Im März habe ich nach einem Jahr Pause endlich mal einen Reread vorgenommen: Tales from the Inner City war immer noch so fantastisch wie beim ersten Mal und der Damm ist jetzt gebrochen und ich möchte so viele Bücher aus meinem Regal erneut lesen, aber natürlich sind da auch noch die ganzen ungelesenen Bücher und Neuerscheinungen! Ich melde dann jetzt mal mein Sabbatical an, um 1 Jahr lang nur zu lesen.
Ein Überraschungstreffer war Honeysuckle, das mich nicht nur mit seinen walisischen Hörbuchstimmen in den Bann gezogen hat, sondern auch mit seiner magisch-düsteren Atmosphäre und der warmherzigen Beziehung zwischen Daye und Rory, die sich Jahr um Jahr verändert und in etwas Unerwartetes verwandelt hat.
Es ärgert mich, dass gerade die Bücher, die mir am wenigsten gefallen haben, die diversesten sind. Aber was soll ich machen, ich fand sie einfach so doof? Death of the Author hat spannende Themen und einen cleveren Twist gehabt, aber die Protagonistin ging mir so auf den Keks mit ihrer Naivität und ihrem … entitlement? Ich glaube, Nnedi Okorafors Schreibstil und Art zu Erzählen ist einfach nicht mein Fall. Noch schlimmer fand ich aber die Kurzgeschichten in der Sammlung Roadkill, eine Übersetzung aus dem Koreanischen, eigentlich versprochen als mit "strong roots in feminist science fiction and fantasy". Ist nicht ganz falsch, aber die meisten Geschichten sind unglaublich trist und tragisch, ohne Hoffnung und Emanzipation. Außerdem ist der Schreibstil (oder die Übersetzung) sehr flach, ohne Überraschungen oder Feinheiten, alles wird einfach runtererzählt wie bei ersten Erzählversuchen mit deutlich mehr tell als show. Und trotzdem habe ich beide beendet und nicht abgebrochen. Bei Okorafor wollte ich wissen, wie alles ausgeht, was sich auch ein bisschen gelohnt hat, und bei Amil war ich einfach mit jeder neuen Geschichte wieder neugierig, worum es geht und ob es mir diesmal besser gefällt. Hat sich leider nicht ausgezahlt.