Politisch gesehen haben weder die Einzelnen das Recht noch die Gesellschaft, eher schon die organisierten Gebilde, in denen beide immer im Spiel miteinander sind. Politisch sind wir so weit dahinter zurück, daß wir hier das Wort "Staat" scheuen, weil dieser ja immer noch als das undialektische Ganze aufgetreten ist. So ist uns der Abschnitt "Für Nach-Sokratiker" [aus der "Minima Moralia"] eine Hilfe darin, daß wir dem Satz "Das Wahre ist das Ganze" dann Wahrheit zugestehen, wenn wir uns weder als hilflose Teile des Ganzen noch als Repräsentanten des undialektischen Ganzen ansehen.
Bruno Liebrucks: Reflexion über den Satz Hegels "Das Wahre ist das Ganze", in: Max Horkheimer (Hg.): Zeugnisse. Theodor W. Adorno zum sechzigsten Geburtstag, Frankfurt am Main 1963, S. 100.










