Edward G. Robinson und mein deutsches Ich
Die jüngsten Ereignisse um das Treffen von Trump und Selenskyj werfen aus europäischer Sicht schwerwiegende Fragen auf. Trumps Drohung, die Unterstützung für die Ukraine einzustellen, ist ein Verrat an der Ukraine, wie seinerzeit die Franzosen und Britten auf dem Obersalzberg die Tschkosloweikei haben fallen lassen. Die öffentliche Demütigung Selenskyjs durch Trump, eine gute Szene aus einem Gangsterfilms der 30iger mit dem großen Edward G. Robinson. Little Caesar. Reinhart Kosellecks geschichtsphilosophische Perspektive zeigt, wie schwierig es ist, solche Vorgänge als Zeitzeuge einzuordnen. Die Spannung zwischen Erfahrung und Erwartung macht deutlich, dass die langfristigen Auswirkungen dieser Ereignisse auf die transatlantischen Beziehungen und Europas Position gegenüber Russland noch sehr unklar sind. Gewiss scheint bislang zu sein, dass der politische Bruch im Umgang mit der Ukraine als Wendepunkt in der geopolitischen Ordnung verstanden werden wird, der Europas Eigenständigkeit in Sicherheitsfragen erzwingt. Enfin! Für Deutschland geht es um mehr als nur um Sicherheit. Es geht um den endgültigen Abschied von der Bonner Nachkriegs-Identität. Denn nach dem politischen und moralischen Bankrott der bundesrepublikanischen Erinnerungskultur durch die Unterstützung des israelischen Genozids fällt jetzt auch die identitätskonstituierende Umarmung mit den USA weg.











