Für folgende Indikationen ist die Evidenz einer Wirksamkeit von Piracetam eher schlecht oder widerlegt:
Alzheimer-Krankheit: Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass die Einnahme von Piracetam die geistigen Funktionen von Menschen mit Alzheimer-Krankheit nicht verbessert.
Vergesslichkeit im Alter ohne Demenz: Erste Forschungsergebnisse scheinen zu zeigen, dass die dreimalige tägliche Einnahme von Piracetam den altersbedingten Gedächtnisverlust bei einigen Menschen verbessern könnte.
Demenz: Erste Forschungsergebnisse zeigen, dass die Einnahme von Piracetam den Gedächtnisverlust bei einigen Patienten mit Demenz verbessern kann.
Down-Syndrom: Erste Forschungsergebnisse zeigen, dass die Einnahme von Piracetam Kindern mit Down-Syndrom nicht hilft. Bei einigen Kindern könnten Aggression und Reizbarkeit zunehmen.
Gedächtnis: Erste Forschungsergebnisse zeigen, dass die Einnahme von Piracetam den Gedächtnisverlust bei Menschen, die eine Elektrokrampftherapie (EKT) hinter sich haben, nicht verbessert.
Autismus: Frühe Forschungsergebnisse zeigten, dass die Einnahme von Piracetam zusammen mit dem Medikament Risperidon einige Symptome von Autismus bei Kindern verbessern kann.
Kokainabhängigkeit: Forschungsergebnisse zeigen, dass die Einnahme von Piracetam nicht bei Kokainabhängigkeit hilft. Bei manchen Menschen kann es den Kokainkonsum sogar verstärken.
Parkinson-Krankheit: Erste Forschungsergebnisse zeigen, dass die Einnahme von Piracetam die Symptome der Parkinson-Krankheit nicht verbessert.
Erholung nach einer Herzoperation: Erste Forschungsergebnisse zeigen, dass eine einmalige Verabreichung des Wirkstoffs durch Injektion (IV) das Gedächtnis von Menschen nach einer Operation am offenen Herzen nicht verbessert.
Schizophrenie: Erste Forschungsergebnisse zeigen, dass die Einnahme von Piracetam zusammen mit einem Medikament namens Haloperidol einige Symptome der Schizophrenie reduziert. Es ist jedoch nicht klar, ob das auch zusammen mit den neueren, wirksameren Medikamenten gegen Schizophrenie von Vorteil ist.
Sichelzellenanämie: Einige frühe Forschungsergebnisse zeigen, dass die Einnahme von Piracetam die Schwere der Symptome bei Kindern mit Sichelzellenanämie verringern könnte. Allerdings stimmen nicht alle Forschungsergebnisse damit überein. Ärzte empfehlen es nicht zur Behandlung der Sichelzellenkrankheit.
Schlaganfall: Einige frühe Forschungsergebnisse zeigen, dass die Einnahme von Piracetam einen zweiten Schlaganfall verhindern könnte. Eine Studie zeigt auch, dass bestimmte Gruppen von Menschen mit einem Schlaganfall mehr von dem Wirkstoff profitieren könnten als andere. Insgesamt scheint sich dadurch jedoch das Sterberisiko nicht zu verringern. Vielmehr könnte das Medikament das Sterberisiko bei Patienten mit den schwersten Symptomen eines Schlaganfalls erhöhen. Auch das Sprachvermögen scheint sich nicht zu verbessern.
Weitere Indikationen, bei denen die Wirksamkeit nur unzureichend nachgewiesen ist, sind Depressionen, Gehirnerschütterung, Bettnässen und Gehörverlust.
Wer dieses Medikament kaufen möchte, muss dafür in der Apotheke ein ärztliches Rezept vorweisen. Einige Online Shops - vor allem in den USA, zuletzt aber auch zunehmend in Deutschland - verkaufen Piracetam rezeptfrei und zu niedrigen Preisen. In den USA bieten zudem einige Hersteller Piracetam als Nahrungsergänzungsmittel an. Die Käufer, hauptsächlich gesunde Personen, verwenden das Produkt, um ihre Leistungen im Studium und bei der Arbeit zu steigern, aber auch zu Freizeitzwecken. Bei der nichtmedizinischen Einnahme treten häufig Nebenwirkungen wie Halluzinationen, psychomotorische Unruhe, Dysphorie, Müdigkeit, Schwindel, Gedächtnisverlust, Kopfschmerzen und starker Durchfall auf; außerdem gaben mehrere Nutzer an, weder eine kognitive Verbesserung noch psychedelische Wirkungen verspürt zu haben.