#WeekendWatchlist – Royalbunker-Gegen die Kultur (Doku) Freitag, arbeitsfreie Tage voller Muse in Aussicht, grobe Pläne geschmiedet und dann das: Langeweile. Darum hier der Tipp zum Wochenende.

seen from Türkiye
seen from Maldives
seen from China
seen from Netherlands
seen from China

seen from France

seen from Argentina

seen from Singapore
seen from Germany

seen from United Kingdom
seen from Germany
seen from China
seen from Moldova
seen from Singapore
seen from Brazil
seen from Kazakhstan
seen from China
seen from United States
seen from Kazakhstan
seen from Kazakhstan
#WeekendWatchlist – Royalbunker-Gegen die Kultur (Doku) Freitag, arbeitsfreie Tage voller Muse in Aussicht, grobe Pläne geschmiedet und dann das: Langeweile. Darum hier der Tipp zum Wochenende.
Zugezogen Maskulin, Marteria und Marcus Staiger
Nur weil alle anderen arm sind bist du so reich.
Staiger
Marcus Staiger Interview (Teil 4)
Die Roman-Protagonisten erleben Einschränkungen in ihrem Alltag. Erlebst du Einschränkungen im Alltag, von denen du denkst, dass sie nicht sein müssten?
Bei mir ist es so, dass ich diese Einschränkungen relativ klar sehe, und bin mir dessen bewusst, dass man mit Kompromissen leben muss. Man kann es natürlich als absoluten Zwang empfinden, oder als Einsicht in das Notwendige. Ich könnte natürlich jetzt sagen: dieses Steuersystem macht mir immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Ich bin ja mit ganz vielen Steuerschulden aus Royalbunker rausgegangen, und das verschleppt und verlagert sich noch ein Jahr, und dann kommt es wieder. Und ich kann mir diese und jene Sachen nicht leisten. Aber da ich mir dieses und jenes eh gar nicht leisten will, ist es mir doch scheiß egal. Dann gibt’s halt Steuern, aber ich weiß dass man davon nicht stirbt, dass es dann nicht zu Ende ist. Richtig eingeschränkt ist es dann, wenn man sich die ganze Zeit darüber beschwert, und nichts daran ändert. Dadurch dass ich es erkenne, mich nicht beschwere, und im besten Fall was ändere wenn ich es kann, schränkt es mich nicht so wahnsinnig ein. Ich glaube halt wenn man auf diese Gesellschaft mehr oder weniger angewiesen ist und aufs Abstellgleis geschoben wird und einfach in den Teufelskreis von Arbeits- und Motivationslosigkeit gefangen ist, ist man stark eingeschränkt. Ich habe natürlich auch den Vorteil über ein gewisses Talent zu verfügen. Oder, das ist auch nicht unwichtig, ein nettes Äußeres zu haben, denn das ist immer hilfreich. Ich kann mich artikulieren. Ich habe einigermaßen gute Manieren. Ich habe viel gelernt in meinem Leben. Und es gibt natürlich Leute, die haben das nicht. Und die sind aussortiert, da sehe ich schon gesellschaftliche Schranken, die extrem schwer zu überwinden sind.
Eine radikale Einschränkung in diesem System ist natürlich, dass du Geld verdienen musst, um überhaupt an dieser Gesellschaft teilzunehmen. Hast du kein Geld, nimmst du hier nicht teil. Du kannst es dir natürlich schön reden und dir sagen: Hey Hartz4! Und machst dann (zeigt hinter uns) da drüben Slackline, und hast ein erfülltes Leben, aber das stimmt halt nicht. An dieser Gesellschaft nimmst du tatsächlich nur aktiv teil, wenn du Marktteilnehmer bist. Das ist ein Beispiel für eine Schranke, die ich schon überwinden möchte. Ich hätte es schon gern, wenn die Menschen unabhängig davon, als Mensch sein könnten, und dann hätten wir auch eine viel interessantere und produktivere Gesellschaft. Also nicht monetär produktiv, sondern gesellschaftlich produktiv.
Ich sehe schon dass dieses System viele Leute kaputt macht. Oben und unten. Unten wenn sie ausgeschlossen sind, und oben wenn sie Jobs machen, die sie halt nicht mögen und ihre Kreativität vollkommen sinnlos verpulvern, für irgendeinen Quatsch, den kein Mensch braucht.
Wie siehst du denn in Anbetracht dessen, die Situation im Kulturbetrieb? Sind Musiker, Autoren, Künstler glücklich?
Ich glaube es wird sehr unbefriedigend für einen selber, wenn man weiß, man macht das nächste Album oder Buch nur noch aus dem Grund, weil man Geld zum überleben braucht. Ich glaube Kunst ist schon immer dann am geilsten, wenn man Kunst machen möchte. Aus dem Grund ist Musik und Kunst ein interessantes Phänomen. Weil die Leute machen es erstmal, und viele über längere Zeit, weil es ihnen eine Befriedigung gibt und nicht weil es sich verkaufen lässt. Vielleicht sogar befriedigender als so mancher erfolgreiche Künstler. Mir hat mal ein Rapper gesagt, ohne Witz: „Ich trete vor 10000 Leuten auf, und es gibt mir gar nichts.“ Und das ist schade, das ist wirklich schade, er lebt den Traum so vieler anderer, und lebt komplett an seinem Leben vorbei.
Es ist unheimlich schön wenn man gewerblich Kunst macht, und sich das Gefühl der Freude erhalten kann. Ich kann dir das nicht sagen wie das ist, wenn ich da in 15 Jahren immer noch alle zwei Wochen auf Lesung bin, und mich das nur noch ankotzt, weil ich es schon so oft gemacht habe. Aber ich finde, dann muss man es auch sein lassen. Gerade im Kunstbereich, dass muss einem Spaß machen. Und ich habe mit Royalbunker aufgehört, als es mir überwiegend keinen Spaß mehr gemacht hat. Es geht nicht darum das es tagtäglich 100% Fun sein muss was man da macht, aber es ist wichtig dass man da 70% Spaß dran hat.
Wann hattest du denn bei Royalbunker am meisten Spaß?
Ganz am Anfang. An diesem Zeitpunkt wo es so richtig losging. Als wir noch Kassetten gemacht habe und gemerkt haben: OK, wir verkaufen da jetzt 400/500 Kassetten auf einmal. Das war schon die Zeit wo es richtig geil war. Wo wir zusammen auf Tour waren, im kleinen Auto.
So wie es jetzt ist, macht es mir ja auch am meisten Spaß. Man fährt raus. Trifft sich mit irgendwelchen Leuten, pennt bei irgendwelchen Leuten, weil es halt einfach noch so auf der persönlichen Ebene ist. Stell man sich mal vor man verkauft mit seinen Lesungen 2000er-Hallen, und ist dann so im Kultur-Haus irgendwo. Dann kommt man erstmal an in der Stadt, geht dann ins Hotel, schlürft dann in dieses Kultur-Haus, macht da seine zwei Stunden Lesung und geht dann wieder ins Hotelzimmer. Das ist doch gar nicht mal so spannend. Spannend ist doch jetzt irgendwie so, dass sich die Leute freuen: „man ja, komm wir gehen Abendessen, dann die Lesung, und danach gehen wir feiern.“ Das ist doch perfekt. Aber das kann man wahrscheinlich auch nicht für immer konservieren, das ist halt so.
Wenn das jetzt größer und professioneller werden sollte, dann ist man ja mal an dem Punkt, wo es dann halt in normale Erwerbsarbeit umschlägt. Auch das kann sein. Das ist nichts wovor ich mich fürchte, aber ich glaube, dass ist halt eine andere Art von Spaß. Und so hat RoyalBunker natürlich auch Spaß gemacht. Mit KIZ war es auch voll lustig. Diese U-Bahn-Aktionen die wir durchgezogen haben, dass waren immer geile Momente. Es macht natürlich auch immer dann Spaß, wenn man merkt, andere Leute interessiert das was man macht.
Dort drüben findet ja die Yard5 Graffiti Jam statt, wie stehst du zu Graffiti? Nimmst du Graffiti im Alltag wahr?
Ja, ich nehme es wirklich wahr, und freue mich auch. Z.B. bin ich gestern mit meiner Frau und ihrem Sohn über die Stadtautobahn gefahren. Das ist mir neulich schon aufgefallen. Diese XL Crew die alles zugemacht hat. Die ganze Avus entlang, und den ganzen Innenstadtring. Auf jedem Autobahnschild war das drauf, das freut mich, das finde ich voll cool. Die 1UP Geschichten überall – riesengroß, alles kaputtgemacht, super Sachen. Ich finde es halt als Aneignung von öffentlichem Raum interessant. Dieses „Scheiß was drauf“ - Angriff aufs Privateigentum - gefällt mir. Es ist unsere Stadt – wenn Daimler Benz eine ganze Stadt in der Innenstadt bauen darf, dürfen wir das auch.
Du sagst „Wir“.
Na klar, das Ding ist halt, ich sehe diese Hip Hop Leute tatsächlich als eine große Familie, auch wenn sich das wahnsinnig auseinander dividiert hat. Ich habe ja Streit mit diversen Leuten aus dieser Szene. Ich sehe es immer noch als Familienstreit. Das ist halt so, da streitet man sich auch verbittert und man kann gewisse Verwandte auch nicht leiden, aber man geht z.B. nicht zur Polizei. Also auch mit Abstrichen, ich bin jetzt nicht der Verfechter dieser „stop snitchin“ Geschichte. Ich würde auch zur Polizei gehen, ich habe damit nicht das Problem. Aber erstmal sehe ich es als Familienstreitigkeit.
Graffiti gehört auch zu mir dazu, auch wenn ich kaum Ahnung davon habe und es selbst gar nicht kann. Na gut, aber da bin ich halt auch old school. (lacht)
Macht es dir denn überhaupt noch Spaß über das Buch zu reden?
Ja, sehr viel Spaß, jeder zieht was ganz anderes daraus. Ich rede auch nicht immer dasselbe. Klar, manche Sachen wiederholen sich, aber es macht mir sehr viel spaß.
Dann die nächste Frage, wie siehst du das Thema Zeitlosigkeit? Gibt es Bücher die zeitlos für dich sind? Was zeichnet solche zeitlosen Werke aus?
Was das auszeichnet kann ich dir gar nicht sagen, ich kann dir sagen das die Bücher die ich wirklich wichtig fand in meinem Leben, wahrscheinlich schon zeitlos sind. Also ich mochte Uwe Johnsen, das war ein DDR-Schriftsteller. Was jetzt ein bisschen Einfluss auf mein Schreiben hatte war Rainald Götz „Irre“. Das ist noch zersplitterter als mein Roman, durch seine fragmentarische Erzählweise. Der hatte auch diesen Stil drauf, dass er jeder Person eine eigene Stimme gegeben hat und dass man die auch sofort sprechen gehört hat. Gabriel García Márquez „100 Jahre Einsamkeit“ oder „Chronik eines angekündigten Todes“, das sind so Sachen die durch ihre Art und Erzählweise sehr zeitlos sind. Wahrscheinlich ist sowas wie Benjamin von Stuckrad-Barre heute total irrelevant, wenn man da ein Buch von vor 10 Jahren liest.
Es ist jetzt schon ein bisschen Zeit vergangen seid der Fertigstellung des Rohmanuskripts von „Die Hoffnung ist ein Hundesohn“. Das verrückte daran ist ja wirklich, das es unglaublich aktuelle Bezüge hat. Das wird wahrscheinlich gar nicht anders werden in den nächsten zehn Jahren - ich glaube es wird immer wieder aktuell sein. Es werden wahrscheinlich genau die selben Themen immer und immer wiederkehren. Also wäre es vor zwei Jahren rausgekommen, hätte man gesagt: „waow, geil, diese Londoner Aufstände, hast du das antizipiert?“ Nein habe ich nicht. Aber ich habe mir vorgestellt dass sowas passieren kann, in einer Welt wie wir sie heute haben. Jetzt haben die Leute sogar die Krim-Krise reininterpretiert, mit den Panzern und dem Drohnen-Konflikt. NSA-Affäre sowieso – abhören, totale Überwachung, dabei war damals davon noch gar nicht die Rede.
[SPOILER]
Es ist verrückt. Im Buch geht ein Nazi los, tötet zufallsgenerator-mäßig Ausländer und wird gleichzeitig vom Verfassungsschutz – also wirklich ausdrücklich vom Verfassungsschutz – beobachtet. Sie haben ihn seid Jahren unter Beobachtung, seid er in einer Wehrsportgruppe tätig war, und heuern ihn zum Schluss auch noch an. Das ist im Zuge der NSU-Affäre wirklich erschreckend.
[SPOILER-ENDE]
Diese Verfassungsschutz-Leute habe ich extra so angelegt, als wären sie wirklich graue, gesichtslose Herren. Oder wie aus diesem Tim und Struppi Comic, diese Agenten Schulze und Schultze. Bei mir heißen sie Müller und Maier, sind komplett austauschbar – graue, gesichtslose Herren. Das hat eine verrückte, abstrakte Dimension. Das war angelegt, als wäre das ein komplettes Fantasieprodukt – und das passiert tatsächlich, das gibt es wirklich.
Ich hatte das Gefühl, das du Charaktere verarbeitet hast, die dich im Leben nerven könnten, die man aushalten muss. Bist du gut im Aushalten? Auch im Konflikte aushalten?
Ja klar, jemand wie Jedele ist schwer aushaltbar, ist halt ein Arschloch. Aber die trifft man, wenn man in verschiedenen Welten unterwegs ist, alle.
Ich kann Konflikte sehr gut aushalten. Wenn ich einen Konflikt anfange, dann kann ich es auch aushalten. Das können viele nicht. Sowas wie aktuell mit Fard & Snaga, also ich halte das aus, die nicht. Und ich mache das auch immer weiter. Das wird wahrscheinlich irgendwann mal einschlafen. Die werden ihren Senf dazugeben und sie werden sagen mit mir sprechen sie nicht. Ich werde dann noch zwei, drei mal Sachen sagen. Man muss dann halt auch aufpassen das man nicht irgendwann mal gesagt bekommt: „jaja, ist ja gut, reicht ja jetzt, du nervst.“ Muss man dann dosieren, aber ich halte das schon aus. Ich halte auch die Dummheit anderer Leute aus. Ich bin natürlich immer davon beseelt die zu überzeugen. Ich möchte auch gewinnen. Aber das es gelingt, ist natürlich schwierig.
Aber ich merke oft, gerade wenn ich auf andere Handwerker treffe, welche ja dann doch nicht immer die fortschrittlichsten sind, dass Sie für gewisse Argumente empfänglich sind. Und wenn man immer nur mit scheiß Typen zusammen ist, dann kann man auch nur scheiße denken. Wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, auch mal was anderes zu denken - jetzt abgesehen davon, dass ich damit schon in einer gewissen Eitelkeit unterstelle dass ich kein scheiß Typ bin - aber ich denke natürlich, dass meine fortschrittlichen Gedanken gut sind, und wenn man das so mitteilt, tut sich dann auch meistens was. Das ist ganz angenehm.
Du hast Philosophie studiert, wo es um Ethik und Moral geht, war das für dich interessant?
Ich fand Ethik tatsächlich total uninteressant. Ich habe es mal ein Semester lang studiert. Was ein bisschen verrückt ist, da es noch heute eine Rolle für mich spielt, ist, dass ich mich schon damals mit bürgerlicher Gesellschaftstheorie beschäftigt habe. Vertragswesen von menschlichen Gemeinschaften.
Ich finde das Moral und Ethik ganz schwammige Werte sind, und immer sehr stark von den Lebensumständen der Leute abhängen. Z.B. sowas hart umstrittenes wie Sex mit Kindern. Vor 150 Jahren war das auch in Mitteleuropa gang und gäbe, dass 12, 13 jährige Mädchen auf den Strich gegangen sind und sowas ausgelebt wurde. Auch heute ist diese Diskussion sehr, sehr heuchlerisch, weil auf der einen Seite die dargestellten Frauen in Werbung und Film immer jugendlicher werden, und auf der anderen Seite ist es ein super Tabu-Thema, wo jeder sagen darf: das ist eklig. Und in anderen Kulturkreisen heiratet man wiederum 10/11 jährige. Teilweise sind sogar die Leute, die Todesstrafe für Kinderschänder fordern, Anverwandte von denen, die dann 10/11 jährige heiraten.
Ich habe selber eine Tochter, ich finde, dass ein Jugendlicher das Recht hat seine Sexualität jugendlich kennenzulernen. Und ich finde es absolut bescheuert, wenn ein Erwachsener, etwas mit einer 12 jährigen anfängt. Denn das sind sehr unterschiedliche Welten. Und selbst wenn die 12 jährige sowas wie eine Sexualität hat, dann hat das nichts mit einer erwachsenen Sexualität zu tun. Was ich damit sagen will ist, es ist sehr variabel. Z.B. in puncto Gesellschaftsgerechtigkeit ist es immer vom Gutwill der herrschenden Klasse abhängig. Was wir jetzt z.B. als Sozialstaat haben, war in den 1970er Jahren viel mehr. Jetzt heißt es plötzlich, wir können uns das nicht mehr leisten. Wer bestimmt denn das, dass wir uns das nicht mehr leisten können? Welche Moral und Ethik steht denn da dahinter? Nämlich gar keine. Und deshalb bin ich gar nicht so sehr daran interessiert die Dinge ethisch und moralisch zu lösen, sondern auf einer Vertragsebene – auf was einigen wir uns denn jetzt eigentlich?
Um auf die Kindersexualität zurück zu kommen: ich sage ich habe Argumente dafür, warum ich finde, dass Erwachsene nichts mit Kindern anfangen sollten. Das wäre aber eher eine Einigung. Und nicht weil Gott das verboten hat oder weil das nicht meinem gesunden Volksempfinden entspricht. Anderes Land, andere Sitten.
Oder z.B. die Einigung darauf keine Ausbeutung stattfinden zu lassen - das hat natürlich einen tieferen moralischen Wunsch nach Gerechtigkeit und vielleicht ist das sogar christlich verankert. Aber trotzdem wäre es mir lieber, wir machen das nicht, weil sich das so gehört, sondern, weil wir uns darauf geeinigt haben.
Ich habe damals tatsächlich schon einen Lektüre-Kurs Marx besucht. Und das kam ja jetzt auch verstärkt wieder, weil ich Marx Literatur als ein wahnsinnig gutes Instrumentarium für die Gesellschaft, ihre Verhältnisse und ihre Produktionsweise zu durchschauen, finde. Auf der anderen Seite war mir das, und das ist auch heute noch so, bei den Philosophen zu linguistisch. Da wird dann um Worte gestritten, um gewisse Bedeutungsnuancen. Natürlich muss man sich um eine einigermaßen exakte Sprache bemühen. Aber im Endeffekt werden wir niemals das Selbe meinen, wenn wir das Selbe aussprechen. Und mit einer gewissen Unschärfe kann ich persönlich auch leben, und das können manche von diesen Linguisten-Philosophen eben nicht. Deshalb ist das dann auch uninteressant.
Was passiert noch bei dir, wenn du nach Hause kommst? Was steht an?
Wenn ich nach Hause fahre, setze ich mich an den Computer, weil ich noch drei Artikel fertig schreiben muss über das Wochenende. Man hat immer was zu tun. Ich bin Familienvater, auch. Das ist das gute, da ist einem nie langweilig. Nie wieder Langeweile. Immer zu wissen, dass man zu tun hat (lacht).
Neulich, weil das eben auch so ein bisschen ansteht, war das dann auch Thema: brauche ich ein Management & wohin will ich eigentlich? Klar, ich bin Schriftsteller, ich will Schriftseller sein. Das ist wahrscheinlich das was ich schon immer sein wollte seid ich 17/18 bin. Aber ich brauche das ganz andere auch. Ansonsten habe ich kein Material. Ich bin schon jemand der das Leben braucht in seiner Vielfalt.
Vorstellbar wäre aber auch, nur auf das zurückzugreifen, was sich in deinem Kopf abspielt, und die Frage ob das ausreicht.
Ich scheibe wahnsinnig gerne Traumtagebuch. Manchmal ein bisschen weniger, wenn ich viel praktische Texte zu schreiben habe, dann wird das auch weniger mit dem Traumtagebuch. Aber wenn ich mich mehr darauf einlassen kann, mich mehr um meine innere Welt kümmern kann, dann mache ich das. Das ist sehr interessant, ich bin immer wieder fasziniert davon, wie verrückt man seinen Alltag verarbeitet. Ich habe auch schon von Hip Hopern geträumt. Ich hatte schon die verrücktesten Träume.
Die schreibe ich dann auf. Dem sofortige vergessen, nach dem aufwachen, kann man ein bisschen entgegentrainieren. Isabel Allende hat das gemacht, das habe ich mal in einem interview gelesen. Fand ich super die Idee, eine klasse Übung.
Vielen Dank für das Interview.
Das Buch gibt es hier:
http://www.amazon.de/Die-Hoffnung-ist-ein-Hundesohn/dp/3981451570
Da treffen die zwei Urgesteine des deutschen HipHop-Journalismus aufeinander. Falk Schacht interviewt Marcus Staiger anlässlich der Veröffentlichung seines Buchs "Die Hoffnung ist ein Hundesohn". Dabei schweifen die beiden grauen Eminenzen natürlich gnadenlos ab und sprechen unter anderem über Politik, Rap sowie eine ideale Gesellschaft. Äußerst interessant, auch das Buch klingt viel besser als ich dachte.
Mach One zeigt im Vorbeigehen mal, wie ein gutes Videosnippet aussehen sollte. Mit haufenweise Rappern im Gepäck, die ich zum Teil wirklich nicht erwartet hätte.
...und MF Doom sagt sein Konzert ab. Zwei mal hintereinander, der Sack! Bei Noisey machen sie ihrem Ärger ein bisschen Luft. Da wusste der Autor aber noch nicht, dass der Ersatztermin auch ausfällt. Grrr...
Für alle die es interessiert: Laut Marcus Staiger (ehemals Royal Bunker-Chef) arbeiten K.I.Z derzeit an einem neuen Album!