Letztens so in Berlin. #allhellbreaksloose
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Letztens so in Berlin. #allhellbreaksloose
Willkommen auf dem Boden der Tatsachen
Nur wenige Tage nachdem die Veranstalter des Campus Fests jubilierend durch die Stadt (oder zumindest die Sozialen Netzwerke) gezogen waren, um freudig zu verkünden, dass sie heuer doch endlich einmal bis 23 Uhr (!!) feiern dürfen (ein Anzeichen für einen Wandel in der Stadtpolitik gar?), da folgt schon die triste Rückkehr auf den Boden der Tatsachen.
Auf ihrer Facebook-Seite verkünden sie:
"Nachdem uns vom Ordnungsamt mündlich zugesagt wurde, dass wir das Campusfest in diesem Jahr mit Musikbetrieb bis 23.00 Uhr veranstalten dürfen, wurde unserem Vorstand heute mitgeteilt, dass die Lautstärke bei naheliegenden Wohngebäuden nach 22.00 Uhr zu keiner Zeit mehr als 55dB betragen darf."
Heißt: 55 dB ist so laut, wie ein Frosch der im Teich des Gartens vom Nachbarn quakt - also auf der Skala exakt zwischen "Normale Wohnung, ruhige Ecke" und "Normale Sprache".
Die Veranstalter haben daraus heute den Schluss gezogen, den Timetable noch einmal über den Haufen zu werfen. Jetzt ist wieder um 22 Uhr Schluss. Auch, weil die Gefahr bestand, dass das Konzert des Headliners Mega! Mega! sonst bei etwaigen Beschwerden abgebrochen werden müsste. Wer mag, darf nach zehn ja noch ein leises Bier auf der Wiese konsumieren.
Auf der Hauptbühne ist also nun wieder dieser Ablauf geplant:
14 Uhr Filistine (Blues, Rock & Funk)
15 Uhr Moody Acoustic Moth Shelter (Acoustic-Folk)
16 Uhr Radio Haze (Rock)
17.30 Uhr Luko (Indie-Pop)
18.30 Uhr Verleihung “Preis für studentisches Engagement”
19.30 Uhr The Langtunes (Electro-Rock)
21 Uhr Mega!Mega! (Indie-Rock)
Das alte Indie-Versprechen im Keller Klub
In den Nuller-Jahren hatte Gitarrenmusik in den Clubs die Oberhand. Gefeiert wurde auf Indie-Pop, man trug enge Hosen und die Männer ließen die Haare so wachsen, dass sie sie in schöner Regelmäßigkeit stilvoll aus dem Gesicht wischen konnten. Es war vielleicht das letzte Mal, dass synthesizerfreie Musik weit vorn war. Und dass man bis zum Letzten darauf abtanzte. Gib ihm!
Mega! Mega! wollen dieses Versprechen auf ein intensives Leben auch im Jahr 2013 einlösen. Im Stuttgarter Keller Klub geht’s los, Auftakt für die Deutschland-Tour. Indie? Die in den Nullerjahren in einschlägigen Diskotheken zelebrierte Art von Ich-power-mich-heute-mal-voll-aus-Hedonismus ist mittlerweile von der elektronischen Musik gekapert worden. Auch wenn da nicht eine Stunde bis zum Letzten, dafür aber gern tagelang getanzt wird.
Angekündigt ist „reiner Größenwahn“
Das Programm bei dem Auftritt von Mega! Mega! im Keller Klub muss also auf maximalen Output in jeglicher Hinsicht getrimmt sein.Schließlich ist „reiner Größenwahn“ angekündigt. Mega! Mega! liefern aber genau das nicht: Sie sind vielmehr vier sehr sympathische junge Musiker, die äußerst stilsicher, aber auch in der Routine des musikalisch Etablierten jene hinlänglich bekannte Art von Discorock / Indie / Nu Rave / Wasauchimmer spielen, zu der man sich seit Jahren auspowert.
Sie sind nur ein Stück weniger ulkig als die Vorband Susanne Blech, die teilweise noch Masken trägt und damit ein Stück näher dran ist an den jüngsten Entwicklungen in Sachen Musik der kontrollierten Entgleisung.
Das ist kein Tadel: Die Musik von Mega! Mega! ist einwandfrei produziert; die Band vermittelt ganz ausdrücklich Spielfreude und ist durchweg tanzbar. Die Speerspitze von Pop und auch Indie ist aber längst weiter, innovative Bandmusik knarzt, sie setzt auf Elektronik und Abwechslung in der Rhythmusgruppe. Oder vielleicht einfach auf Wohlklang, so wie jüngst Junip in den Wagenhallen. Auch könnten Mega! Mega! viel mehr aus ihren zwei Gitarren machen; die meisten Songs sind so arrangiert, dass man gar keine zweite Klampfe bräuchte.
Indie ist inzwischen funktional
Indie hat weiterhin seine Berechtigung, Partyreihen wie den Karrera Klub gibt es schließlich weiterhin. Die Musik ist aber nicht nur längst etabliert, sondern inzwischen eher funktional; man kann dazu immer noch abgehen und das ist ihr einziger Zweck. Aber das gilt vor allem fürs Wochenende, für die langen Indie-Nächte in – wichtigste Voraussetzung – vollen, lauten, verrauchten Clubs.
Im Keller Klub ist es hingegen Mittwochabend, vor der Bühne steht ein alters- und stilmäßig gut gemischtes und überaus aufmerksames Publikum, nur keine Masse an Menschen. Mega! Mega! selbst haben so eine Situation auf sympathische Weise in ihrem im April erschienenen Video zum Song „Lieutnant Pumpe“ eingefangen. Wer am Mittwochabend im Keller Klub nicht dabei war, sollte sich das Video ansehen. So ungefähr war es nämlich. Nur dass sich anders als im Video kein Mädel eine Dose Bier über das Top geleert hat. Euphorie ist dann wieder am Freitagabend.
(stuttgarter-zeitung.de, 10. Oktober 2013)
das lied ist auch mega! mega! :D
Mega! Mega!- Strobo
Representing Rheinland-Pfalz in the Bundesvision Song Contest
// dancing as "volcano" // mega! mega! - lieutenant pumpe
MEGA! MEGA! - Lieutenant Pumpe (Offizielles Video) (von MegaMegaIstMega)