New Post has been published on Nachrichten von Heute
New Post has been published on http://nachrichten.rocks/2016/08/04/rettig-mahnt-solidaritaet-an-offener-brief-des-fc-st-pauli/amp/
Rettig mahnt Solidarität an: Offener Brief des FC St. Pauli
Diskussion um Verteilung der TV-Gelder
Andreas Rettig (53), Geschftsfhrer des FC St. Pauli, ist in der Diskussion um die knftige Verteilung der Fernsehgelder im deutschen Profifuball und mit verschiedenen Reformvorschlgen ins Kreuzfeuer der Kritik zahlreicher Funktionre der Bundesliga- und Zweitligaklubs geraten. Am Freitag adressierte der FC St. Pauli eine Stellungnahme an alle Profiklubs, die der kicker im Wortlaut verffentlich.
In der Stellungnahme des FC St. Pauli um die Verteilung der TV Gelder und die Rolle der Zweitligisten (und insbesondere des FC St. Pauli) uerte sich der Hamburger Kiez-Klub wie folgt:
„Die Vertreter der 2. Liga haben sich nach der auerordentlichen Mitgliederversammlung am 9. Juni 2016 nicht mehr ffentlich zu dem Thema geuert. Die Diskussion wurde in erster Linie durch einige Bundesligisten, unter anderem durch das „Team Marktwert“ gefhrt.
„Geheimtreffen“ der 2. Liga am 29. Juli 2016
Das Treffen der Zweitligisten im Vorfeld der Mitgliederversammlung im August war notwendig, da zur neuen Saison gleich fnf neue Clubs zur 2. Liga gehren. In der Vergangenheit haben die Verantwortlichen des FSV Frankfurt die Koordination dieser Treffen bernommen. Nach dem Abstieg des FSV wurde der FC St. Pauli gebeten, die Koordination zu bernehmen.
Bei diesem Treffen handelte es sich nicht um eine konspirative Zusammenkunft oder ein Geheimtreffen. Denn zum einen wurde Helmut Hack, aktuell der einzig gewhlte Zweitligavertreter im Vorstand des Ligaverbandes, bereits im Vorfeld in einem persnlichen Gesprch ber die Planungen informiert. Zum anderen wurden bei der Assistenz der DFL-Geschftsfhrung Rume fr die Tagung angefragt. Der Einladung zur Tagung sind Vertreter aller Zweitligisten nachgekommen und dies wurde als notwendig erachtet.
Personal: Fragezeichen hinter allen Kandidaten
Bei der Sitzung in Frankfurt wurde abgefragt, welcher Clubvertreter seine grundstzliche Bereitschaft an einer Gremienarbeit hinterlegen mchte. Hierbei stellt sich die Ausgangslage in der 2. Liga anders dar als in der Bundesliga.
Stefan Kuntz, der im Vorstand des Ligaverbandes war, scheidet aus, da er nicht mehr fr den 1. FC Kaiserslautern ttig ist. Aufsichtsrat Ulrich Lepsch ist nicht mehr fr Energie Cottbus ttig und sein Verein ist mittlerweile in die Regionalliga abgestiegen. Somit scheidet auch er aus.
Helmut Hack von Greuther Frth hat die Frage nach seiner zuknftigen Gremienarbeit offengelassen. Harald Strutz, der in der Vergangenheit von der 2. Liga fr das Amt des zweiten Vizeprsidenten vorgeschlagen wurde, spielt mit seinem Club mittlerweile seit acht Jahren ununterbrochen in der Bundesliga, belegt mit dem FSV Mainz Rang 7 im TV-Ranking, hat mehrfach mit seinem Club am Europapokal teilgenommen. Zudem erwirtschaftet der FSV einen Umsatz von ber 100 Mio. Euro. Daher stellt sich die Frage, in wie weit vor diesem Hintergrund die Interessen der Zweitligisten noch vollumfnglich vertreten werden knnen.
Somit standen bei der Sitzung hinter allen von der 2. Liga zu whlenden Gremienvertretern Fragezeichen. Dies erklrt die Anzahl der Bewerber aus der 2. Liga. So bewerben sich drei Clubvertreter aus der 2. Liga sowie Harald Strutz aus der Bundesliga fr das Amt des zweiten Vizeprsidenten im Ligavorstand und fnf Kandidaten aus der 2. Liga fr die beiden Pltze im Aufsichtsrat.
Die Kollegen der Bundesliga wurden noch vor deren Sitzung, die am vergangenen Dienstag (2. August) stattgefunden hat, darber informiert, dass die 2. Liga, den von der Bundesliga vorgeschlagenen Kandidaten (Peter Peters von Schalke 04) fr das Amt des ersten Vizeprsidenten im Vorstand des Ligaverbandes untersttzt. Im Gegenzug besttigten die Vertreter der Bundesliga, dass sie den noch vorzuschlagenden Kandidaten der 2. Liga aus dem Kreis der vier Bewerber ebenfalls untersttzen werden. Beide Vizeprsidenten werden von allen 36 Clubvertretern gewhlt.
Verteilung TV-Gelder: 80:20-Schlssel besttigt
Alle 18 Zweitligisten (es gab einen Gremienvorbehalt eines Clubs) haben sich im Grundsatz auf die Beibehaltung des Status Quos, also eines Verteilungsschlssels der TV-Gelder zwischen Bundesliga und 2. Liga im Verhltnis von 80 zu 20 und der Verteilung nach sportlichen Kriterien ausgesprochen. Somit besttigte die Versammlung im Wesentlichen das Ergebnis einer Abstimmung bei der letzten Sitzung im April 2016.
Die Rolle des FC St. Pauli
Nicht erst seit dieser „Verteilungsperiode“, sondern bereits in der Vergangenheit, wurde die grundstzliche Frage thematisiert, ob nicht in einer solch bedeutsamen Frage, wie der Verteilung der Medienerlse, nicht der Ligavorstand, sondern die Mitgliederversammlung ber eine von Vorstand und Geschftsfhrung erarbeiteten Vorschlag abstimmen sollte. Ligavorstand und Aufsichtsrat haben dies verneint und sehen die Entscheidungskompetenz weiter im Ligavorstand.
Der FC St. Pauli hat in einem vertraulichen Brief (ohne das hiervon ein weiterer Club Kenntnis hatte) an den Ligaprsidenten und die Geschftsfhrung der DFL die Frage gestellt, ob es bei einer mglichen Abstimmung hierber im Ligavorstand nicht sinnvoll wre, dass sich die Geschftsfhrung, also die DFL-Vertreter im ansonsten aus Clubvertretern besetzten Gremium, bei der Entscheidung ber die Verteilung der Medienerlse neutral verhalten sollte (Stimmenenthaltung).
Es gibt keinerlei Zweifel an der Integritt der Geschftsfhrung, sie sollte lediglich vor einem Interessenkonflikt, „Znglein an der Waage“ zu sein, bewahrt werden. Ligavorstand und DFL haben diesen Ansatz zurckgewiesen. Die Antwort auf das vertrauliche Schreiben des FC St. Pauli fand den Weg in die ffentlichkeit. Dies hat der FC St. Pauli bedauert.
Der Standpunkt des FC St. Pauli
Der FC St. Pauli setzt sich fr die Beibehaltung der Solidaritt zwischen Bundesliga und 2. Liga ein und spricht sich gegen ein weiteres berproportionales Auseinandergehen der Schere zwischen den beiden Ligen aus, was eine Vernderung des Verteilungsschlssels zuungunsten der Zweitligisten zur Folge htte. Dabei steht fr den FC St. Pauli die Integritt des Wettbewerbs im Mittelpunkt. Zudem soll einer Zementierung des Status Quos entgegengewirkt werden. Der nicht vorsehbare Ausgang eines Wettbewerbs (Spannungsmoment) und die damit verbundene Attraktivitt sind ein hohes Gut.“
Powered By WizardRSS.com | Full Text RSS Feed
kicker online: alle Sportnews