelo Neves: zentrale oder periphere) Rolle spielt, ob das zweitens ein Unterschied ist, der keinen Unterschied macht oder ein Unterschied, der einen Unterschied macht oder aber ob das drittens ein Unterschied ist, der andere Unterschiede kaschiert, alle drei Möglichkeiten müssen wir uns noch offen halten.
Dass Thomas von transform und transpose schreibt, kann zum Beispiel heißen, dass seine Graphie den Formen und Posen affin bis verwandt ist und dass die Passage Choreographien oder Gemälden, Bildern und Gesten (Posen) näher kommt als das, was Schriftlichkeit oder Mündlichkeit sein soll. Was er genau meint, meint er genau. Selbst wenn es vague ist, ist es präzise. Welche Rolle es spielt, dass er hier (nur hier) nichts weiter dazu ausführt, sondern noch im selben Satz zur Attraktion der Wahrnehmung und Ausübung übergeht, das kann jetzt noch nicht gesagt werden.
2.
Wenn Thomas' Graphie juridische Kulturtechnik ist, dann ist diese Graphie rekursiv, umwegig (geht via detour) und kooperativ. Liest man die Passage als Stellenlektüre, liest man nichts von den Assoziationen, die von dieser Stelle zu einer anderen laufen. Dann spricht nichts für und nichts gegen eine solche Assoziation. Wenn man die Passage verzettelt, kann sie Raffaels Gemälde von der Transfiguration und dem Menschenzug auf Napoleons Hochzeit assoziierr werden und sehr nahe kommen und in sehr weite Entfernung gerückt werden. Sie kann diesem Gemälde näherkommen als eine Passage am Schluss des Aufsatzes es tut. Die Assoziation mit Raffael kann abwegig sein. Aber wenn man gerade erstens an Warburgs Staatstafeln arbeitet und dort an Raffaels Messe von Bolsena, das in zeitlicher Nähe zu der Transfiguration entstand, wenn zweiten Yan Thomas mit den legal artífices auch über eine hypostasierte Anthropologie operiert und man sich dann noch dritt er ns fragt, inwieweit Warburg so ein legal artifex sein soll, dann ist der Abweg einfach detour, Technik und hilfreich, um mehr in der einen Hinsicht zu erfahren und weniger von der Welt, in der das keinen Zusammenhang jemals hätte. So fokussiert man eine Welt, die am Biegen und manchmal am Brechen ist.
Die Technik kann verklärend oder transgressiv werden. Der Blick darauf, was Thomas trennt, assoziiert und welchen Austausch er manövriert, der wird sich schärfen mit der Zeit. Was daran vague ist, ist aber schon in der Passage und ihren kleinsten Details präzise, es ist vorschnittlich und darin vorbildlich, schärfer als diese Linien geht es nicht. Was Thomas meint, wie seine Graphie erscheint und welche Effekte das haben kann, das sind zwei Paar Schuhe, und wir halten diese Schuhe für Schuhe aus der Geschichte und Theorie der Restitution. wenn es nur ein paar Schuhe wäre, müsste man schon Heidegger, Shapiro, Derrida und Warburg konsultieren. Sind es zwei, kommt noch mehr Beratungsbedarf dazu. Was Thomas meint, kann große Rolle spielen, aber die kann auch sehr klein werden.
Wenn Thomas ein Theoretiker der Institution ist, ist er auch schon einer der Substitution, der Konstitution und der Restitution, auch wenn der Leser noch nicht, welche Linien Thomas insoweit legt. Was er davon sein will, ist eine Frage, aber nicht die einzige. Das ist für juristische Methoden nun wirklich keine Überraschung. Dass ich auch nicht davon ausgehe, dass die Kulturtechnilkforschung in die Rechtswissenschaft mit der Erfindung eines neuen Rades einbricht, das dürfte auch keine Überraschung sein, sonst kann man nochmal Bildregeln zum Einbruch lesen oder die Kritik an der Figur der Fragmentierung oder die Distanz zum Begriff der neuen Medien. Vismann fängt doch schon im babylonischen Haufen an. Und nochmal: Die Geschichte und Theorie juridischer Kulturtechniken ist archäolgisch konzipiert und assoziiert den Begriff der Technik mit dem der Dogmatik und den begriff detour mit der Formulierung: Nachleben der Antike.
Ach, und noch: Raffaels Bild der Transfiguration ist ein Gemälde der Zwischenzeit, einer Welt, in der Gleichzeitigkeit ein Gerücht ist. Raffaels Bild zieht zwei unterschiedliche Zeiten zusammen, wie wir es machen, wenn wir Passagen bilden.
Zwischenfazit: Die Attraktionen in transform und transpose werden sich gegenüber Transfiguration und Transgression zu behaupten haben.










