a love letter
28.01.2020
Lieber ___,
es sind 6 Monate vergangen, seit wir uns zuletzt gesehen haben, seit wir zuletzt Kontakt hatten - und ich bin immer noch hier.
Es ist eine Schande.
Ich habe inzwischen einige Typen geküsst, manche von denen sahen sogar richtig gut aus und waren cute. Aber das ändert rein gar nichts daran, dass es immer noch Du bist. Ich habe sogar einen Boy geküsst, der aussah wie Du. Asche auf mein Haupt.
Und das alles nur, um Dich zu vergessen.
Die Leute auf der Straße hier (Chile) starren mich an, sie finden mich wunderschön, ich hätte so viele Chancen, aber was sind die Wert wenn ich dich nicht haben kann. Denn niemand ist wie du, am Ende verlieren doch alle gegen Dich, egal wie toll sie sind.
Ich dachte, dass es irgendwann besser wird, doch nichts verbessert sich. Ich denke immer noch unwillkürlich an dich, wenn jemand Deinen Namen sagt, leider hast du einen sehr gewöhnlichen Namen. Ich suche immer noch meine Likes und Views nach Dir ab, jedes gottverdammte Mal.
Fast hätte ich meinen Geburtstagswunsch an Dich verschwendet, aber das wäre die pure Vergeudung gewesen.
Ich dachte immer ich sei nicht hübsch oder cool genug um etwas mit Dir zu haben, ich habe meine Meinung zwar mittlerweile grundlegend geändert, aber das ändert absolut nichts an meinem Beziehungsstatus.
Nach wie vor bin ich absolut abhängig von Dir, eine Tatsache die ich nicht fassen kann. Und dabei gibst Du mir kein einziges Zeichen.
Ich habe dieses Szenario in meinem Kopf, dass wir uns endlich wiedersehen, und rauskommt, dass wir beide damals aufeinander standen. Das vielleicht, das ist es, was verhindert, dass ich vorankomme, wegkomme. Das vielleicht lässt mich glauben, dass Du abends im Bett sitzt und genauso leidest wie ich, manchmal unfähig einen klaren Gedanken zu fassen.
Und wenn ich ehrlich bin, dann weiß ich nicht , ob ich das will oder nicht. Aber ich ahne, dass ich das irgendwo ganz tief drinnen will. Sehr sogar.
Ich kann nicht beschreiben wie sehr ich es bereue, im Wald nichts gesagt zu haben. Eigentlich wusste ich damals schon, dass es irgendwann so sein würde, aber man denkt immer, dass man Zeit hat, dass man mehr Chancen zur Verfügung gestellt bekommt.
Wenn ich Klarheit hätte, dann wär das schon längst alles entschieden und vorbei, aber so verstricke ich mich in einem Gestrüpp aus Wunschdenken, Gesten, Interpretationen und Feigheiten von Dir und mir.
Und ich hasse es.
Und ich liebe es.
Und vielleicht liebe ich Dich? - Ein bisschen?
Denn wenn es nicht Liebe ist, was bringt einen sonst so an den Rande des Wahnsinns wie mich?









