Der Turm
Von ihrem Turm aus, konnte sie die Not sehen, aber fühlen, konnte sie die Not nicht. Sie sah Menschen kommen und gehen, das war so unendlich schlicht. Wie Ameisen wirkten sie in ihrer Eile, ziemlich surreal diese Situation. Sie beobachtete sie eine Weile, vollkommen ohne eine Emotion. Bis sie sich entschied hinab zu steigen, die Not zu sehen und fühlen. Sie begann Kopf und Körper zu neigen, selbst im Dreck der Not zu wühlen. Sie verlor ihren Turm für immer, wollte auch nicht mehr zurück. Sehnsucht verspürte sie nimmer. Gewann dafür Freunde und tägliches Glück.
*** Dieses ist mein Beitrag zum #lyrikjuli von @cleardance Thema: #not und turm ***
*** Heute gibt es wieder zwei Themen in einem Gedicht. Ich saß gestern schlicht zu lang an der Nähmaschine und so bin ich viel zu früh eingeschlafen… ***
2021/#209
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