24.11.2019
Die Waage ist kaputt, aber das Internet hilft
Ich möchte noch Vanillekipferl backen, habe aber nur Butter für ungefähr die Hälfte des Rezepts. Um genau umrechnen zu können, hole ich die digitale Küchenwaage und schalte sie ein. Gestern hat sie noch problemlos funktioniert, heute jammert sie rum und zeigt nur “Lo” an, was vermutlich für “Low battery” steht. Ich versuche es noch ein paar Mal, in der Hoffnung, sie doch noch zu ein paar Wiegevorgängen zu überreden, aber es ist nichts zu machen.
Ich habe zwar noch eine Personenwaage und irgendwo vermutlich auch noch eine Briefwaage, aber beide bedienen nicht das Gewichtsspektrum, dass ich fürs Backen brauche, die Personenwaage kann so kleinschrittig nicht arbeiten und die Briefwaage wird schnell überfordert sein (vor allem aber bin ich zu faul, sie zu suchen). Eine Ersatzbatterie habe ich auch nicht zur Hand.
Also muss ein anderer Weg her. Das Gewicht der Butter kann ich ungefähr abschätzen, weil ich ja die Originalgröße des Butterquaders kenne. Es sind vermutlich so um die 100 Gramm. Das bedeutet, dass ich das halbe Rezept brauche.
Da ich auch gelegentlich nach amerikanischen Rezepten backe, besitze ich ein Plastikset mit amerikanischen Cups. Das Problem bei Cups ist, dass eine Cup natürlich nicht immer das gleiche Gewicht hat, sondern das Gewicht je nach Zutat schwankt. Ein Cup Zucker ist zum Beispiel schwerer als ein Cup Mehl und das ist wiederum schwerer als ein Cup Puderzucker und es kommt natürlich auch immer darauf an, wie dicht man die Zutat in den Abmessbecher packt. Auch in Deutschland gibt es größere Abmessbecher mit unterschiedlichen Skalen für die wichtigsten Zutaten an der Seite.
Gott sei Dank bin ich nicht der erste Mensch, der dieses Problem hat, und so gibt es im Internet hilfreiche Tabellen, die Cups in Gramm umrechnen. Ich habe insgesamt vier Cups in den Größen 1, 1/2, 1/3 und 1/4. Am Smartphone google ich “cups to grams” und bekomme schon in der Bildersuche die Ergebnisse, die ich brauche. Ich finde Mehl, Puderzucker und gemahlene Mandeln und kann so die benötigten Mengen auch ohne Waage abmessen. Der Teig wird von der Küchenmaschine geknetet und das Ergebnis scheint nach ersten Tests ohne Beanstandung zu sein.
Es ist trotzdem alles ein bisschen umständlicher als mit der Waage, also werde ich wohl in naher Zukunft neue Batterien kaufen müssen.
(Anne Schüßler)












