26. April 2020
Feuerschlagen oder am Herz operieren
Mein Vater Andy Guhl hat die Arbeit in seinem Atelier in die Häuser der Stiftung Bick verlegt. Das 300 jährige Steinhaus im Tessin erschwert die Verbindung für Videotelefonie, die Arbeit von vielen anderen Künstlern in diesen Räumen aber scheint zu inspirieren.
Hier wird eine Sense geschärft. Alle Screenshots aus der Livedemonstration heute Vormittag via Jitsi.
Der Künstler ist zu einer 8-stündigen Online-Performance Session eingeladen, welche von OptoSonic Tea durchgeführt wird. Einer Gruppe von Video und Sound Künstlern, mit denen er im September letztem Jahr in den USA performt hat. Er erklärt mir, wie die Kuratoren wie Dirigenten die verschiedenen Inhalte der Teilnehmer aufschalten werden – über Zoom.
Sein Set-Up sieht folgendermassen aus: Über die Dropbox spielt er auf seinem iPhone X eine Filmaufnahme ab. Das Bild seines Mobil-Telefons überträgt er mittels Kartonbox ...
... worin er einen Spiegel eingebaut hat aus dem Kosmetik-Set meiner Mutter ...
... und so das Bild auf die Kamera seines Laptops übertragen kann.
Das ist das Bild, das auf Zoom gesehen wird.
Er kann jetzt seine Sensoren und Blinklichter zwischen sein Telefon und die Kamera vom Laptop halten und so Überlagerungen kreieren. Daneben kann er mit seinem Lighttransformer ...
Bau-Anleitung Lighttransformer
... und zwei Fahrrad-Blinklichtern ein analoges Ton- und Bild-Erlebnis produzieren, das er über Whats-App Kamera mit dem Mobil-Telefon meiner Mutter auf seinem Mobil-Telefon live-schalten kann.
Die 300 Jahre lassen mich einen Höhlenmenschen sehen, der Feuer schlägt – meine Mutter sieht eine Operation am Herzen. Die Unschärfe der Übertragung kreiert Raum für diverse Assoziationen. Live ist der Event heute Abend, 21 Uhr zu sehen.
(Tabea Guhl)












