Manchmal frage ich mich ernsthaft warum mich meine Mutter damals Manfred gennant hat. Ich meine es gibt so viele schöne Namen wie: Tim, Noah, Marcel, Thomas.
Allesamt bodenständig aber doch schön im Klang und dann komm ich MANNFRÄÄÄÄD und platze hinein wie die Axt im Walter, ähm Walde.
Heute habe ich ein junges Ehepaar aus unserer Gemeinde im Nachbarort beim Einkaufen getroffen. Nachdem wir uns gegen eine christliche Umarmung und für einen Handschlag entschieden haben, wo kämen wir denn hin, wenn wir unsere christliche Nächstenliebe so öffentlich zeigen würden, man könnte ja sehen, dass wir Christen sind; redeten wir über den neuen Familienzuwachs, der während dem Gespräch eine Schleimspur auf der mütterlichen Schulter hinterlies, auf der sogar eine Weinbergeschnecke ausgerutscht wäre.
Der kleine Zachary Nathaniel ist jetzt gut 11 Monate alt wie ich ausrechnete. Ausrechnen sage ich, weil Eltern ja scheinbar alles in Wochen ausdrücken müssen. 44 Wochen, wer sagt den sowas? Ich sage ja auch nicht, ich habe mich vor 780 Wochen bekehrt, auch wenn ich da auch von neuem geboren wurde.
Ich schweife ab. Jedenfalls erzählten sie wie dieses Kind neue Dinge dazu lernte, wie es lachte, was für Schwierigkeiten es bereitete und die lange Liste von schlaflosen Nächten die Zachary verursachte. Als ich dieses kleine Michelin-Männchen (den Vergleich darf ich den stolzen Eltern auch nicht offenbaren) so anschaute, wie es mit einem Lächeln auf den Lippen sorglos in den Armen der Eltern lag und sich des ganzen Aufwandes und Trubels um seine Person nicht im klaren war, spürte ich diese Sehnsucht nach genau dieser Geborgenheit in mir hinauf kriechen.
Ich bin doch Gottes Kind. Schaut er mich mit meiner gefüllten Lebenswindel auch so liebevoll von oben an? Ich bin sicher ich habe ihm auch so einige schlaflose Nächte bereitet, als ich ihm die Ohren voll gejammert habe und wie eine Feuerwehrsirene ein Gebet nach dem anderen ihm entgegenschmetterte.
Ich verabschiedete mich an der Kasse mit einem kleinen Knuff in die Babywange, was der kleine Wonneproppen prompt mit einem ohrenbetäubenden Schreien kommentierte.
Ich zog den Kopf ein, entschuldigte mich leise und blies rasch zum Rückzug.
Freue mich schon wenn Anna und ich uns damit rumschlagen dürfen.
Zachary Nathaniel... der kleine ist auch fürs Leben gestraft. So christlich die Namen auch sein mögen, da macht man sich ja nen Knoten in die Zunge. Da ist Mannfräääääd doch fast eine Wohltat.