Als eine meiner wichtigsten Aufgaben betrachtete ich damals auch den entschlossenen Kampf gegen die Religion […] Und da begegnete mir der erste innere Widerspruch im Wesen der Bewegung: mir wurde immer wieder bedeutet, daß die ‘Religion Privatsache’ sei. […] So argumentierte ich in großer Erbitterung und konnte nicht begreifen, daß man hier Rücksicht auf ‘Andersdenkende’ und ‘religiös Empfindende’ nehmen wollte, die nach meinen ebenso rigorosen wie konsequenten Ansichten in einer sozialistischen Bewegung einfach nichts zu suchen hatten. […] Ich konnte bald feststellen, daß Marx wie ich eine Aufgabe darin erblickte, 'die Gewissen vom religiösen Spuk zu befreien’, und dann Engels den Satz 'Religion ist Privatsache’ ein wenig anders aufgefaßt hatte, als Gewerkschaft und Partei es taten: vom Staate sollte die Religion als Privatsache behandelt werden (Trennung von Staat und Kirche), nicht aber von der Partei und den Genossen der Bewegung! […] So wie ich schon 1929 auf dem Gebiet der Religions- und Kirchenpolitik die Theorie des Marxismus gegen die marxistische Organisation selbst verteidigte, so ist es mir bis 1932 schließlich auf allen anderen Gebieten immer wieder ergangen.
Willy Huhn













