Menschlickeit - IQ gegen EQ
Meine Diagnose beinhaltet auch ein starkes Helfersyndrom bis zur Selbstaufgabe. Daher kommen mir andere Menschen schnell mal unmenschlich oder herzlos vor. Mein Freund, der alles andere als gefühlskalt ist, hält bei mir, zum Glück, oft dagegen. Und meistens schaffe ich es dann dadurch, zu begreifen und logisch zu analysieren, was noch im normalen Bereich ist und was nicht. Dabei fahre ich meinen EQ herunter.
Der EQ ist der emotionale Quotient und der IQ der Intelligentsquotient. Diese beiden stehen meistens gegensätzlich zueinander.
Ich weiß nicht, warum, ob das normal ist oder wie lange ich es schon kann. Aber ich kann beide regulieren. Ich kann meinen EQ quasi ausschalten. Mein IQ hat dann die Oberhand. Aber gleichzeitig schalte ich auch einen Großteil meiner Menschlichkeit aus. Ich werde verletzend und (selbst)zerstörerisch. Denn das ist die Logik meistens. Sie ist die harte Realität in der wir uns befinden. Manchmal muss ich meinen EQ herunterfahren, um nicht zu zerbrechen.
Leider habe ich aber dieses Spiel mit dem EQ und dem IQ nicht immer unter Kontrolle. Mein EQ kann so hoch werden, dass er mich innerlich fast zerfrisst. Logisches Denken ist in diesen Augenblicken weit entfernt.
Vielleicht habe ich mich gerade deswegen für einen rein logischen Beruf entschieden. Als Programmiererin ist logisches Denken gefragt. Ein Programm kann man nicht nett bitten, zu funktionieren. Man muss ihm genaue Anweisungen geben, was er wann machen soll. Emotionen sind nur nebenbei im Spiel. Im Team, wenn man etwas erschaffen hat, manchmal auch ein bisschen Frust, wenn es nicht gleich funktioniert. Aber auch in diesem Moment ist es wichtig, weiterhin logisch zu denken und alles Schritt für Schritt zu analysieren.


















