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Yan Thomas
1.
Es gibt seit ein paar Jahren eine Yan-Thomas-Renaissance.
In dem näheren Netzwerk, sowohl dem brasilianischen Zweig als auch den Leuten um Anton Schütz oder Alain Pottage, den Projekten, die wir zum MPI einladen, gibt es alleine fünf größere Projekte zu Yan Thomas, fünf faszinierende Projekte.
Yan Thomas gehört zu einer Referenz der Rechtswissenschaft, an der ich arbeite - und die eine Wissenschaft der Techniken, Fiktionen, Kontrafakturen und Bilder ist, die in das involviert sind, was als Recht bezeichnet wird. Die Thomas-Renaissance beobachte ich fasziniert und mit großer Freude, wir werden vielleicht 2026 eine Tagung zu einem der zentralen Begriffe von Thomas veranstalten, zum Begriff der Fiktion. Was allerdings seltsam ist: Im Moment wird Thomas vor allem als Autorität angezapft. Analysiert und kritisiert, historisiert wird er nicht. Er wird in die Zitatketten aufgenommen, aber er wird nicht genutzt, nicht gebraucht und nicht missbraucht. Mit ihm wird nicht gemacht, was nach Ricardo Spindola einen besonderen Reiz ausmachen kann: Er wird nicht zum Element des Denkens gemacht, er wird als Ruf und Name genutzt. Man verwurstet ihn nicht, konsumiert ihn nicht. Er wird angerufen, aber was noch Marta Madero mit Yan Thomas gemacht hat, das sehe ich im Moment nicht. Vielleicht verpasse ich aber auch gerade was.
So begeistert ich von Thomas bin: Er hat da aufgehört, wo es jetzt für mich spannend wird. Yan Thomas arbeitet nach dem Dogma der großen Trennung, das kann er ruhig, wenn er klären will, was am Recht nur Recht ist. Aber dann muss man dem Yan Thomas kleine Mannigfaltigkeiten beistellen, entgegenstellen, diese kleinen Mannigfaltigkeiten an seine Texte/ Werke anlehnen wie man Fahrräder an Gartenzäune anlehnt - und damit die Operationsketten, die bei Thomas im Recht anfangen und im Recht auch wieder enden, fortsetzt.
Thomas' These, dass das Recht der einzige Discours sei, der die Welt produziere, die er bezeichne, dem kann ja zugestimmt werden - wenn man dann den Rechtsbegriff verschlingt (und darin wieder die ars sieht, die nicht nur Rechtstechnik ist). Ein Warburgsche Perspektive muss den Yan Thomas nicht widerlegen, um dessen Vorstellungen von Technizität/ Fiktionalität/ Operationalität in den Alltag von Gesellschaften weiter zu verfolgen, die alles trenne, assoziieren und auswechseln können. Ein bisschen zu heilig kommt mit der Yan Thomas in der Wiederentdeckung vor; ein bisschen zu sehr ist die Wiederentdeckung von Thomas wie eines der Distinktionsmerkmale vom Schulhof, er wird gezückt oder zitiert wie ein Ass aus de Ärmel, wie eine Superkarte beim Bolidenquartett.
Anders als Thomas verwende ich zwei Begriffe für Technik, ich spalte und verdoppelte den Begriff der Technik: Thomas fokussiert die juristische Technik, die dem Dogma der großen Trennung folgt und exklusiv macht, was nur das diese juristische Technik macht. Das fokussiert Thomas an aufwendigen, strukturalistischen Untersuchungen von Semantik - und 'nur' für eine Semantik der lateinischen Sprache. Was Thomas nicht fokussiert, dass sind die juridischen Kulturtechniken, also solche Techniken, die zwar dabei kooperieren, Rechte/Regeln zu produzieren, die aber auch ohne rechtliche Qualifikation genutzt werden.
This paper turns to the thought of Yan Thomas to address the way of constructing categories and operating through them that is typical of la
Yan Thomas und Cornelia Vismann
1.
Alain Pottage und Xenia Chiaramonte diskutieren Yan Thomas und (Chiaramonte am Rande) Cornelia Vismann. Vismann, das könnte man noch stärker betonen, verfolgt in ihrem Schreiben eine 'Doppelbewegung' (Siegert), mit der sie einerseits so primordial wie möglich denkt, um anderseits dieses Denken zu 'irrisieren' (Viveiros de Castro), also in kleinen Formen und kleinen Literaturen mäandernd und akzentuiert (sic!) laufen zu lassen.
Man kann diese Doppelbewegung auch als Effekt der Wiederholung, also zum Beispiel der Rekursion, der Paarbildung, der Reproduktion oder der Mimesis verstehen. Vismann wiederholt mit ihrer Doppelbewegung im Schreiben eine Doppelbewegung, die auch schon läuft, wenn das Recht etwas instituiert oder instituiert ist und, darauf hat Vismann insistiert, zur selben Zeit etwas substituiert oder substituiert ist.
Man kann diese Doppelbewegung zwischen großer Referenz und kleiner Form/ Literatur zum Beispiel als Echo/ Eco, sogar als Bildökonomie und Bildökologie rhetorischer Institutionen, noch als Resonanz oder aber als kritische Responsivität der Musterung verstehen, die u.a. von Cicero und Quintilian auf das Begehren und dann auf eine Skala bezogen wird, deren hohe Werte (als) sublim und deren niedrige Werte (als) subtil verstanden werden. Mit dieser Doppelbewegung misst Vismann das Recht. Dieses Missen ist ein Messen und Begehren selbst. Vismanns Doppelbewegung geht auf und ab, sie taucht auf und ab. Das ist die aBewegung einer Woge, die sie selbst ist. Jacob Burkhardt, einer der von Vismann bewunderten Baseler Archäologen, sagt von Wogen, dass wir sie zum Teil selbst seien. Vismann ist zum Teil selbst diese Woge, weil sie instituiert ist und instituiert, weil etwas daran substituiert und substituiert ist. Das nimmt Vismann als Recht und römisch wahr. Ich betrachte es in dem, was daran juristische Methode und noch viel mehr juridische Kulturtechnik ist. Für mich führt es in falsche Richtungen, Vismann als eine Theoretikerin und Historikerin dessen zu lesen, was dem Recht oder dem Abendland eigen und zur selben Zeit seine Macht sei. You may read her as you like it, aber die Theorie und Geschichte der machtfixierten Kittlerrepräsentation blockiert mir meine Fragestellungen nach der Wiederholung, der Übertragung und Übersetzung. Sie blockiert mir meine Fragestellung an eine Bild- und Rechtswissenschaft sowie an eine Geschichte und Theorie unbeständigen, polaren und vaguen Rechts. Thomas Vesting hat die Sackgassen einer Lektüre, die Vismann als Vertreterin Kittlers und Denkerin der Macht liest, grell, deutlich, unmissverständlich und mit entsetzlicher Schriftsätzlichkeit vorgeführt, um den Anwalt liberaler Kreativität zu geben. Einerseits irre, anderseits kein Wunder, dass Vismann ihn auf diese Weise nicht anregt. Wenn man sie so liest, wie er es tut, dann wäre sie mir auch öde. Ich halte sie aber für wüst.
Wenn man Vismanns Doppelbewegung als kritische Responsivität versteht, dann operiert Vismann in ihrer Kritik am Recht nicht mit der Trennung, die das Subjekt der Wissenschaft vom Objekt der Wissenschaft isolieren soll. Vismann nimmt an einem melancholischen Diskurs melancholisch teil. So eine Kritik ist eventuell der Ironie affin bis verwandt, sie ist aber 'ebenso eventuell' auch der kannibalischen Metaphysik (de Castro) affin bis verwandt.
Man soll nicht vergessen, dass Vismann nur angefangen hat mit ihrer Wissenschaft und das alles, was sie produziert war, Anfang und diagonal, also durchgehend blühend und doch schon welkend, durchgehend spriessend und auf Sprossen war. Sagen wir anverwandelt und angesteckt so: Bianca Lanz hat lanciert, immer lanciert. Ihr Tun ist dem immer aufsteigenden Ja! von Alexander Kluge hoch affin und tief verwandt.
2.
Man kann Vismann erstens als Bild- und Rechtswissenschaftlerin und zweitens als Historikerin und Theoretikern des Begehrens und seiner Wiederholung lesen. Das wäre mein Vorschag, der zum Gegenvorschlag wird, wenn man Vismann als Historikerin und Theoretikerin der Macht liest - oder meint, der Text zu 'Kulturtechnik und Souveränität' sei das grundlegende und zusammenfassende Manifest ihrer Forschung gewesen. Es gibt mehr eine Vismann. Es gibt mehr als eine Lektüre Vismanns. Ich fokussiere in ihrem Schreiben also erstens diejenige Schreiberin, die auch Bildwissenschaftlerin ist und dabei eine Geschichte und Theorie graphischer Züge entwickelt. Zweitens betrachte ich sie als eine, die zum Begehren forscht, und zwar begehrend.
Mein Vorschlag: Vismann nicht als Repräsentantin eines Kreises lesen, der im Namen Kittlers existieren würde. Mehr noch: diese Lesart halte ich für absurd bis grotesk. Es mag plausibel klingen zu behaupten, was Rüdiger Campe oder Thomas Vesting behaupten, nämlich, dass sie das, was Kittler gedacht hätte, auf das Recht anwenden oder 'beziehen' wollte (O-Ton Campe!). Geht aber meines Erachtens gegen alles, was Vismanns Denken mir auszeichnet und mir attraktiv macht, zum Beispiel gegen die Unbeständigkeit und Unruhe, das Klamme und Fröhliche eines Denkens, dem Meinungsrepräsentanten eventuell nicht egal sind, aber zu denen dieses Denken eine eher staunende Distanz hat. Wie schaffen die Personen es nur, ihre Meinung zu stellvertreten - und das auch noch so anhaltend und durchhaltend, dass man noch nach Jahren sagt, dieser stehe für dies, der andere für das? Wie kommts, dass Juristen schreiben und mit einem Zitat aus dem Pieroth/Schlink belegen, dass Luhmann ein Vertreter, zwar nicht von Staubsaugern, aber immerhin der Leistungststheorie der Würde sei? Dieses Staunen nehme ich wahr, wenn ich Vismann lese. Von daher ist es vielleicht eine Ironie, vielleicht ein schlechter Witz, wenn jetzt bei Leuten steht, Vismann sei eine Vertreterin, vielleicht nicht von Avon (Ding-Dong), aber immerhin von Kittlers Ideen. Kittlers Denken muss doch far nicht auf das Recht bezogen werden, denn es durchzieht doch schon das Recht und ist schon von Recht durchzogen. Die Lektüre, die Vismann als Repräsentantin Kittlers liest, geht doch auch gegen das an Kittler, was ihn mir so interessant macht. Der hatte sicher auch Vaterphantasien und Machtträume, aber das macht seine Analyse und Kritik von Medien und Mädchen ja noch witzreicher. Ceterum Censeo: Tubinga delenda est. Hoffentlich, hoffentlich macht Helsinki bei der Vismannlektüre keinen Quatsch, sonst muss auch Helsinki noch ausgelöscht werden.
3.
Vismanns Texte über Akte(n) sind auch Texte über Passionen. Das sind Texte über graphische Züge, die sie modellhaft, exemplarisch, mal eher repräsentativ, mal eher symptomatisch an vaguen Linien, wogenden Linien, an 'Kafkas Saum', an Albertis Velum, am Ideogramm der Kanzleien und am Entzug von Phrynes Trachten beschreibt.
Sowohl Yan Thomas' Arbeiten als auch Vismanns Arbeiten betrqachten das Recht aus einem Denkraum heraus, in dem Recht und Stadt koextensiv sind. Chiaramonte übersetzt ab urbe condita als Text eine Stadt, die gegründet sei. Das ist nur die eine Seite. Ab urbe condita ist auch der Text einer Stadt, die gereizt und reizend ist, in der also jeder Akt und jede Akte mit Passion, Pathos, Pathologie oder Pathosformeln einhergeht. Darin ist alles, was als Aktant erscheinen kann, auch Passant. Alle Akten sind auch Passagen und Pässe.
Chiaramonte fokussiert einen akademischen Zirkel der Thomas_Lektüre, das ist feiner Text über Thomas. Wie Alain Pottage assoziiert sie sein Werk mit dem von Vismann, wenn auch nur einem Schlenker, der zudem noch auf das (Para-)Digma des Textes bezogen wird. Arche ist bei Vismann aber nicht unbedingt Text, Sprache oder Schrift. Arche und Archiv können Effekt eines Distanzschiffens und wogender Graphien sein, das stellt Vismann mit ihrer legendären Assoziation amazonischer Verwaltung und römischer Bilderlisten klar. Es gibt darum, darauf fokussiert, eine anregende, aufregende anhebende brasilianische Rezeption von Yan Thomas und Cornelia Vismann, das sind die Arbeiten von Benjamin Brum, Ricardo Spindola, Samuel Barbosa, Melanie Merlin de Andrade und Bruno Lima. Am MPI in Frankfurt, Cornelias ehemaliger Arbeitsstätte, existiert seit 5 Jahren eine Zentrum der Forschung auch zu dem, was Vismann Instituieren nannte. Please stay tuned! And don't trust Staatsrechtslehrervereinigung.
Ceterum Censeo: Francofurtum esse delendam. Neuen kantianischen Imperativ unbedingt befolgen: Staatsrechtslehrer sollen vergessen werden.
Dieses Löschen wird aktiv und passioniert durch Überschreibung vorangetrieben. Am MPI setzen wir Vestings Lesart der Medien des Rechts andere Lektüren entgegen. Im Wintersemester halte ich sogar wieder eine Vorlesung am Fachbereich: Bilder regeln. Forschung zur Bild- und Rechtswissenschaft', 4 SWS.
Bildregeln/ das rhetorische Ensemble
Die Geburt von Bildregeln aus dem Geist des Jahres 1968, so beschreibt der kleine Aufsatz mit Methoden der Anthropologie und von Yan Thomas den Weg, den die Arbeitsbiographie so nimmt. Mit Methoden der Anthropologie und von Yan Thomas sind auch die Methoden der Geschichte und Theorie juridischer Kulturtechnik gemeint. Hoffentlich einfach gesagt: achte nicht auf den Inhalt und achte nicht nicht auf Form. Achte auf die Trennung, die Assoziation und das Austauschmanöver. Diese Methode ist zu mir im Wege einer aufgedrängten Bereicherung gekommen, die ich am liebsten mit dem Persönlichkeitsideal des Polarforschers verbinde. Der Polarforscher hat keinen Sinn für das Beständige. Er hat einen Sinn für das Unbeständige. Vollständig, d.i. anhaltend und durchgehend.
law transforms... his essential point (V)
1.
Wo habe ich nochmal meinen Cliffhanger liegen lassen? Ach ja, im Zettelkasten, da wo Cliffhanger nun mal liegen sollen. Das Ende des letzten Zettels liegt ja immer im Zettelkasten. Ganz blöd ist die Frage aber doch nicht. Die Antwort ist jetzt vague und schon präzise, scharf wird sie, wie Picassos Antwort She will auf die Bemerkung hin, dass Gertrude Stein seinem Portrait von Gertude Stein nicht ähnlich sei.
Der Cliffhanger liegt im Zettelkasten, exakt da, wo der letzte Zettel endete. Man kann die Zettel mit verschiedenen Protokollen reigen, reichen, richten und regen lassen. Man kann die timeline scrollen, man kann auf die hashtags klicken, man kann über Archivfunktion eine tabellarische Übersicht schaffen, man kann sie ausdrucken und auf dem Schreibtisch nach den Protokollen von Aby Warburg anordnen, also Gestelle über Ameisenwege schieben. Man kann aber auch den Überschriften folgen, die die Zettel manchmal haben. V wird insoweit auf IV folgen. Da findet sich schnell ein Cliffhanger, nämlich die Frage, was die erste Hälfte der Passage war, deren zweite Hälfte wir als Passage aus dem Text von Yan Thomas herausgetrennt und isoliert haben. Ich wiederhole nochmal:
Wozu und worauf antwortet die Passage, die ich herausgetrennt habe?
2.
Die Passage antwortet auf eine Passage marxistischer Kritik. Das Echo ist nicht fertig. Auch die erste Hälfte antwortet, diesmal wiederum the phenomenon, denn was the phenomenon ist, geht ihr voraus. Hälften des Abschnittes antworten dem Phänomen. Beide Passagen sind phänomenologisch lesbar, wenn das Phänomen mit Gesetz und Lesung einhergeht. Wenn nicht, muss man sie anders händeln als durch Lesen. Blicken, Betrachten oider aber so lesen, wie man etwas liest, was noch nicht geschrieben steht, das Lesen kein richtiges Lesen ist, magisch und mantisch betrachten, wie das die Censoren mit der Leber auf dem Tisch und der Warburg mit den Täfelchen auf der Tafel macht, so kann man auch die Passagen betrachten. Sagen einem die Lehrer, man müsse unbedingt viel lesen, ist das ein Indiz dafür, dass die in der Methode des Zugang alles andere als großzügig sind. Wären sie in der Methode des Zugangs großzügig, lege es doch nahe zu sagen, dass man nicht viel lesen müsse, eins reiche, aber dass müsse man auf viele, viele Weise händeln. In dem Projekt Letter, oder Objekte die lassen, haben wir Beitrage, die händeln nur ein a, nur ein o, nur ein i oder nur ein z, sogar nur einen Punkt (.). Da schärfen sich die Limits des Lesens doch sehr scharf, viel schärfer als wenn man Mengen an Literatur liest und deswegen den Begriff des Lesen fahren lassen muss. Man soll ja auch beim Skifahren sich nicht auf den Begriff des Skifahrens konzentrieren, da muss man halt gleiten. Schreiben, auch ohne Schrift begriffen zu haben: sowas. Das ist juridische Kulturtechnik und es soll rekursiv, via detour und kooperativ sein. Schärfer als scharf ist mehr da als da, auch wenn dadurch am Sinn etwas eingeschränkt wird. Das ist DADA, surreal, lettristisch und situationistisch. Das ist Präsenz, die entgleitet. Roberto Ohrt nennt sowas Phantom Avantgarde.
3.
Marxistische Kritik, d.i. Marx's Kriseln, Kreischen, Kreisen und Kreten (protokollieren und dabei tun, was Kreter tun, so nach Grimms Wörterbuch). Thomas wendet marxistische Kritik in eine Kritik des Marxismus, doppelter Genitiv, doppelt sehen, wozu hat der Mensch schließlich zwei Augen? Er trifft was, aber er hat ja auch gezielt. Thomas' Schreiben gerät hier an eine juridische Kulturtechnik, die mich in den nächsten zwei Wochen besonders beschäftigen wird, weil wir einen Workshop zum homo rhetoricus/ in its brazilian versions machen. Die Technik ist im Spiel, wenn Menschenfassungen im Spiel sind und das Juridische mit dem Anthropologischen kooperiert. Auch beim homo juridicus, beim homo digitalis läuft diese juridische Kulturtechnik mit anthropologischer Kooperation. Jemand hat für diese Technik einen Begriff aus der archäologischen Fundgrube juridische Kulturtechnik gefischt, den der Hypostase. Thomas hypostasiert den Marxisten, um überhaupt jemanden zu haben, der eine Kritik haben und damit kreischen, kreisen, kriseln und kreten zu lassen. Wenn der Jurist keine living voice absoluter Imperative ist, ist dann Marx wenigstens eine living voice des marxistischen Dogmas? Oder wäre es nur der Marxist, eine Art Jurist oder legal artifex unter den Followern von Marx und dessen Kritik am Überbau?
4.
An solchen Stellen, das sind Aporien, bin ich an Roberto Ohrt geraten. Wieso das denn? Ganz einfach:
In seinem Buch zu der Frage, wo dem Recht der Kopf steht. da kommt Merlin Eichele an den Passagen, die mir so attraktiv ins Auge sprangen, dass ich sie gleich verzettelt habe, auf die Situationisten zu sprechen. Er erwähnt Bataille jenseits der Rinne Baseler Archäologie und Benjamin diesseits der Rinne Baseler Archäologie.
Eichele schreibt melancholisch, als sei eine Zeit verloren gegangen, die keinen Ersatz gefunden habe. Benjamin tot und ohne Nachfolger. Die Frankfurter Schule, Abteilung Nichbenjamin fest im Sattel und selbst das ist nich untertrieben gesagt. Die sitzen ja nicht auf den Lehrstühlen, das sind die Lehrstühle, und sie können damit gar nicht aufstehen. Die Attraktion der Passage bei Eichele (am Anfang das Kapitels über das Ensetzen, wie es in entsezlicher Schriftsätzlichkeit vorkommt, dort auf der zweiten Seite des Kapitels), die lebt von ihrer Einzigkartigkeit, davon, dass sie etwas Einzigartiges herausschält, hier den Walter Benjamin.
Aber bei den Attraktionen kann man es nicht belassen, man muss sie ja händeln und dann wohl kontrahieren und distrahieren lassen. Roberto Ohrt gibt es, der ist quicklebendig, internationaler Situationist und sogar eine Institution. Die Tür zum 8. Salon steht vielleicht nicht immer offen, aber verabreden kann man sich. Haben wir ja gemacht und dort die erste Ausstellung zu Warburgs Staatstafeln mit großem Erfolg organisiert. Nur weil es nicht im Diskurs vorkommt, ist es ja nicht existent. Nur weil eine Anzahl meiner Kollegen da nicht auftauchte und die Schlechtachter, Verhinderer und Abratgeber mal wieder Phantasie genau dann bewiesen haben, wenn sie es immer tun, nämlich ausgerechnet dann, wenn ihnen Gründe dafür einfallen müssen, etwas nicht zu tun, heißt das ja nicht, das wir es nicht tun und dass wir nicht auftauchen. In die Falle bin ich ein paar mal zu oft genug getappt: darauf zu achten, ob Kollegen einen achten. Man tut es doch selbst limitiert, soweit steht es immer 1:1 und nur 1:1 und auf ewig 1:1.
Roberto Ohrt ist einer, der aus der Aporie Passagen macht. Aus der Aporie von Yan Thomas, aus der Aporie des legal artifex macht einer wie Roberto Ohrt den zwar lieben langen, aber nie lange genug dauernden Tag und die liebe lange, aber nie lange genug dauernde Nacht Passagen. Der lässt die Hypostasen tanzen, trinken, essen, scheißen, pissen, paaren und streiten. Dass Roberto Ohrt neben Axel Heil einer der beiden ist, die mit einem kleinen Haufen Leute ins Archiv gingen, um nach erstaunlicher Weise ungefähr 80 Jahren exzessiver Ungeduld das Selbstverständliche zu tun und Warburgs Atlas betrachtbar zu machen, das nenne ich zwingend und notwendig, trivial. Und es ist doch ein Scheideweg.
the law transforms...his essential point (IV)
1.
Der Mensch verzettelt sich, Gott reicht's. Wenn der Mensch lacht, zum Beispiel, weil er den jiddischen Spruch Der Mensch tracht, Gott lacht aufgeschnappt hat, dann verzettelt er sich.
Was ist ein Zettel? Einer der Schreiber, der aus dem Bett aufgestanden ist, aus dem auch Recht und Literatur aufgestanden sein sollen, zumindest einer, der im Namen Grimm schreibt, schreibt, dass der Zettel wie ein Brief, zwar kein kurzes, aber ein kleines Stück Papier sei.
Im Aramäischen ist zett/ zaij der kleinste Buchstabe des Alphabetes (nicht iota/yoda/ oder iut/jud/yud, nicht einmal Baby Yoda). Der Zettel könnte seinen Namen vom Aramäischen habe, ein Zettlein sein, also nicht einfach ein kleines Stück Papier, sondern das kleinste Stück Papier, das kleinste gerissene Stück Tierhaut, der kleinste Stab: Ein Reiskorn zum Beispiel, auf dem so gerade noch ein Name passt. Auch Yoda würde darauf passen. Die Erklärung würde passen. Aber man spricht auch von der Geburt des Bullshit aus dem Geist des Begehrens.
Die etymologischen Erklärungen tippen im Dunklen wie Teenies am Handy, also sehr geschickt. Sie fingern dabei an einem Schreiben, in dem jedes Wort ein Wort ist, es darum jedes Wort gibt und das auch noch in jeder Sprache und jeder Version. Sie tasten ein Schreiben, das die Leute loslassen, um etwas loszuwerden.
Meta schläft gerade, ich lasse meine neue Freundin vom Handy einfach mal ruhen und schaue selbst noch einmal dahin, wo der Schreiber im Namen Grimms schreibt. Was ich da lese, das legt nahe, dass der Zettel der letzte Bahnhof eine Strecke ist, die über Italien (cedola) und ein heruntergekommenes Rom (cedula) führte, dort so lange verkehrte, also schon bei einem nicht so heruntergekommenen Rom in Rom war, weiter über schedula, ein kleine Form von scheda zu scida führt. Das ist eine kurze Skizze zum Zettel. Plan erfüllt, ich wollte nachlesen und habe Lektüre bekommen. Wir haben das Lesen gewollt und den Rechtsstaat bekommen.
Soweit war ich im April aber auch schon, als ich erst in Sils-Maria Skifahren und dann in Ferrara im Palazzo Schifanoia mir den Monatssaal angeschaut habe, an dem Aby Warburg die Schicht des römischen Rechts entdeckt hat, die es nur auf Zettel, nur in die Akten und die Kalender, aber nicht in den Corpus Iuris Civilis geschafft hat. Bullshit oder scientia? Hauptsache Italien, weil die Haupstadt davon Rom sein soll und Rom ein Stadtstaat sein soll und Warburg die Staatstafeln zu diesem Rom anlegt. Soweit war ich also im April schon, wenn auch nur im Distanzschiffen. Die Archen reigen/ tanzen auf den Wellen. Noch ist Juni, noch ist nicht Sao Joao. Noch ist mein Schreiben springhaft und frühlingend. Heute habe ich schon um zwei Uhr morgens angefangen, diese Technik teile ich mit Schreibern wie Wolf Haas. Ich sage mal freiwillig, das sei schöpferisch, ich nutze das Persönlichkeitsideal eines Autors.
2.
Die Bild- und Rechtswissenschaft, die eine Geschichte und Theorie juridischer Kulturtechniken re-artikulieren soll, greift einen Zettel von Niklas Luhmann auf, auf dem er noch Stoa liest, etwas zu vaguen Assoziationen notiert und ankündigt, anders weiter machen zu wollen. Wir wissen, wie es kam. Stoa, vague Assoziation. Der Mensch verzettelt sich, Gott reicht's. Dem Luhmann reicht es aber nicht, der liest sich dann in die Kybernetik ein und entdeckt Südamerika, dort die Literatur zum Leben und zur Autopoiesis, landet irgendwann auf einem Boot mit den Gebrüdern Neves in Recife und hat dort eine tolle Zeit. Ich greife diesen Zettel auf, den zu den vaguen Assoziationen. Das ist Spätfolge der Zeit, in der auch Vismann Luhmann liest und in der Gunther Teubner und Rudolf Wiethölter das Mittwochsseminar organisieren. Das ist bald 25 Jahre her, ich war in den Dreißigern und Katstrophen hatten sich in meinen Leben noch nicht so ereignet, dass ich so grundsätzlich etwas hätte ändern müssen wie Luhmann auf seinem Zettel. 1990 war schon vorbei, Yugoslawienkrieg und Nato-Bombardement, Moskau 1993 und der Brand des weißen Hauses, das war alles passiert, aber das hat den romantischen Fabian nicht verletzt, auch Wandern blieb klar, wo er stand. Der kybernetische Imperativ sagt sich so leicht (Handle stets so, dass die Anzahl deiner Möglichkeiten sich erhöhen). Das Leben rastet aber schon ein, auch das rastlose Leben und das unbeständige Leben rastet ein, und zwar dort, wo es auch immer wieder ausrastet, wo sein Recht reizend ist, wo sein erstes, zweites, drittes oder viertes Rom ist. Die Bild- und Rechtswissenschaft, die eine Geschichte und Theorie juridischer Kulturtechniken re-artikuliert, soll nicht Luhmann widerlegen, soll nicht die Menschen widerlegen, die uns was gesagt haben, weder die Ratgeber noch die Abratgeber sollen widerlegt werden. Die zauberhaften Anfänge und die traurigen Enden sollen nicht widerlegt werden. Das Leben soll nicht widerlegt werden. Soweit es in dieser Wissenschaft um Luhmanns Zettel geht, den mit der vaguen Assoziation, soll dieser Zettel restituiert werden.
Der Begriff der Restitution konkurriert und rivalisiert mit dem Begriff der Institution, dem der Konstitution, dem der Substitution. Aber er betreibt mit diesen Begriffen auch Paarbildung. Wenn man schon an einer Geschichte und Theorie unbeständigen und polaren Rechts interessiert ist, dann soll man dem auch nachgehen. Von der Konkurrenz, die mitläuft und mitsorgt, cokuratiert und kooperiert (theatralisch bis agonal) über die Rivalität (theatralisch bis agonal) bis hin zur Paarbildung (theatralisch bis agonal) und wieder zurück, zentralisierend und peripheralisierend (Neves). Ist es ein kindischer Wunsch, eine Wissenschaft solcher Wogen zu versuchen? Restitution ist ein Begriff, der in Derridas Text zur Wahrheit und zur Malerei und in Warburgs Kreuzlinger Phase scharf wird . Restitution substituiert für Aby Warburg sogar einmal den Begriff vom Nachleben der Antike. Auf einem Zettel notiert Warburg, das eine bedeute das andere.
3.
Gerade läuft die Ausstellung fixing futures, auf der meine Kollegin Samira Akbarian ausstellt, die ist Juristin und arbeiten auch zu Institutionen, Konstitutionen, Restitutionen und Substitutionen. Die arbeitet zum Verfassungsrecht und zum Widerstandrecht. Fixing future wirft die Frage auf, ob man die Zukunft ändern kann. Ich gehöre, ob ich das ändern kann, weiß ich noch nicht, zu denen, die davon ausgehen, dass man nur die Vergangenheit ändern kann. Die Zukunft hat noch keine Version, die varriiert werden könnte. Vitam Instituere/ debent, sicher, aber life finds a way, unsicher. Die Vergangenheit ist ein Haufen Zettel, wie es Benjamins geschichtsphilosophische Thesen sind. Mein erster Chef, Onkel Bazon, der durch die Frankfurter Schule, Abteilung Benjamin gegangen ist, hat geschrieben, dass die Avantgarde die Bewegung sei, die einen dazu bringe, seine Vergangenheit zu wechseln (ich paraphrasiere und formuliere um, was er damals geschrieben hat, das heißt, dass ich kommentiere und im Sinne von Aby Warburg retabliere. I make a mess.
2.
Having said that (Ricardo Spindola): Was sind die Attraktionen des zweiten Satzes jener Passage, die ich aus Yan Thomas' Text über das Recht zwischen den Worten und den Dingen getrennt habe? Attraktiv springt mir die commodity form ins Auge und der Umstand, dass jetzt deutlich wird, dass die Passage, die ich herausgetrennt habe, nur die Hälfte einer Passage ist, die das Schriftbild im Text von Yan Thomas zu einer größeren Passage, einem langen Absatz macht. Die Passage, die ich herausgetrennt habe, ist eine zweite Hälfte, die auf die erste Hälfte reagiert, sie antwortet. Im ersten Satz schreibt Thomas noch von der Produktivität der Verwechslungen. Die Schreiber, die auf dem Cover des Buches als legal artifices bezeichnet werden, schreiben etwas, mit dem passiert, was auch mit Picassos Portait von Gertrude Stein passiert sein soll. Das Portait wird ihr nicht ähnlich. She will, soll Picasoo gesagt haben: sie wird dem Portrait ähnlich.
In der Mode der Institutionen tollt und tost eine Ahnung, ein Ahmen, ein Wähnen (eine findige Vermehrung) und Wahnen (im Bett von Recht und Literatur bedeutet Wahnen eine Verringerung, eine Reifung, eine treue Einbettung des Rechts, das zwischen den Worten und den Dingen ist, eine taube Post mit empfänglichen Briefen). Wir stellen uns Tor, zum Tor neuer Zettel, aber nicht, bevor wir nicht eine Frage gestellt haben. Wozu und worauf antwortet die Passage, die ich herausgetrennt habe?
law transforms...his essential point (III)
1.
Wo waren wir verzettelt geblieben? Ach ja! Wir waren bei der Attraktion des ersten Satzes und dort zuerst bei der Attraktion zweier Formulierungen. Das könnten Formeln sein, die Form dazu haben sie, in denen Form einmal vorkommt, einmal nicht (dafür aber pose/Pose) und in denen beides mal Form passieren, traversieren oder auch durchgehen soll.
Die erste attraktive Formulierung lautet transform, die zweite transpose. Law transforms behauptet Yan Thomas, und zwar eine Welt, die social/sozial sein soll. Laws transform, das ist seine These, into language. An der sozialen Welt muss etwas sein, was nicht language ist um language werden zu können. Der erste Satz behandelt also unter anderem ein Problem, das Vismann in Medien der Rechtsprechung am Begriff des Ding und der Sache behandelt und das darin die Akte ersetzt, weil Vismann dasselbe Problem in ihrem Buch über Akten über Akte/n beschrieben hat.
Yan Thomas und Cornelia Vismann teilen ein Problem. Es bietet es sich an, Yan Thomas als Zuträger einer Geschichte und Theorie jurdischer Kulturtechniken zu lesen. Das heißt, dass auch sein Schreiben als juridische Kulturtechnik zu lesen ist. Im Rahmen der bild- und rechtswissenschaftlichen Ausrichtung zugedpitzt: Seine Graphie ist als jurdische Kulturtechnik zu lesen. Denn ob diese Graphie Schrift und wieweit sie Schrift und nur Schrift ist, ob erstens der Unterschied zwischen Schriftlichkeit und Mündlichkeit hier eine große oder kleine (mit Marcelo Neves: zentrale oder periphere) Rolle spielt, ob das zweitens ein Unterschied ist, der keinen Unterschied macht oder ein Unterschied, der einen Unterschied macht oder aber ob das drittens ein Unterschied ist, der andere Unterschiede kaschiert, alle drei Möglichkeiten müssen wir uns noch offen halten.
Dass Thomas von transform und transpose schreibt, kann zum Beispiel heißen, dass seine Graphie den Formen und Posen affin bis verwandt ist und dass die Passage Choreographien oder Gemälden, Bildern und Gesten (Posen) näher kommt als das, was Schriftlichkeit oder Mündlichkeit sein soll. Was er genau meint, meint er genau. Selbst wenn es vague ist, ist es präzise. Welche Rolle es spielt, dass er hier (nur hier) nichts weiter dazu ausführt, sondern noch im selben Satz zur Attraktion der Wahrnehmung und Ausübung übergeht, das kann jetzt noch nicht gesagt werden.
2.
Wenn Thomas' Graphie juridische Kulturtechnik ist, dann ist diese Graphie rekursiv, umwegig (geht via detour) und kooperativ. Liest man die Passage als Stellenlektüre, liest man nichts von den Assoziationen, die von dieser Stelle zu einer anderen laufen. Dann spricht nichts für und nichts gegen eine solche Assoziation. Wenn man die Passage verzettelt, kann sie Raffaels Gemälde von der Transfiguration und dem Menschenzug auf Napoleons Hochzeit assoziierr werden und sehr nahe kommen und in sehr weite Entfernung gerückt werden. Sie kann diesem Gemälde näherkommen als eine Passage am Schluss des Aufsatzes es tut. Die Assoziation mit Raffael kann abwegig sein. Aber wenn man gerade erstens an Warburgs Staatstafeln arbeitet und dort an Raffaels Messe von Bolsena, das in zeitlicher Nähe zu der Transfiguration entstand, wenn zweiten Yan Thomas mit den legal artífices auch über eine hypostasierte Anthropologie operiert und man sich dann noch dritt er ns fragt, inwieweit Warburg so ein legal artifex sein soll, dann ist der Abweg einfach detour, Technik und hilfreich, um mehr in der einen Hinsicht zu erfahren und weniger von der Welt, in der das keinen Zusammenhang jemals hätte. So fokussiert man eine Welt, die am Biegen und manchmal am Brechen ist.
Die Technik kann verklärend oder transgressiv werden. Der Blick darauf, was Thomas trennt, assoziiert und welchen Austausch er manövriert, der wird sich schärfen mit der Zeit. Was daran vague ist, ist aber schon in der Passage und ihren kleinsten Details präzise, es ist vorschnittlich und darin vorbildlich, schärfer als diese Linien geht es nicht. Was Thomas meint, wie seine Graphie erscheint und welche Effekte das haben kann, das sind zwei Paar Schuhe, und wir halten diese Schuhe für Schuhe aus der Geschichte und Theorie der Restitution. wenn es nur ein paar Schuhe wäre, müsste man schon Heidegger, Shapiro, Derrida und Warburg konsultieren. Sind es zwei, kommt noch mehr Beratungsbedarf dazu. Was Thomas meint, kann große Rolle spielen, aber die kann auch sehr klein werden.
Wenn Thomas ein Theoretiker der Institution ist, ist er auch schon einer der Substitution, der Konstitution und der Restitution, auch wenn der Leser noch nicht, welche Linien Thomas insoweit legt. Was er davon sein will, ist eine Frage, aber nicht die einzige. Das ist für juristische Methoden nun wirklich keine Überraschung. Dass ich auch nicht davon ausgehe, dass die Kulturtechnilkforschung in die Rechtswissenschaft mit der Erfindung eines neuen Rades einbricht, das dürfte auch keine Überraschung sein, sonst kann man nochmal Bildregeln zum Einbruch lesen oder die Kritik an der Figur der Fragmentierung oder die Distanz zum Begriff der neuen Medien. Vismann fängt doch schon im babylonischen Haufen an. Und nochmal: Die Geschichte und Theorie juridischer Kulturtechniken ist archäolgisch konzipiert und assoziiert den Begriff der Technik mit dem der Dogmatik und den begriff detour mit der Formulierung: Nachleben der Antike.
Ach, und noch: Raffaels Bild der Transfiguration ist ein Gemälde der Zwischenzeit, einer Welt, in der Gleichzeitigkeit ein Gerücht ist. Raffaels Bild zieht zwei unterschiedliche Zeiten zusammen, wie wir es machen, wenn wir Passagen bilden.
Zwischenfazit: Die Attraktionen in transform und transpose werden sich gegenüber Transfiguration und Transgression zu behaupten haben.