Seit 2018 ungefähr
Ich befinde mich hier
Pfingsten 2018 fahren wir mit Freunden für eine Woche nach Holland an die Nordsee. Wir reisen getrennt am selben Tag an und es zeichnet sich auf der Fahrt ab, dass wir etwas später ankommen werden.
Da wir uns sowieso über WhatsApp absprechen, teile ich einfach unseren aktuellen Standort für die nächste Stunde, damit erledigen sich sämtliche Fragen, wo wir gerade sind und wann wir ungefähr ankommen.
Das Prinzip bewährt sich, ich gebe jetzt regelmäßig meinen Standort für einen definierten Zeitraum in WhatsApp frei, wenn ich unterwegs bin. Meistens ist der Adressat mein Mann, der dann sehen kann, wo ich mich gerade auf dem Nachhauseweg befinde. Spätestens bei der Ankunft am Hauptbahnhof zeigen sich die Schwachstellen des Systems. Ab da muss ich drei Stationen mit der U-Bahn fahren und das GPS dringt meistens nicht bis in die U-Bahn-Schächte durch. Aber erstens weiß er dann immerhin schon, dass ich wohlbehalten in Essen angekommen bin und zweitens guckt er die Hälfte der Zeit sowieso nicht auf sein Smartphone und meine Live-Standort-Berichterstattung verpufft ungesehen im Äther.
(Anne Schüßler)











